In einer fernen Zukunft hier auf der Erde leben die Menschen in der achten Eiszeit. Die Handlung des Manga "Ice Age Chronicle of the Earth - 1. Nunatak, die Eisinsel" von Jiro Taniguchi beginnt auf der Eisinsel Nunatak, auf der sich die unterirdische Mine Tarpa befindet. Diese Mine wird von einem weiter auswärts gelegenen Logistikzentrum mit Materialien und Nahrungsmitteln versorgt und die Verbindung zu der im Äquatorbereich liegenden Stadt Abyss hält. Dorthin, in Äquatornähe, haben sich die Menschen zurückgezogen. In diesem ersten Teil des zweiteiligen Manga geht es darum, dass sich die Wetterbedingungen unvorhersehbar rasant verschlechtern, was dazu führt, dass die dringende Nahrungsmittel-Lieferung verloren geht und eine Evakuierung scheitert, sodass ein Teil der Arbeiter, u.a. der junge Tekaru, versuchen, das Logistikzentrum aus eigener Kraft zu erreichen.
In "Ice Age Chronicle of the Earth - 2. Abyss, die Labyrinthenstadt" wird die Geschichte um Tekaru und seine Begleitung weiter erzählt, viel mehr will ich hier nicht verraten.
Was ich allerdings zu diesen Manga sagen möchte ist, dass ich zwar beide mit Interesse gelesen habe und das Grundkonzept auch faszinierend fand, sie mich aber leider nicht überzeugten. In einem Nachwort schreibt Taniguchi über die Entstehung der Geschichte und gibt selbst an, dass einige Rätsel ungelöst geblieben sind und er vielleicht in diese Welt zurückommen könnte. Dies ist leider nicht passiert, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es geholfen hätte, bestimmte Aspekte (z.B. im Zusammenhang mit einem Armreif) zu erläutern oder u.a. Tekaru stärker charakteristisch herauszuarbeiten.
Während meiner Radtour am letzten Donnerstag habe ich dann auch das audiobook "Mythos - The Greek Myths Retold" by Stephen Fry zu Ende gehört. Er erzählt eine Vielzahl griechischer Sagen von der Schöpfung, den Titanen, den Olympiern und ihren Eskapaden, von Liebes- und anderen Geschichten der Götter und Menschen nach. Und wie er sie nacherzählt, in Prosa mit Dialogen. Sie werden auf neue Art lebendig und unterhaltend.Wer kann, sollte das Buch im Original hören, Stephen Fry ist einfach ein wunderbarer Darsteller.
Außerdem habe ich "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Frilund gelesen. Protagonistin ist Linda, einem Teenager, die mit ihren Eltern in einem Wald/Seegebiet von Minnesota lebt und dort eine junge Familie kennenlernt. Sie wird als Kindersitterin für den kleinen Paul. Das Buch zirkelt um
neben Erziehung und Identität besonders um Entscheidungen und Verantwortung. Zwar habe ich das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre, dass ein paar zu viele Aspekte in den Roman eingeführt wurden. Aber es gab viele intensive Lesemomente, besonders im Zusammenhang mit der Erkrankung von Paul und dem Umgang der Eltern mit ihm und auch Lindas Umgang mit ihm.
Außerdem habe ich "Augustas Garten" von Andrea Heuser über skoobe gelesen. Die fünfjährige Augusta glaubt, dass sie und ihre Mutter nur über eine kurze Zeit zu Besuch bei Eduard sind, den sie nicht besonders mag. Wenn sie ihre Mutter fragt, wann sie wieder nach Hause zu Papa fahren, hört sie immer nur "bald". Die Geschichte um Augusta und ihre Mutter Barbara hat mich trotz einer etwas mäandernden Erzählweise berührt, u.a. weil die Autorin es in meinen Augen schaffte,sich nachvollziehbar in Augusta hineinzuversetzen und ihre drei Hauptbezugspersonen, Mutter, Vater und Eduard, so zu charakterisieren, dass zwar die Beziehungen untereinander kompliziert aber nicht "antagonistisch" sind.
Zum Abschluss habe ich außerdem über skoobe noch "Späte Rache rostet nicht" von Iris Willing gelesen. Das Buch startet damit, dass Barbara in eine Seniorenresidenz einzieht und einen Schreibkurs startet, weil wie definitiv nicht Handarbeit betreiben will und beginnt, sich zu langweilen. Thea, die am gleichen Tag wie Barbara einzog, sowie die schon länger dort wohnenden Elisabeth und Frida treten bei. Als sie in diesem Schreibkurs zum Punkt Beziehung/Ehe kommen, merken sie, dass sie alle vier hier an etwas zu knapsen haben. Also kommen sie auf die Idee, ihren Expartnern Denkzettel zu verpassen. Ich fand die vier Damen unternehmungslustig und ihre Geschichte hat mich am Sonntag gut unterhalten.
Wie Ihr sehen könnt, habe ich meine sieben Urlaubstage, oder besser gesagt die 11 Kalendertage, intensiv zum Lesen genutzt und mich dabei sehr entspannt. Meine Auswahl - es handelte sich überwiegend um aktuelle Neuerwerbungen - war bunt gemischt und Pech hatte ich mit keinem der Bücher; die drei Highlights waren übrigens das audiobook von Stephen Fry, der Manga "Die Stadt und das Mädchen" sowie der Comic über Richard Feynman. Und hier kommt einfach mal die Liste aller in der Zeit vom 28.06.2018 bis heute 08.07.2018 gelesener Bücher:
"Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi, Manga
"Das Kaff" von Jan Böttcher
"Star Trek: The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr, Comic
"Dark Mirror" von Diane Duane
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethalter
"Anders" von Andreas Steinhöfel
"Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa
"An Then you're dead: the world's most intereting ways to die" von Cody Cassidy
"Feynman - Ein Leben auf dem Quantensprung" von Jim Ottaviani, Comic
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 1" von Jiro Taniguchi, Manga
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 2" von Jiro Taniguchi, Manga
"Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Friedlund
"Augustas Garten" von Andrea Heuser
"Späte Rache rostet nicht" von Iris Welling
und die restlichen ca. 60 % gehört: "Mythos: The Greek Myths retold" by Stephen Fry
Deine Meinung zu "Ice Age Chronicle of the Earth" finde ich spannend. Der Titel hat mich bislang nicht gereizt, weil ich mir sicher war, dass seine Werke ab dem "Spazierenden Mann" eher meinen Geschmack treffen - sieht so aus, als ob ich recht gehabt hätte. ;)
AntwortenLöschen"Späte Rache rostet nicht" und "Augustas Garten" klingen nett, während mich "Eine Geschichte der Wölfe" trotz mehrere begeisterter Rezensionen nicht lockt.
Alles in allem klingt es, als ob du wunderbar erholsame und abwechslungsreiche Lesetage in deinem Urlaub gehabt hättest! Ich hoffe, diese Erholung hält noch ein paar Tage an - ich fand es schön, wieder ein bisschen mehr von dir zu lesen in dieser Zeit! :)
Konstanze, es tut mir leid! Ich wollte am Abend des 09.07. antworten, nur um heute festzustellen, dass der Kommentar noch immer im Postfach zur Beantwortung lag. :/
Löschen"Ice Age Chronicle of Earth" hat mich vom Plot her sehr interessiert. Schade, dass es daran hier spürbar doch haperte, für mich wurde hier viel Potential verschenkt, denn die Ideen z.B. im Zusammenhang mit der achten (!) Eiszeit, die Zentralisierung (der Zentralcomputer wird z.B. "Große Mutter" genannt, ein Client (?) "kleine Schwester"), die Art, wie sich die Natur zu Tekuros Lebzeiten verändert etc. sind spannend. Die faszinierenden Zeichnungen reißen das nicht heraus.
Nach einer Woche und obwohl jetzt wieder drei Anwälte im Haus sind kann ich sagen, dass derzeit der Erholungseffekt noch da ist. Hoffen wir, dass das noch etwas so bleibt. :)
Ach, das macht doch nichts. Irgendwann kommt von dir doch eine Antwort. :)
LöschenVielleicht hätte die Geschichte deutlich länger erzählt werden müsse, wobei er dann bei seiner relativ langsamen Zeichenweise dann vermutlich sehr, sehr lange an diesem einen Projekt gesessen hätte.
Sehr schön! Ich drücke die Daumen! :)
Ja, die zwei Bände waren nicht ausreichend für diese Geschichte; ich glaube, das hat auch Jiro Taniguchi geahnt odere gewusst.
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