Dienstag, 7. Januar 2020
Konstanzes Sachbuch-Challenge 2020 - Ich war noch niemals auf Saturn von Michael Büker
In "Ich war noch niemals auf Saturn" nimmt Michael Büker mich mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem, dann weiter in die Milchstraße und wir werfen auch einen Blick auf andere Galaxien und das Universum und ich muss sagen, mit Ausnahme eines Teilbereiches, den ich ein wenig ermüdend fand (zum Ende hin im Zusammenhang mit den Erläuterungen zur Maßeinheit Parsec und ein wenig auch im Zusammenhang mit Pulsar-Radiomessungen), war es eine gleichermaßen informative wie unterhaltsame Reise.
Michael Büker versteht es, aus einer Masse an Informationen nicht nur die für ein populäres Sachbuch ausreichende Menge herauszupicken, sondern diese dann auch verständlich zu verpacken und darzulegen. Es sind in diesem Buch eine Reihe bemerkenswerter Analogien zu finden. So scheut er nicht, die auf den Saturnmond Io durch die - ich verallgemeinere mal - Nachbarobjekte wirkenden Gezeitenkräfte damit zu vergleichen, dass ein Elternteil mit zwei Kindern in den Supermarkt geht und dann vom ersten Kind auf der einen Seite zum Süßigkeiten- und vom zweiten Kind auf der anderen Seite zum Spielzeugregal gezogen wird. Auch eine Papiertonne erhält einen Auftritt. Und Fußballspiele, Filme oder Parks werden als Beispiele herangezogen, um örtliche oder zeitliche Größen in einen vorstellbaren Rahmen zu bekommen.
Es gab eine Menge zu lesen und zu erfahren, ob es nun z.B. um die Gasriesen in unserem Sonnensystem geht oder warum auch Zwergplaneten spannend sein können, welche Arten von Sternen wir derzeit kennen und wie ihr Lebensende ausschaut, wie auf der Erde mal zufällig mal geplant die Forschung voranschreitet oder wie man Erkenntnisse gewinnt über nicht sichtbare Phänomene. Es gab innerhalb von manchen Kapiteln kurze Zusammenfassungen, die sich für mich aber nicht redundant anfühlten, sondern als hilfreiches Bündeln vieler Informationen. Einmal wählte Büker dabei die Form eines Bühnendramas - mal was anderes.
Ich habe das Buch nun erst ca. 3 Jahre nach Veröffentlichung gelesen. Seitdem sind Ereignisse, die Michael Büker in seinem Buch an geplanten bzw. stattfindenden Forschungen anschneidet, sogar eingetreten, z.B. das "Foto" vom schwarzen Loch in der Galaxie M87. Vor diesem Hintergrund ist sein Buch daher ein wenig out of date. Mich stört das aber in keiner Weise. Michael Büker ist seine Faszination und Begeisterung für die Physik im Allgemeinen und die Astrophysik im Besonderen in seinen Texten anzumerken - übrigens auch im Podcast und ebenso seinem dort ebenfalls mitwirkenden Kollegen, dem Teilchenphysiker Johannes Kückens -. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die sich bislang vielleicht nicht oder kaum für Astrophysik interessieren, hierdurch angeregt und neugierig gemacht werden und vielleicht angesprochenen Themen und Sonden im Netz recherchieren. Vielleicht geht es auch mal in die nächste Sternwarte oder besucht einen Sternenpark (Eifel, Rhön, Westhavelland).
14 Kommentare:
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Wie schön, das es dir gefallen hat! Bei mir ist es zwar schon etwas her, das ich es las, aber ich kann mich noch an die Begeisterung erinnern, die der Autor für sein Fachgebiet ausstrahlte. Ich war danach tatsächlich übrigens auf einer Sternwarte - Mission erfüllt, täte ich sagen. ;)
AntwortenLöschen@Helma
LöschenDas steht bei mir noch aus. Ich war also noch niemals auf Saturn und auch noch niemals auf einer Sternwarte. Möchte ich aber auf Dauer einmal - also auf die Sternwarte. :D
So interessant ich Chemie finde (auch wenn ich mich in den letzten Jahren kaum damit beschäftigt habe), so wenig interessiert mich Physik inklusive des Aufbaus des Universums - und das trotz der thematischen Überschneidungen zwischen den beiden Bereichen. Aber wenn ich doch mal mit mir ringen sollte, ob ich nicht mehr darüber lesen sollte, werde ich schauen, ob ich ein Sachbuch von dem Autor finde. Die von die genannten Beispiele klingen schon mal unterhaltsam und anschaulich. :)
AntwortenLöschenSchön, dass du dich mit diesem Sachbuch so gut unterhalten gefühlt hast (und gratuliere zur ersten Challenge-Rezension)!
@Konstanze
LöschenDanke *knicks* :)
Für mich ist Chemie das Buch mit sieben Siegeln und ich nehme entsprechende Ausführungen in Büchern hin - und vermutlich ist das auch der Grund, warum ich nicht auf die Idee komme, einen Chemie-Podcast o. einen Youtube-Chanel verfolge oder zu dem Buch einer gewissen Chemikerin zu greifen. ;)
Vielleicht liegt es daran, dass ich in Chemie (und Biologie) in der Regel gute Lehrerinnen hatte, während ich in Physik auf die Lehrer traf, mit denen ich im Sport- oder Erdkundeunterricht schon nicht zurecht kam, aber das eine liegt mir so viel mehr als das andere. *g* Lustig, dass es bei dir genau andersrum ist.
LöschenIch glaube, den Youtube-Kanal könntest du auch unterhaltsam finden - wenn du denn mit ihrer Sprechweise zurecht kommst, was ich nicht beurteilen kann. Momentan gibt es aber sowieso erst einmal eine Babypause bei den Videos. *g*
@Konstanze
LöschenIch glaube, ich habe sogar schon von ihr ein Youtube-Video gesehen *grübel* Meine Chemielehrer in der allgemeinbildenden Schule war nicht sehr gut, er konnte sich in der Klasse auch nicht wirklich behaupten; in der Abi-Schule war dann mein Interesse mangels Vorwissen zu diesem Zeitpunkt bereits weg, weshalb ich dem Unterricht nur halbherzig folgte.
Mein großes Glück vor dem Abi war, dass ich nicht nur für diese drei Jahre die Schule wechselte, sondern parallel auch noch eine Ausbildung gemacht habe. Durch die zusammengewürfelte Struktur in der Klasse haben wir im ersten Jahr eigentlich alle Grundlagen noch einmal im Schnelldurchlauf durchgenommen, so dass wir - unabhängig von welcher Schule wir kamen - die gleiche Basis für Abitur und Ausbildung hatten. Das hat mir auch in Chemie geholfen, da mein Chemieunterricht zwar auch vorher schon interessant, aber (auch wieder dank Schulwechsel) recht lückenhaft war.
LöschenDieses Buch steht bei mir seit Hermias Rezension damals auch auf meiner Liste und ich hoffe, dass ich es dieses Jahr endlich mal lesen werde. Deine Rezension macht mir auf jeden Fall wieder Lust drauf. Dass es inzwischen in manchen Aspekten ein wenig "out of date" ist, wird mich wohl eher nicht stören.
AntwortenLöschen@Neyasha
LöschenIch fand das mit dem nicht mehr so ganz "jahresaktuell" auch nicht so schlimm, zumal problemlos im Netz zu aktuellen Ergebnissen und Sonden recherchiert werden kann.
Sag mal, Du als Natira.... kann das sein, dass Du diesen Podcast über Audible hörst? Ich suche mir hier seit Wochen den Wolf, so lange, wie Du schon davon schwärmst, nur um festzustellen, dass ich als Nicht-Audible-Hörerin offenbar eine Ausgestoßene bin und so nie mein physisches Wissen erweitern kann... *grump*
AntwortenLöschen@Jed
Löschen*räusper* ... ja, das ist ein kostenloser Podcast für Audible-Kunden. ups.
Aber wer weiß, vielleicht testet Du ja Audible mal aus?
*grumpf*
LöschenIch denke eher gerade über BOOKBEAT nach.
LöschenIch habe gerade mal Bookbeat gegoogelt vor dem Hintergrund Deines Lese-Sonntagsposts. Das ist auch ein interessantes Konzept, das ich von Netlfix und skoobe kenne, allerdings wird dort mein Zugriff nicht auf 25 h bzw. etwas ähnliches begrenzt. Ich kann zwar nicht unendlich viele Bücher bei skoobe gleichzeitig ausleihen, aber grundsätzlich so viele wie ich will. Dennoch für 19,90 unbegrenzt so viel hören wie man will ist natürlich auch etwas, besonders, wenn man viel austesten oder wirklich viel hören will...
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