In den letzten Monaten habe ich hier im Blog immer mal wieder den Podcast "Sag mal, Du als Physiker" erwähnt. Irgendwann machte es bei mir dann auch klick: In meinem SuB war ein Buch von einem der beiden Podcast-Physiker, das ich gekauft hatte, nachdem Hermia es vorgestellt hatte. Michael Büker ist Astrophysiker, nimmt an dem Podcast teil und ist als Wissenschaftsjournalist und Sachbuchschreiber tätig.
In "Ich war noch niemals auf Saturn" nimmt Michael Büker mich mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem, dann weiter in die Milchstraße und wir werfen auch einen Blick auf andere Galaxien und das Universum und ich muss sagen, mit Ausnahme eines Teilbereiches, den ich ein wenig ermüdend fand (zum Ende hin im Zusammenhang mit den Erläuterungen zur Maßeinheit Parsec und ein wenig auch im Zusammenhang mit Pulsar-Radiomessungen), war es eine gleichermaßen informative wie unterhaltsame Reise.
Michael Büker versteht es, aus einer Masse an Informationen nicht nur die für ein populäres Sachbuch ausreichende Menge herauszupicken, sondern diese dann auch verständlich zu verpacken und darzulegen. Es sind in diesem Buch eine Reihe bemerkenswerter Analogien zu finden. So scheut er nicht, die auf den Saturnmond Io durch die - ich verallgemeinere mal - Nachbarobjekte wirkenden Gezeitenkräfte damit zu vergleichen, dass ein Elternteil mit zwei Kindern in den Supermarkt geht und dann vom ersten Kind auf der einen Seite zum Süßigkeiten- und vom zweiten Kind auf der anderen Seite zum Spielzeugregal gezogen wird. Auch eine Papiertonne erhält einen Auftritt. Und Fußballspiele, Filme oder Parks werden als Beispiele herangezogen, um örtliche oder zeitliche Größen in einen vorstellbaren Rahmen zu bekommen.
Es gab eine Menge zu lesen und zu erfahren, ob es nun z.B. um die Gasriesen in unserem Sonnensystem geht oder warum auch Zwergplaneten spannend sein können, welche Arten von Sternen wir derzeit kennen und wie ihr Lebensende ausschaut, wie auf der Erde mal zufällig mal geplant die Forschung voranschreitet oder wie man Erkenntnisse gewinnt über nicht sichtbare Phänomene. Es gab innerhalb von manchen Kapiteln kurze Zusammenfassungen, die sich für mich aber nicht redundant anfühlten, sondern als hilfreiches Bündeln vieler Informationen. Einmal wählte Büker dabei die Form eines Bühnendramas - mal was anderes.
Ich habe das Buch nun erst ca. 3 Jahre nach Veröffentlichung gelesen. Seitdem sind Ereignisse, die Michael Büker in seinem Buch an geplanten bzw. stattfindenden Forschungen anschneidet, sogar eingetreten, z.B. das "Foto" vom schwarzen Loch in der Galaxie M87. Vor diesem Hintergrund ist sein Buch daher ein wenig out of date. Mich stört das aber in keiner Weise. Michael Büker ist seine Faszination und Begeisterung für die Physik im Allgemeinen und die Astrophysik im Besonderen in seinen Texten anzumerken - übrigens auch im Podcast und ebenso seinem dort ebenfalls mitwirkenden Kollegen, dem Teilchenphysiker Johannes Kückens -. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die sich bislang vielleicht nicht oder kaum für Astrophysik interessieren, hierdurch angeregt und neugierig gemacht werden und vielleicht angesprochenen Themen und Sonden im Netz recherchieren. Vielleicht geht es auch mal in die nächste Sternwarte oder besucht einen Sternenpark (Eifel, Rhön, Westhavelland).
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Dienstag, 7. Januar 2020
Sonntag, 8. Juli 2018
Nachlesen #3
Seit meinem lesten Post (Mittwoch dieser Woche) habei ch noch etwas gelesen und will Euch kurz davon berichten.
In einer fernen Zukunft hier auf der Erde leben die Menschen in der achten Eiszeit. Die Handlung des Manga "Ice Age Chronicle of the Earth - 1. Nunatak, die Eisinsel" von Jiro Taniguchi beginnt auf der Eisinsel Nunatak, auf der sich die unterirdische Mine Tarpa befindet. Diese Mine wird von einem weiter auswärts gelegenen Logistikzentrum mit Materialien und Nahrungsmitteln versorgt und die Verbindung zu der im Äquatorbereich liegenden Stadt Abyss hält. Dorthin, in Äquatornähe, haben sich die Menschen zurückgezogen. In diesem ersten Teil des zweiteiligen Manga geht es darum, dass sich die Wetterbedingungen unvorhersehbar rasant verschlechtern, was dazu führt, dass die dringende Nahrungsmittel-Lieferung verloren geht und eine Evakuierung scheitert, sodass ein Teil der Arbeiter, u.a. der junge Tekaru, versuchen, das Logistikzentrum aus eigener Kraft zu erreichen.
In "Ice Age Chronicle of the Earth - 2. Abyss, die Labyrinthenstadt" wird die Geschichte um Tekaru und seine Begleitung weiter erzählt, viel mehr will ich hier nicht verraten.
Was ich allerdings zu diesen Manga sagen möchte ist, dass ich zwar beide mit Interesse gelesen habe und das Grundkonzept auch faszinierend fand, sie mich aber leider nicht überzeugten. In einem Nachwort schreibt Taniguchi über die Entstehung der Geschichte und gibt selbst an, dass einige Rätsel ungelöst geblieben sind und er vielleicht in diese Welt zurückommen könnte. Dies ist leider nicht passiert, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es geholfen hätte, bestimmte Aspekte (z.B. im Zusammenhang mit einem Armreif) zu erläutern oder u.a. Tekaru stärker charakteristisch herauszuarbeiten.
Während meiner Radtour am letzten Donnerstag habe ich dann auch das audiobook "Mythos - The Greek Myths Retold" by Stephen Fry zu Ende gehört. Er erzählt eine Vielzahl griechischer Sagen von der Schöpfung, den Titanen, den Olympiern und ihren Eskapaden, von Liebes- und anderen Geschichten der Götter und Menschen nach. Und wie er sie nacherzählt, in Prosa mit Dialogen. Sie werden auf neue Art lebendig und unterhaltend.Wer kann, sollte das Buch im Original hören, Stephen Fry ist einfach ein wunderbarer Darsteller.
Außerdem habe ich "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Frilund gelesen. Protagonistin ist Linda, einem Teenager, die mit ihren Eltern in einem Wald/Seegebiet von Minnesota lebt und dort eine junge Familie kennenlernt. Sie wird als Kindersitterin für den kleinen Paul. Das Buch zirkelt um
neben Erziehung und Identität besonders um Entscheidungen und Verantwortung. Zwar habe ich das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre, dass ein paar zu viele Aspekte in den Roman eingeführt wurden. Aber es gab viele intensive Lesemomente, besonders im Zusammenhang mit der Erkrankung von Paul und dem Umgang der Eltern mit ihm und auch Lindas Umgang mit ihm.
Außerdem habe ich "Augustas Garten" von Andrea Heuser über skoobe gelesen. Die fünfjährige Augusta glaubt, dass sie und ihre Mutter nur über eine kurze Zeit zu Besuch bei Eduard sind, den sie nicht besonders mag. Wenn sie ihre Mutter fragt, wann sie wieder nach Hause zu Papa fahren, hört sie immer nur "bald". Die Geschichte um Augusta und ihre Mutter Barbara hat mich trotz einer etwas mäandernden Erzählweise berührt, u.a. weil die Autorin es in meinen Augen schaffte,sich nachvollziehbar in Augusta hineinzuversetzen und ihre drei Hauptbezugspersonen, Mutter, Vater und Eduard, so zu charakterisieren, dass zwar die Beziehungen untereinander kompliziert aber nicht "antagonistisch" sind.
Zum Abschluss habe ich außerdem über skoobe noch "Späte Rache rostet nicht" von Iris Willing gelesen. Das Buch startet damit, dass Barbara in eine Seniorenresidenz einzieht und einen Schreibkurs startet, weil wie definitiv nicht Handarbeit betreiben will und beginnt, sich zu langweilen. Thea, die am gleichen Tag wie Barbara einzog, sowie die schon länger dort wohnenden Elisabeth und Frida treten bei. Als sie in diesem Schreibkurs zum Punkt Beziehung/Ehe kommen, merken sie, dass sie alle vier hier an etwas zu knapsen haben. Also kommen sie auf die Idee, ihren Expartnern Denkzettel zu verpassen. Ich fand die vier Damen unternehmungslustig und ihre Geschichte hat mich am Sonntag gut unterhalten.
Wie Ihr sehen könnt, habe ich meine sieben Urlaubstage, oder besser gesagt die 11 Kalendertage, intensiv zum Lesen genutzt und mich dabei sehr entspannt. Meine Auswahl - es handelte sich überwiegend um aktuelle Neuerwerbungen - war bunt gemischt und Pech hatte ich mit keinem der Bücher; die drei Highlights waren übrigens das audiobook von Stephen Fry, der Manga "Die Stadt und das Mädchen" sowie der Comic über Richard Feynman. Und hier kommt einfach mal die Liste aller in der Zeit vom 28.06.2018 bis heute 08.07.2018 gelesener Bücher:
"Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi, Manga
"Das Kaff" von Jan Böttcher
"Star Trek: The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr, Comic
"Dark Mirror" von Diane Duane
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethalter
"Anders" von Andreas Steinhöfel
"Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa
"An Then you're dead: the world's most intereting ways to die" von Cody Cassidy
"Feynman - Ein Leben auf dem Quantensprung" von Jim Ottaviani, Comic
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 1" von Jiro Taniguchi, Manga
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 2" von Jiro Taniguchi, Manga
"Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Friedlund
"Augustas Garten" von Andrea Heuser
"Späte Rache rostet nicht" von Iris Welling
und die restlichen ca. 60 % gehört: "Mythos: The Greek Myths retold" by Stephen Fry
In einer fernen Zukunft hier auf der Erde leben die Menschen in der achten Eiszeit. Die Handlung des Manga "Ice Age Chronicle of the Earth - 1. Nunatak, die Eisinsel" von Jiro Taniguchi beginnt auf der Eisinsel Nunatak, auf der sich die unterirdische Mine Tarpa befindet. Diese Mine wird von einem weiter auswärts gelegenen Logistikzentrum mit Materialien und Nahrungsmitteln versorgt und die Verbindung zu der im Äquatorbereich liegenden Stadt Abyss hält. Dorthin, in Äquatornähe, haben sich die Menschen zurückgezogen. In diesem ersten Teil des zweiteiligen Manga geht es darum, dass sich die Wetterbedingungen unvorhersehbar rasant verschlechtern, was dazu führt, dass die dringende Nahrungsmittel-Lieferung verloren geht und eine Evakuierung scheitert, sodass ein Teil der Arbeiter, u.a. der junge Tekaru, versuchen, das Logistikzentrum aus eigener Kraft zu erreichen.
In "Ice Age Chronicle of the Earth - 2. Abyss, die Labyrinthenstadt" wird die Geschichte um Tekaru und seine Begleitung weiter erzählt, viel mehr will ich hier nicht verraten.
Was ich allerdings zu diesen Manga sagen möchte ist, dass ich zwar beide mit Interesse gelesen habe und das Grundkonzept auch faszinierend fand, sie mich aber leider nicht überzeugten. In einem Nachwort schreibt Taniguchi über die Entstehung der Geschichte und gibt selbst an, dass einige Rätsel ungelöst geblieben sind und er vielleicht in diese Welt zurückommen könnte. Dies ist leider nicht passiert, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es geholfen hätte, bestimmte Aspekte (z.B. im Zusammenhang mit einem Armreif) zu erläutern oder u.a. Tekaru stärker charakteristisch herauszuarbeiten.
Während meiner Radtour am letzten Donnerstag habe ich dann auch das audiobook "Mythos - The Greek Myths Retold" by Stephen Fry zu Ende gehört. Er erzählt eine Vielzahl griechischer Sagen von der Schöpfung, den Titanen, den Olympiern und ihren Eskapaden, von Liebes- und anderen Geschichten der Götter und Menschen nach. Und wie er sie nacherzählt, in Prosa mit Dialogen. Sie werden auf neue Art lebendig und unterhaltend.Wer kann, sollte das Buch im Original hören, Stephen Fry ist einfach ein wunderbarer Darsteller.
Außerdem habe ich "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Frilund gelesen. Protagonistin ist Linda, einem Teenager, die mit ihren Eltern in einem Wald/Seegebiet von Minnesota lebt und dort eine junge Familie kennenlernt. Sie wird als Kindersitterin für den kleinen Paul. Das Buch zirkelt um
neben Erziehung und Identität besonders um Entscheidungen und Verantwortung. Zwar habe ich das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre, dass ein paar zu viele Aspekte in den Roman eingeführt wurden. Aber es gab viele intensive Lesemomente, besonders im Zusammenhang mit der Erkrankung von Paul und dem Umgang der Eltern mit ihm und auch Lindas Umgang mit ihm.
Außerdem habe ich "Augustas Garten" von Andrea Heuser über skoobe gelesen. Die fünfjährige Augusta glaubt, dass sie und ihre Mutter nur über eine kurze Zeit zu Besuch bei Eduard sind, den sie nicht besonders mag. Wenn sie ihre Mutter fragt, wann sie wieder nach Hause zu Papa fahren, hört sie immer nur "bald". Die Geschichte um Augusta und ihre Mutter Barbara hat mich trotz einer etwas mäandernden Erzählweise berührt, u.a. weil die Autorin es in meinen Augen schaffte,sich nachvollziehbar in Augusta hineinzuversetzen und ihre drei Hauptbezugspersonen, Mutter, Vater und Eduard, so zu charakterisieren, dass zwar die Beziehungen untereinander kompliziert aber nicht "antagonistisch" sind.
Zum Abschluss habe ich außerdem über skoobe noch "Späte Rache rostet nicht" von Iris Willing gelesen. Das Buch startet damit, dass Barbara in eine Seniorenresidenz einzieht und einen Schreibkurs startet, weil wie definitiv nicht Handarbeit betreiben will und beginnt, sich zu langweilen. Thea, die am gleichen Tag wie Barbara einzog, sowie die schon länger dort wohnenden Elisabeth und Frida treten bei. Als sie in diesem Schreibkurs zum Punkt Beziehung/Ehe kommen, merken sie, dass sie alle vier hier an etwas zu knapsen haben. Also kommen sie auf die Idee, ihren Expartnern Denkzettel zu verpassen. Ich fand die vier Damen unternehmungslustig und ihre Geschichte hat mich am Sonntag gut unterhalten.
***
Wie Ihr sehen könnt, habe ich meine sieben Urlaubstage, oder besser gesagt die 11 Kalendertage, intensiv zum Lesen genutzt und mich dabei sehr entspannt. Meine Auswahl - es handelte sich überwiegend um aktuelle Neuerwerbungen - war bunt gemischt und Pech hatte ich mit keinem der Bücher; die drei Highlights waren übrigens das audiobook von Stephen Fry, der Manga "Die Stadt und das Mädchen" sowie der Comic über Richard Feynman. Und hier kommt einfach mal die Liste aller in der Zeit vom 28.06.2018 bis heute 08.07.2018 gelesener Bücher:
"Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi, Manga
"Das Kaff" von Jan Böttcher
"Star Trek: The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr, Comic
"Dark Mirror" von Diane Duane
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethalter
"Anders" von Andreas Steinhöfel
"Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa
"An Then you're dead: the world's most intereting ways to die" von Cody Cassidy
"Feynman - Ein Leben auf dem Quantensprung" von Jim Ottaviani, Comic
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 1" von Jiro Taniguchi, Manga
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 2" von Jiro Taniguchi, Manga
"Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Friedlund
"Augustas Garten" von Andrea Heuser
"Späte Rache rostet nicht" von Iris Welling
und die restlichen ca. 60 % gehört: "Mythos: The Greek Myths retold" by Stephen Fry
Mittwoch, 4. Juli 2018
Nachlesen #2
Seit dem letzten Post (Montag, 25.06.2018) habe ich nicht nur weitere Bücher gekauft, sondern von diesen auch gleich etliche gelesen:
Da wäre zunächst einmal "Die Stadt und das Mädchen", ein Manga von Jiro Taniguchi. Ich kenne inzwischen ein paar seiner Manga und auch wenn z.B. "Bis in den Himmel" von einem folgenschweren Unfall handelte, so war "Die Stadt und das Mädchen" deutlich anders und dunkler als die mir bislang bekannten Manga. Shiga ist Bergsteiger und lebt in den Bergen. Als Megumi (das titelgebende Mädchen), die Tochter seines verstorbenen Freundes, in Tokio verschwindet, macht er sich auf den Weg in die Stadt, um ihrer Mutter und ihren Großeltern beiseite zu stehen und Megumi zu suchen, auch wenn zwischenzeitlich auch die Polizei die Ermittlungen aufgenommen hat. Ich habe mit Shiga gemeinsam die ihm zwischenzeitlich fremd gewordene (und mir ziemlich vollständig fremde) Stadt und das soziale Leben in ihr nach Hinweisen auf Migumi durchsucht, in der Schule nachgehakt, Mitschülerinnen angesprochen, nach einem Hinweis die Polizei informiert. Gespräche einerseits, die Zeichnungen andererseits, die diese z.B. durch Körperhaltungen und Blicke der Menschen komplettieren, ergaben dabei auch so manche dunkle Szene. Ich empfand das Tempo der Geschichte als drängend, nicht im negative Sinne, und hatte hier ein sehr intensives Leseerlebnis.
In Japan spielte auch "Kirschblüten und Rote Bohnen" von Durian Sukegawa. Sentaro arbeitet in einem Imbiss und verkauft dort Pfannkuchen, die mit roter Bohnenpaste gefüllt sind. Zwar macht er die Pfannkuchen aus Kostengründen selbst, aber die rote Bohnenpaste ist industriell gefertigt. Eines Tages taucht eine alte Frau (Tokue) vor dem Imbiss auf, bietet ihre Arbeitskraft für extrem wenig Geld an und lässt eine kleine Dose mit rotem Bohnenmus da. Wie es mit den beiden weiter geht, warum Sentaro in dem Imbiss handelt und warum Tokue jahrzehntelange Erfahrung mit Bohnenmus hat, erzählt dieser Roman. Auch hier gefiel mir die Erzählart und besonders, wie der Autor das Auf und Ab bei Sentaro beschreibt und durch Tokues Hintergrundgeschichte wurde mir wieder etwas Neues vermittelt. Etwas blass blieben dagegen die Nebencharaktere, besonders über Wakana hätte ich gern noch etwas mehr gelesen. Und, aber das ist ein noch persönlicherer Geschmack, ich mag offensichtliche (und manchmal noch wiederholte) Motivationsreden nicht, die es zwar im klassischen Sinn (ala Lebe Deinen Traum) hier nicht gibt, aber die Andeutungen habe ich wahrgenommen; das ist einfach nicht mein Ding. ;)
Von Jan Böttcher habe ich "Das Kaff" gelesen. Hier kehrt der Architekt Michael aus Berlin in sein Heimatdorf zurück, um dort als Baustellenleiter einen Neubau zu überwachen. Bislang ist Michael ganz gut damit gefahren, dem Kaff den Rücken zu kehren, weg von der Provinz, der Familie, dem Gerede, dem immer gleichen Trott. Nun wohnt er in dem Haus eines Ex-Schulkameraden, der gerade einen langen Familienurlaub macht, geht wieder im Fluss baden, entdeckt alte Orte neu und schaut sich ein lokales Fußballspiel an. Ich mochte, wie sich über weite Teile des Romans Michael entwickelte, was sich in seinen inneren Monologen zeigte. Hier zog er über den Trott her, erinnerte sich daran, was ihn alles störte und warum es in Berlin oder jedenfalls außerhalb des Kaffs für ihn besser ist - und wie er sich dann selbst dabei überrascht, etwas zu tun, was die Gemeinschaft im Kaff betrifft. Es ist dieses Hin und Her, das "ja, aber", das ich als Dorfkind nachvollziehen kann. Den eigenen Weg zu finden in oder aus dieser Gemeinschaft heraus, die dich kennt, die dich hat aufwachsen sehen, die Erwartungen an dich stellt oder von der du annimmst, das sie diese hat, ist nicht immer klar oder einfach.
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler, in dem es anders um ein Leben in einer Gemeinschaft, in einem Bergdorf, geht, hat mich sehr berüht und beeindruckt. In diesem relativ schmalen Büchlein geht es um Andreas Egger, der als kleines Kind Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Hof bei entfernten Verwandten n den Bergen mehr oder weniger abgeladen wird, dort aufwächst, sich verliebt und arbeitet. Ich habe immer wieder an meinen Vater denken müssen, als ich das Buch las, weil er wie Egger jemand war, der erledigte, der sich ümmerte, auch ohne viel zu sagen oder weit auszuholen, der weiter machte, trotz allem.
Auch um Gemeinschaft in einem kleineren Ort ging es in "Anders" von Andreas Steinhöfel. Andreas Steinhöfels Sprache und den im Rahmen der Geschichte wechselnden Stil mochte ich sehr, auch wenn ich mir wünschte, er hätte ganze Fragesätze gebildet, wenn Anders nach Milch fragt. Die Art und Weise, wie der Junge, der vor dem Unfall (v.d.U.) Felix war und sich danach Anders nennt, seine Umgebung wahrnimmt, wird weniger durch Anders selbst präsentiert als mehr durch die Menschen, die mit ihm umgehen: z.B. der Krankenpfleger, der Nachhilfelehrer, die Eltern und die Lehrin, sein Mitschüler Ben. Und zugleich wird durch die Interaktionen mit Anders das Leben dieser Menschen beleuchtet. Schade fand ich dagegen, dass ein Geheimnis so schnell erkennbar ist und dass für mich der Abschluss etwas zu ... kurz gefasst war.
Zwischendurch brauchte ich aber doch mal etwas anderes und so habe ich immer wieder in dem ebook "And then you're dead - The world's most interestings ways to die" von Cody Cassidy und Paul Doherty gelesen. Man könnte den Titel so verstehen, dass es um interessante bzw. kuriose reale Todesfälle geht - das ist nur teilweise richtig. Zwar werden immer wieder reale Unfälle, auch Todesfälle, hinzugezogen und dienen der Erläuterung (z.B. für den Fall, dass im Flugzeug das Fenster neben mir kaputt ginge oder wenn mir vom Empire State Building ein Baseball auf den Kopf fällt). Aber genauer gesagt wird in vielen Einzelkapiteln der Frage "Was wäre, wenn" nachgegangen, wobei es auch um rein wissenschaftliche Ableitungen bzw. um Hypothesen vor dem Hintergrund des heutigen Stand des Wissens geht (z.B. Was wäre, wenn man auf der Venus ein Picknick veranstalten würde oder die ISS als Startpunkt für Skydiving wählt oder man dem Gegenüber wirklich, also wortwörtlich, die Hand schütteln wollte - was wir physikalisch gesehen offenbar nie tun). Ich fand die Ausführungen interessant, manche Themen nicht ganz so, unterhaltsam präsentiert und durchaus lehrreich.
Dann habe ich noch eine Comic-Biographie gelesen "Feynman - Ein Leben auf dem Quatensprung" von Ottaviani (Text), Leland Myrick (Artwort), Hilary Sycamore (Kolorierung) und Ebi Naumann (Übersetzung ins Deutsche) und war von ihr sehr angetan, weil sie für mich Feynmans Facetten und Humor transportiert hat. Ich mochte die grafische Umsetzung der episodenhaft präsentierten Biographie, z.B. der Vorlesung zur Lehre der Lichts und die Details (gedankliche bunte Formeln, Feynman-Diagramme, Kritzeleien auf einem Blatt ). Was mich leider immer mal wieder herausbrachte war, dass der Comic zwar zeitlich strukturiert war, jedoch zwischen verschiedenen Anekdoten hin und her sprang, wobei eine "Überleitung" oder Verbindung nicht immer greifbar war. Es wirkte leider manchmal dadurch wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen.
Zur Entspannung habe ich außerdem meiner Star-Trek-Leidenschaft gefrönt und zwei Titel gelesen, die sich beide mit dem Mirror-Universum beschäftigen. In dem Roman "Dark Mirror" von Diane Duane wird die die Enterprise D samt Crew in das Mirror Universum gezogen und sieht sich dort einer weiteren Enterpris gegenüber. Und natürlich geht es darum, herauszufinden, wer Schiff und Crew aus welchem Grund ins Mirror-Universum gebracht hat und wie man wieder zurückkommt, denn ein Transporter war dieses Mal nicht beteiligt. Die Interaktionen der Crews und die Charakterisierung fand ich faszinierend, auch die Grundstory, allerdings hatte die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu viel Techno-Babbel. Der Comic "The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr spielt dagegen nach dem Film "Search for Spock", also Star Trek III, und hier haben es Captain Kirk und seine Crew mit dem Mirror-Universum zu tun. Ich fand das Tempo der Geschichte gut und die Hauptstory grundsätzlich auch gut zu Ende gebracht, den nachfolgenden Abschluss allerdings weniger; für mich fühlte sich letzterer nicht richtig an, was mit Captain Kirks Aktionen zu tun hat (mehr will ich hier nicht verraten). Die Zeichnungen... Nun, die Charaktere waren für mich nicht immer deutlich erkennbar und manchmal brauchte ich einen Moment um zu sehen, ob ich gerade mit der Mirror-Crew oder unserer zu tun hatte bzw. in welchem Universum ich mich gerade befand, weil auf der Seite geswitcht wurde. Trotzdem wurde auch hier die Dynamik der Story für mich transportiert.
Ich genieße derzeit den Balkon und meine Lesezeit sehr, wie man hier lesen kann. Und ich hatte trotzdem noch Zeit, mir die Staffel 10 von Doctor Who abends auf DVD anzuschauen. Urlaub ist toll. :) Hm, fünf Neuzugänge der letzten Tage liegen hier noch (zwei Manga, ein Roman, ein Sachbuch, ein Hörbuch) und in der Paketstation sollten die ersten drei Staffeln von "Earth: The final Conflict" liegen. Für Nachschub ist also gesorgt und es geht erst am kommenden Montag, 09.07.18, wieder ins Büro. :)
Da wäre zunächst einmal "Die Stadt und das Mädchen", ein Manga von Jiro Taniguchi. Ich kenne inzwischen ein paar seiner Manga und auch wenn z.B. "Bis in den Himmel" von einem folgenschweren Unfall handelte, so war "Die Stadt und das Mädchen" deutlich anders und dunkler als die mir bislang bekannten Manga. Shiga ist Bergsteiger und lebt in den Bergen. Als Megumi (das titelgebende Mädchen), die Tochter seines verstorbenen Freundes, in Tokio verschwindet, macht er sich auf den Weg in die Stadt, um ihrer Mutter und ihren Großeltern beiseite zu stehen und Megumi zu suchen, auch wenn zwischenzeitlich auch die Polizei die Ermittlungen aufgenommen hat. Ich habe mit Shiga gemeinsam die ihm zwischenzeitlich fremd gewordene (und mir ziemlich vollständig fremde) Stadt und das soziale Leben in ihr nach Hinweisen auf Migumi durchsucht, in der Schule nachgehakt, Mitschülerinnen angesprochen, nach einem Hinweis die Polizei informiert. Gespräche einerseits, die Zeichnungen andererseits, die diese z.B. durch Körperhaltungen und Blicke der Menschen komplettieren, ergaben dabei auch so manche dunkle Szene. Ich empfand das Tempo der Geschichte als drängend, nicht im negative Sinne, und hatte hier ein sehr intensives Leseerlebnis.
In Japan spielte auch "Kirschblüten und Rote Bohnen" von Durian Sukegawa. Sentaro arbeitet in einem Imbiss und verkauft dort Pfannkuchen, die mit roter Bohnenpaste gefüllt sind. Zwar macht er die Pfannkuchen aus Kostengründen selbst, aber die rote Bohnenpaste ist industriell gefertigt. Eines Tages taucht eine alte Frau (Tokue) vor dem Imbiss auf, bietet ihre Arbeitskraft für extrem wenig Geld an und lässt eine kleine Dose mit rotem Bohnenmus da. Wie es mit den beiden weiter geht, warum Sentaro in dem Imbiss handelt und warum Tokue jahrzehntelange Erfahrung mit Bohnenmus hat, erzählt dieser Roman. Auch hier gefiel mir die Erzählart und besonders, wie der Autor das Auf und Ab bei Sentaro beschreibt und durch Tokues Hintergrundgeschichte wurde mir wieder etwas Neues vermittelt. Etwas blass blieben dagegen die Nebencharaktere, besonders über Wakana hätte ich gern noch etwas mehr gelesen. Und, aber das ist ein noch persönlicherer Geschmack, ich mag offensichtliche (und manchmal noch wiederholte) Motivationsreden nicht, die es zwar im klassischen Sinn (ala Lebe Deinen Traum) hier nicht gibt, aber die Andeutungen habe ich wahrgenommen; das ist einfach nicht mein Ding. ;)
Von Jan Böttcher habe ich "Das Kaff" gelesen. Hier kehrt der Architekt Michael aus Berlin in sein Heimatdorf zurück, um dort als Baustellenleiter einen Neubau zu überwachen. Bislang ist Michael ganz gut damit gefahren, dem Kaff den Rücken zu kehren, weg von der Provinz, der Familie, dem Gerede, dem immer gleichen Trott. Nun wohnt er in dem Haus eines Ex-Schulkameraden, der gerade einen langen Familienurlaub macht, geht wieder im Fluss baden, entdeckt alte Orte neu und schaut sich ein lokales Fußballspiel an. Ich mochte, wie sich über weite Teile des Romans Michael entwickelte, was sich in seinen inneren Monologen zeigte. Hier zog er über den Trott her, erinnerte sich daran, was ihn alles störte und warum es in Berlin oder jedenfalls außerhalb des Kaffs für ihn besser ist - und wie er sich dann selbst dabei überrascht, etwas zu tun, was die Gemeinschaft im Kaff betrifft. Es ist dieses Hin und Her, das "ja, aber", das ich als Dorfkind nachvollziehen kann. Den eigenen Weg zu finden in oder aus dieser Gemeinschaft heraus, die dich kennt, die dich hat aufwachsen sehen, die Erwartungen an dich stellt oder von der du annimmst, das sie diese hat, ist nicht immer klar oder einfach.
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler, in dem es anders um ein Leben in einer Gemeinschaft, in einem Bergdorf, geht, hat mich sehr berüht und beeindruckt. In diesem relativ schmalen Büchlein geht es um Andreas Egger, der als kleines Kind Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Hof bei entfernten Verwandten n den Bergen mehr oder weniger abgeladen wird, dort aufwächst, sich verliebt und arbeitet. Ich habe immer wieder an meinen Vater denken müssen, als ich das Buch las, weil er wie Egger jemand war, der erledigte, der sich ümmerte, auch ohne viel zu sagen oder weit auszuholen, der weiter machte, trotz allem.
Auch um Gemeinschaft in einem kleineren Ort ging es in "Anders" von Andreas Steinhöfel. Andreas Steinhöfels Sprache und den im Rahmen der Geschichte wechselnden Stil mochte ich sehr, auch wenn ich mir wünschte, er hätte ganze Fragesätze gebildet, wenn Anders nach Milch fragt. Die Art und Weise, wie der Junge, der vor dem Unfall (v.d.U.) Felix war und sich danach Anders nennt, seine Umgebung wahrnimmt, wird weniger durch Anders selbst präsentiert als mehr durch die Menschen, die mit ihm umgehen: z.B. der Krankenpfleger, der Nachhilfelehrer, die Eltern und die Lehrin, sein Mitschüler Ben. Und zugleich wird durch die Interaktionen mit Anders das Leben dieser Menschen beleuchtet. Schade fand ich dagegen, dass ein Geheimnis so schnell erkennbar ist und dass für mich der Abschluss etwas zu ... kurz gefasst war.
Zwischendurch brauchte ich aber doch mal etwas anderes und so habe ich immer wieder in dem ebook "And then you're dead - The world's most interestings ways to die" von Cody Cassidy und Paul Doherty gelesen. Man könnte den Titel so verstehen, dass es um interessante bzw. kuriose reale Todesfälle geht - das ist nur teilweise richtig. Zwar werden immer wieder reale Unfälle, auch Todesfälle, hinzugezogen und dienen der Erläuterung (z.B. für den Fall, dass im Flugzeug das Fenster neben mir kaputt ginge oder wenn mir vom Empire State Building ein Baseball auf den Kopf fällt). Aber genauer gesagt wird in vielen Einzelkapiteln der Frage "Was wäre, wenn" nachgegangen, wobei es auch um rein wissenschaftliche Ableitungen bzw. um Hypothesen vor dem Hintergrund des heutigen Stand des Wissens geht (z.B. Was wäre, wenn man auf der Venus ein Picknick veranstalten würde oder die ISS als Startpunkt für Skydiving wählt oder man dem Gegenüber wirklich, also wortwörtlich, die Hand schütteln wollte - was wir physikalisch gesehen offenbar nie tun). Ich fand die Ausführungen interessant, manche Themen nicht ganz so, unterhaltsam präsentiert und durchaus lehrreich.
Dann habe ich noch eine Comic-Biographie gelesen "Feynman - Ein Leben auf dem Quatensprung" von Ottaviani (Text), Leland Myrick (Artwort), Hilary Sycamore (Kolorierung) und Ebi Naumann (Übersetzung ins Deutsche) und war von ihr sehr angetan, weil sie für mich Feynmans Facetten und Humor transportiert hat. Ich mochte die grafische Umsetzung der episodenhaft präsentierten Biographie, z.B. der Vorlesung zur Lehre der Lichts und die Details (gedankliche bunte Formeln, Feynman-Diagramme, Kritzeleien auf einem Blatt ). Was mich leider immer mal wieder herausbrachte war, dass der Comic zwar zeitlich strukturiert war, jedoch zwischen verschiedenen Anekdoten hin und her sprang, wobei eine "Überleitung" oder Verbindung nicht immer greifbar war. Es wirkte leider manchmal dadurch wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen.
Zur Entspannung habe ich außerdem meiner Star-Trek-Leidenschaft gefrönt und zwei Titel gelesen, die sich beide mit dem Mirror-Universum beschäftigen. In dem Roman "Dark Mirror" von Diane Duane wird die die Enterprise D samt Crew in das Mirror Universum gezogen und sieht sich dort einer weiteren Enterpris gegenüber. Und natürlich geht es darum, herauszufinden, wer Schiff und Crew aus welchem Grund ins Mirror-Universum gebracht hat und wie man wieder zurückkommt, denn ein Transporter war dieses Mal nicht beteiligt. Die Interaktionen der Crews und die Charakterisierung fand ich faszinierend, auch die Grundstory, allerdings hatte die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu viel Techno-Babbel. Der Comic "The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr spielt dagegen nach dem Film "Search for Spock", also Star Trek III, und hier haben es Captain Kirk und seine Crew mit dem Mirror-Universum zu tun. Ich fand das Tempo der Geschichte gut und die Hauptstory grundsätzlich auch gut zu Ende gebracht, den nachfolgenden Abschluss allerdings weniger; für mich fühlte sich letzterer nicht richtig an, was mit Captain Kirks Aktionen zu tun hat (mehr will ich hier nicht verraten). Die Zeichnungen... Nun, die Charaktere waren für mich nicht immer deutlich erkennbar und manchmal brauchte ich einen Moment um zu sehen, ob ich gerade mit der Mirror-Crew oder unserer zu tun hatte bzw. in welchem Universum ich mich gerade befand, weil auf der Seite geswitcht wurde. Trotzdem wurde auch hier die Dynamik der Story für mich transportiert.
***
Ich genieße derzeit den Balkon und meine Lesezeit sehr, wie man hier lesen kann. Und ich hatte trotzdem noch Zeit, mir die Staffel 10 von Doctor Who abends auf DVD anzuschauen. Urlaub ist toll. :) Hm, fünf Neuzugänge der letzten Tage liegen hier noch (zwei Manga, ein Roman, ein Sachbuch, ein Hörbuch) und in der Paketstation sollten die ersten drei Staffeln von "Earth: The final Conflict" liegen. Für Nachschub ist also gesorgt und es geht erst am kommenden Montag, 09.07.18, wieder ins Büro. :)
Montag, 25. Juni 2018
Nachlesen #1
Mit einer Freundin war ich letzten Samstag in einer Nachbarstadt frühstücken und danach sind wir u.a. in dem kleinen Buchladen gelandet, in welchem ich bereits am Freitag vor einer Woche vier Bücher gekauft habe. Auch dieses Mal bin ich nicht ohne Buch dort herausgekommen, aber dazu später mehr.
Zunächst will ich kurz etwas über "Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen" von Balli Kaur Jaswal erzählen. Protagonistin ist Nikki, eine junge indischstämmige Frau in London, die ihr Jurastuium abgebrochen hat, derzeit in einem Pub jobbt und etwas ziellos ist, was ihr weiteres Leben angeht. Als sie für ihre Schwester Mindi, die eine arrangierte Ehe anstrebt, eine Heiratsannonce im indischen Tempel im Londoner Southall (Little India) ans schwarze Brett heftet, sieht sie ein Stellengesuch für eine Schreibwerkstattleiterin für kreatives Schreiben. Zwar hat sie auch hier keine wirkliche Vorerfahrung, aber sie stellt sich bei Kuhlwinder vor, die diesen Kurs im Gemeinderat durchgesetzt hat. Während Nikki davon ausgeht, dass sie den Kursteilnehmerinnen beibringt, kreativ zu schreiben und Geschichten zu erzählen (wie es die Anzeige dargestellt hat), weiß Kuhlwinder, dass es wortwörtlich darum gehen wird, den Frauen das Schreiben beizubringen. Ich hatte letzten Sonntag geglaubt, ich wüsste, wohin die Reise ginge. Das war so nicht richtig. Wie erhofft, hat die Autorin die Gelegenheit genutzt, in das Leben indischer Frauen (und ein wenig auch der Männer) in der indischen Gemeinschaft in Southall (und auch etwas anderswo) einzutauchen. Die Frauen, die in Nikkis Kurs kommen, sind Witwen - und die meisten von ihnen sind alt genug, um Nikkis Großmutter zu sein, und sie haben andere Vorstellungen von Verhaltensweisen, Auftreten und Mode als Nikki. Ebenfalls nicht unerwartet ist, dass dieser Kurs sowohl die Teilnehmerinnen als auch ihre Kursleiterin von einander lernen lässt. Überraschender ist dann schon, wohin sich der Kurs entwickelt und welche Kreise das zieht. Mir ging durch den Kopf, dass einige der Ereignisse im Roman zu schnell bestimmte Auswirkungen haben (ich denke z.B. an einen Abend mit nachfolgendem Tag bei Kuhlwinder), auch wenn es mich, ehrlich gesagt, während des Lesens nicht länger gestört hat. Es gab bei der Lektüre auch weitere Dinge zu entdecken, wie z.B. dass das Zusammenleben von Mutter und Tochter (beides Witwen) dazu führt, dass letztere aus einer Geschichte der Mutter fast umgehend den richtigen Schluss zieht oder dass u.a. diese Generation von Frauen für sich eine Sprache suchen muss(te), um ihre Bedürfnisse zu artikulieren. Wobei ich mich dann fragen, wie ihr Leben nach der Heirat gewesen ist, wenn sie diese Geschichten erdenken. Ich hätte mir hier gern mehr Details über das Leben der älteren Kursteilnehmerinnen gewünscht; andererseits: Vielleicht entschied die Autorin für ihre Charaktere auch, dass es ihnen leichter fällt, die geheimen Geschichten zu teilen als wirklich Privates. Ich habe den Roman wirklich gern gelesen, auch wenn mich ein, zwei Dinge etwas störten.
Die beiden Bücher, die ich letzten Samstag mitgenommen hatte, habe ich übrigens an dem vergangenen Wochenende bereits durchgelesen. ;)
"Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinksy" von Jean-Paul Didierlaurent ist eine warmherzige Gesichte um den titelgebenden älteren Monsieur Dinsky, die Seniorenhelferin Manelle und dem Thanatopraktiker Ambroise (incl. Großmutter). Es dauerte bis zur Hälfte des Romans, bis man erfährt, welchen Wunsch Monsieur Dinsky konkret hat, aber über diese Zeit lernt man Manelle und Ambroise durch die Art und Weise kennen, wie sie ihren Job machen und mit welchen Menschen sie wie umgehen. Ambroise und seine Großmutter sind mir dabei über den Roman hinweg besonders ans Herz gewachsen; ich fand die Geschichte einfach nett.
Mitgenommen und am gestrigen Sonntagabend beendet habe ich außerdem "Sturm" von Uwe Laub, in dem es um extreme Wetterphänomene geht, die weltweit auftreten: Ein Tornade in Berlin, ein verdampfender See in Australien, auftauender Permafrostboden in Sibirien. Leider hat mich dieser Thriller nicht so mitgenommen, wie gehofft. Für meinen Geschmack wurde zu schnell aufgedeckt, um was es in dem Roman geht mit dem Ergebnis, dass die Hälfte der Spannung für mich weg fiel und nur noch die Spannung im Sinne von "der Weg ist das Ziel" übrigblieb. Für mich waren auch die fachlichen Ausführungen etwas zu technisch bzw. ich kam nicht so recht mit. Versteht mich nicht falsch: Ich fand die Geschichte noch immer interessant - sonst hätte ich deutlich länger für den Roman gebraucht :) -, aber ich glaube auch, dass der Autor hier etwas Potential verschenkt hat.
Tja, soviel zu den letzten drei von mir gelesenen Büchern. Recht nah neben mir liegen derzeit meine letzten beiden Neuzugänge: "Das Kaff" von Jan Böttcher und "Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi (ein - wie es sich gehört ;) - von hinten nach vorn zu lesender Manga). Mal schauen ... :)
Zunächst will ich kurz etwas über "Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen" von Balli Kaur Jaswal erzählen. Protagonistin ist Nikki, eine junge indischstämmige Frau in London, die ihr Jurastuium abgebrochen hat, derzeit in einem Pub jobbt und etwas ziellos ist, was ihr weiteres Leben angeht. Als sie für ihre Schwester Mindi, die eine arrangierte Ehe anstrebt, eine Heiratsannonce im indischen Tempel im Londoner Southall (Little India) ans schwarze Brett heftet, sieht sie ein Stellengesuch für eine Schreibwerkstattleiterin für kreatives Schreiben. Zwar hat sie auch hier keine wirkliche Vorerfahrung, aber sie stellt sich bei Kuhlwinder vor, die diesen Kurs im Gemeinderat durchgesetzt hat. Während Nikki davon ausgeht, dass sie den Kursteilnehmerinnen beibringt, kreativ zu schreiben und Geschichten zu erzählen (wie es die Anzeige dargestellt hat), weiß Kuhlwinder, dass es wortwörtlich darum gehen wird, den Frauen das Schreiben beizubringen. Ich hatte letzten Sonntag geglaubt, ich wüsste, wohin die Reise ginge. Das war so nicht richtig. Wie erhofft, hat die Autorin die Gelegenheit genutzt, in das Leben indischer Frauen (und ein wenig auch der Männer) in der indischen Gemeinschaft in Southall (und auch etwas anderswo) einzutauchen. Die Frauen, die in Nikkis Kurs kommen, sind Witwen - und die meisten von ihnen sind alt genug, um Nikkis Großmutter zu sein, und sie haben andere Vorstellungen von Verhaltensweisen, Auftreten und Mode als Nikki. Ebenfalls nicht unerwartet ist, dass dieser Kurs sowohl die Teilnehmerinnen als auch ihre Kursleiterin von einander lernen lässt. Überraschender ist dann schon, wohin sich der Kurs entwickelt und welche Kreise das zieht. Mir ging durch den Kopf, dass einige der Ereignisse im Roman zu schnell bestimmte Auswirkungen haben (ich denke z.B. an einen Abend mit nachfolgendem Tag bei Kuhlwinder), auch wenn es mich, ehrlich gesagt, während des Lesens nicht länger gestört hat. Es gab bei der Lektüre auch weitere Dinge zu entdecken, wie z.B. dass das Zusammenleben von Mutter und Tochter (beides Witwen) dazu führt, dass letztere aus einer Geschichte der Mutter fast umgehend den richtigen Schluss zieht oder dass u.a. diese Generation von Frauen für sich eine Sprache suchen muss(te), um ihre Bedürfnisse zu artikulieren. Wobei ich mich dann fragen, wie ihr Leben nach der Heirat gewesen ist, wenn sie diese Geschichten erdenken. Ich hätte mir hier gern mehr Details über das Leben der älteren Kursteilnehmerinnen gewünscht; andererseits: Vielleicht entschied die Autorin für ihre Charaktere auch, dass es ihnen leichter fällt, die geheimen Geschichten zu teilen als wirklich Privates. Ich habe den Roman wirklich gern gelesen, auch wenn mich ein, zwei Dinge etwas störten.
Die beiden Bücher, die ich letzten Samstag mitgenommen hatte, habe ich übrigens an dem vergangenen Wochenende bereits durchgelesen. ;)
"Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinksy" von Jean-Paul Didierlaurent ist eine warmherzige Gesichte um den titelgebenden älteren Monsieur Dinsky, die Seniorenhelferin Manelle und dem Thanatopraktiker Ambroise (incl. Großmutter). Es dauerte bis zur Hälfte des Romans, bis man erfährt, welchen Wunsch Monsieur Dinsky konkret hat, aber über diese Zeit lernt man Manelle und Ambroise durch die Art und Weise kennen, wie sie ihren Job machen und mit welchen Menschen sie wie umgehen. Ambroise und seine Großmutter sind mir dabei über den Roman hinweg besonders ans Herz gewachsen; ich fand die Geschichte einfach nett.
Mitgenommen und am gestrigen Sonntagabend beendet habe ich außerdem "Sturm" von Uwe Laub, in dem es um extreme Wetterphänomene geht, die weltweit auftreten: Ein Tornade in Berlin, ein verdampfender See in Australien, auftauender Permafrostboden in Sibirien. Leider hat mich dieser Thriller nicht so mitgenommen, wie gehofft. Für meinen Geschmack wurde zu schnell aufgedeckt, um was es in dem Roman geht mit dem Ergebnis, dass die Hälfte der Spannung für mich weg fiel und nur noch die Spannung im Sinne von "der Weg ist das Ziel" übrigblieb. Für mich waren auch die fachlichen Ausführungen etwas zu technisch bzw. ich kam nicht so recht mit. Versteht mich nicht falsch: Ich fand die Geschichte noch immer interessant - sonst hätte ich deutlich länger für den Roman gebraucht :) -, aber ich glaube auch, dass der Autor hier etwas Potential verschenkt hat.
Tja, soviel zu den letzten drei von mir gelesenen Büchern. Recht nah neben mir liegen derzeit meine letzten beiden Neuzugänge: "Das Kaff" von Jan Böttcher und "Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi (ein - wie es sich gehört ;) - von hinten nach vorn zu lesender Manga). Mal schauen ... :)
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