Sonntag, 18. November 2018

Lesesonntag im November 2018

Ich habe seit meinem letzten Post in diesen Blog nicht sehr viel gelesen und auch nur ein Buch beendet (vermutlich auch nur deswegen, weil ich mir vorgenommen hatte, eines meiner neuen Bücher erst zu beginnen, wenn ich eins beendet habe *g*).  Mit Harry Potter und dem Orden des Phönix bin ich noch beschäftigt. "The Witch's Boy" lese ich langsamer, als es für ein Buch dieser Art für mich üblich ist (ging mit bei "The Girl who drank the moon" übrigens ebenso) und genieße so auf langsame Art und Weise Neds Reise (ein Wolf!). Das Frühstückskapitel in "A million years ..." ist gelesen und ich bin um ein paar Informationen u.a. über Schinken im alten Ägypten und Brot auf Gemälden des 18. Jahrhunderts reicher. "The Ghost Bride" habe ich beendet: Zwar hätte die Geschichte für mich an ein paar Stellen etwas zügiger sein können und ich hätte sehr gehr mehr Details über die die neun Richter der Hölle und das Zusammenwirken mit den übrigen Behörden erfahren, aber ich mochte die Geschichte um Li Lan trotzdem, der vorgeschlagen wird, den toten Sohn einer angesehenen Familie zu heiraten, der auch noch in ihre Träume eindringt und Li Lan veranlasst, Rat und Hilfe eines Mediums anzunehmen (was weitere Probleme aber auch Möglichkeiten mit sich bringt).

Wie oben schon angedeutet, sind bei mir in der vorletzten Woche einfach so ein paar Bücher eingezogen. 


ein hoffentlich magisch-mythisches Kurzgeschichtenbuch, ein Roman mit asiatisch-historischem Hintergrund ein Märchenbuch mit interessanten Illustrationen, eine coming-of-age-Graphic-Novel, die Abenteuer einer Auszubildenden in Comic-Form und die zweibändige Cmic-Geschichte eines wartenden Schlosses. 

In der letzten Woche trudelte danna uch noch  Jasper Ffordes "Eiswelt" ein, das mich mit seinem Umfang, auf den ich gar nicht weiter geachtet hatte (656 Seiten!), etwas überrascht hat. :) 

Mal sehen, wozu ich als erstes greife.

Update ca. 12.00 Uhr.

Zwischen nach meinem für meine Verhältnisse späten Frühstück, dem Waschmaschine bestücken und Aufräumarbeiten in Küche und Wohnzimmer habe ich in drei der Neuzugänge hineingeschaut.

In "Baba Yagas Assistant" gibt Baba Yaga eine Anzeige auf, weil sie eine Hilfe braucht, magische Fähigkeiten wären ein Bonus, sind aber nicht zwingend (ich war also mit "Ausbildung" viell. etwas voreilig). Masha, ein Teenager, ist mit Geschichten über die Baba Yaga groß geworden und Mashas Großmutter erzählte von ihrer eigenen Begegnung mit der Hexe. Mashas Mutter ist vor längerer Zeit verstorben und hat ihren Ehemann, Masha und die Großmutter zurückgelasssen. Nun ist auch letztere verstorben und Mashas Vater hat jemand Neuen kennengelernt. Ich mag, wie bereits auf den ersten ca. 15 Seiten (von 126) Autorin einerseits und Illustratorin andererseits verdichtet durch Gespräch und Illustration die familiären Beziehungen zeigen und auch, welches Problem Vater und Tochter haben.

"Castle waiting" ist komplett in schwarz weiß gehalten und das erste Kapitel erzählt, glaube ich, die "Vorgeschichte", die u.a. deutliche Anlehnungen an Dornröschen hat. Der König sucht die weisen Frauen auf ("Of course, they were witches!"), weil er und seine Königin kein Kind bekommen können, und wird dabei von einem Spion der 13. Schwester belauscht, die sich mehr auf die schwarze Magie konzentriert hat und anderweitig lebt. Wie ihre Schwestern möchte sie schon, dass die Hexenkunst offiziell anerkannt wird, allerdings kommt bei ihr auch Neid hinzu und die Befürchtung, ihren Ruf zu verlieren, wenn die Schwestern ein echtes Baby bewirken können, während sie nur mit Wechselbälger "arbeiten" kann. Es kommt wie es kommen muss - eine Tochter wird geboren, die Segnungen werden ausgesprochen, ein Fluch zum 15. Geburtstag, eine Abwandlung durch die Hexe Nr. 12 (100 Jahre Schlaf) und die Anordnung, alle Spindeln etc. im Land zu vernichten. Dankenswerterweise erklärt sich Rumpelstielzchen bereit, einmal im Jahr alles notwendige zu spinnen (auf Drängen der Hexe gegen Bezahlung in Silber, nicht mit einem Kind, alte Gewohnheiten seien schwer zu durchbrechen), aber trotzdem wenden sich die Bewohner des Landes gegen die 12 Schwestern, die daraufhin das Königreich verlassen mit der Hoffnung von Hexe Nr. 12, die dem Kind eigentlich Weisheit wünschen wollte, dass die Königstochter wirklich jemanden haben wird, der für sie weise ist ... (Ende Kapitel! Nr. 1 auf Seite 30 von 417).  Ich mag den Ton und die Zeichnungen!


Außerdem habe ich die ersten zwei Kurzgeschichten von "Away-Land" gelesen. In der ersten füllt ein Zyklop eine Online-Dating-Anzeige aus, in der zweiten wird eine Mutter , die zurück in ihr Heimatland gezogen ist und die zwei Töchter und den Mann in den Staaten zurückgelassen hat, "weniger" - was eine Tochter dazu bewegt, zu ihr zu fliegen. Für mich geht es in beiden Geschichten, auch in der ersten, um die Kinder-Eltern-Beziehung mit Augenmerk auf das Kind, und den Versuch, zu einem Elternteil Nähe (wieder) aufzubauen bzw. aufrechtzuerhalten. Erstaunlich, wie sehr das letzte "Bild" in der zweiten Geschichte zu mir spricht in Bezug auf das Verhältnis, das ich zu meiner Mutter hatte. Den Stil der Autorin würde ich momentan als lyrisch-prosaisch-intellektuell bezeichnen, falls das Sinn ergibt. ;)

Mein Problem ist gerade, dass ich jetzt am liebsten in allen drei Büchern weiterlesen möchte und neugierig auf die übrigen Neuzugänge bin (wenigstens rutscht der zweite Band von "Castle Waiting" zwangsläufig weit ans Ende). Was mache ich denn nun?

Update ca 16.15 Uhr
Einen kleinen Mittagsschlaf später war (ich ausgeruht genug, um) das  Baba Yaga-Buch (zu Ende zu lesen *g*) ausgelesen und ich mochte es sehr. Die Tests, die Masha zu absolvieren hat, um ihren Wert als Assistentin zu beweisen, werden unterbrochen von Erinnerungen an Geschichten über die Baba Yaga -  im "russischen" Stil gezeichnet - und stilistisch ebenfalls anders als die Hauptgeschichte von Erinnerungen an die Zeit mit ihrer Großmutter.

Ich habe danach zu dem Pullmann-Grimms-Märchen-Buch gegriffen. Pullman erzählt hier weder wirklich neu, noch nach (es sind 50 ausgewählte Märchen). Ihm geht es, wie er im Vorwort erklärt, darum, wie er diese Märchen selbst anderen weiter erzählen würde. Er geht im Vorwort näher darauf ein, dass Märchen z.B. kein "Text" wie ein literarischer Text seien, sondern schon in der von den Gebr. Grimm erfassten Form von den im Umlauf befindlichen unterschieden, dass in weiteren Auflagen eine Bearbeitung erfolgte, dass Grimm nicht die einzigen waren, die diese Märchen in ihren Ausprägungen sammelten und dass, jedenfalls entnehme ich dies dem Vorwort, sie in ihrer Grundstruktur überleben und zugleich lebendig und wandelbar sind. Die Illustrationen beschränken sich leider - soweit ersichtlich - nur auf ein Bild pro Märchen; nach dem einen Satz im Vorwort zu gehen, könnte man übrigens davon ausgehen, dass die Illustrationen nicht nur in der deutschen Ausgabe sind. Ich verstehe dann nur nicht, warum Shaun Tan dann als Illustrator nicht auch erwähnt wird... Im Übrigen habe ich bemerkt, dass ich offenbar die Grimmschen Hausmärchen schon lange nicht mehr in der Hand hatte. Zwar war mir "Der Eiserne Heinrich" und "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" bekannt, aber z.B. "Katz und Maus in einem Haus" sagte mir gar nichts und bei "Der treue Johannes" kam ich erst während der beschriebenen Rückreise darauf, dass ich die Geschichte irgendwie kenne. ;) Märchenstunde.

Außerdem habe ich eine weitere Geschichte aus "Awayland" gelesen, in der in einer Stadt ein Tag der Liebe ausgerufen wird und für 9 Monate später ein Auto in Aussicht gestellt wird für die Frau, die als erste am konkreten Tag ein Kind zur Welt bringt. Die Story selbst beschäftigt sich im Wesentlichen mit einer schwangeren Frau (ihr ehemann und eine weiteres Paar sowie der  Bürgermeister spielen eine Nebenrolle) und ich fand sie - die Story - eher merkwürdig und etwas dröge.


Merlin war der Ansicht, ich sollte mich eher um ihn als um diesen Beitrag kümmern, das habe ich auch fix gemacht, deswegen habe ich 5 Minuten länger gerade gebraucht. :)

letztes Update heute, ca 20.00 Uhr
Ich habe noch drei weitere Märchen gelesen - Die zwölf Brüder, Brüderchen und Schwesterchen, Rapunzel - und habe aus Pullmans Anmerkungen entnommen, wo er hier Veränderungen vorgenommen hat und dass Rapunzel in anderen Sprachen nicht auf Feldsalat/Rapunzel, sondern auf Pesinette/Prezzemolina, zu deutsch, Petersilie verweist, welches die Frau haben will, und wodurch der Grund für das Begehren ein deutlich anderer wird.

Eine Anmerkung zu den Illustrationen: Es sind jeweils Fotos von Plastiken, die Shaun Tan gestaltet hat und alle, die ich bislang gesehen habe, würde ich mir zu Hause hinstellen; selbst die Katze/Maus/Haus-Statue (arme Maus!). ;)

Außerdem habe ich auch noch eine der Kurzgeschichten aus Awayland gelesen. Die Autorin erzählt hier von der weiteren Tochter der Frau, die in der zweiten Kurzgeschichte eine Rolle spielt ("Verschwinden") und die mit ihrem Lebensgefährten fortgeht, ebenfalls auf einen anderen Kontinent. Ich lag mit "magisch-mythologischen" Kurzgeschichten in der Einschätzung offenbar falsch, denn nur die erste Story hatte definitiv einen mythologischen Hintergrund und bei der zweiten ... Nun, man kann sie magisch lesen, muss man aber nicht, denn die Tochter kann durchaus zu ihrer lebenden Mutter geflogen sein, die verschwindet - oder aber um nach dem Tod der Mutter alles vor Ort zu regeln und den Haushalt aufzulösen. Die übrigen Geschichten sind in unserer Realität verwurzelt.

Ich habe im Anschluss erst einmal eine Suppe zusammengerührt (mit frischem Suppengrün und - hehe! - Kartoffeln, jawohl) und schon einen Teil zu Abend gegessen. Der Kater ist versorgt und die Wäsche zusammen gelegt. Nebenher habe ich die restlichen ca. 30 Minuten von "Harry Potter & the Prizoner of Azkaban" geschaut; den Film hatte ich bereits gestern begonnen. Ich vermute, ich werde mir nachher den 4. Film anmachen und dann auch alsbald in die Koje wandern. Die Nacht wird früh genug vorbei sein.

Ich mag die Lesesonntage. Vermutlich werde ich keinen extra Post im Dezember machen, weil der Lesesonntag mit Arianas Adventslesen zusammenfällt - das geht am ersten Adventswochenende los und ich gehe davon aus, dass Ihr spätestens dann wieder hier von mir hören werdet. :)