Sonntag, 17. Februar 2019

Lesesonntag im Februar 2019

Guten Morgen! Dass ich gestern so früh in die Koje gegangen bin, weil ich so müde war, bewirkte, dass ich heute um 4 Uhr wach war. Das war so nicht geplant, aber nun. Ich habe mir dann gegen halb fünf nach einem halbstündigen Einschlafversuch einen Kaffee gemacht und meinen hungrigen Magen mit einer Scheibe Toastbrot beruhigt, während ich ein wenig im Netz unterwegs war, um ein oder zwei Clips über alte Windows-Computer (3.11 und 95) zu schauen, weil ich - aus welchen Gründen auch immer - an die Zeit denken musste, als ich meine ersten Pentium-Computer zu Hause hatte. Irgendwann sind mir aber dann doch noch einmal die Augen zugefallen, aber jetzt, zu halb sieben, ist der nächste Pott Kaffee neben mir. ;)

Am Mittwoch habe ich auf einer kurzen Bahnfahrt mit "The Chrysalids" von John Wyndham angefangen, einem dystopischen Roman, der offenbar nach einer Nuklearkatastrophe spielt, die zu Mutationen geführt bei Flora und Fauna (incl. Mensch) geführt hat. Das Taschenbuch liegt schon etwas länger bei mir - ich hatte es mir zusammen mit "Day of the Triffids" vor ein oder zwei Jahren gekauft. Rausgekramt hatte ich es, nachdem ich vor kurze auf Skoobe die deutsche Übersetzung von Wyndhams "The Midwich Cuckoos" (bei skoobe "Es geschah am Tag X", andere Version "Die Kuckuckskinder") gelesen hatte. Vielleicht kennt Ihr einen kleinen schwarz-weißen Horrorfilm mit vielen blonden Kindern, die alle am gleichen Tag in einem Dorf geboren wurden und ein paar seltsame Kräfte haben, also "Das Dorf der Verdammten"? Es gibt auch ein Remake mit Christopher Reeve und Kristy Alley - ich habe beide Filme zu lange nicht mehr gesehen, um sagen zu können, wie gut sie dem Roman entsprechen. ;) Unabhängig hiervon: Wyndham hat, wie ich finde, sowohl in "The Day of the Triffids" als auch "The Midwich Cuckoos" intereressante Szenarien entwickelt und "The Chrysalids" liest sich auch gut an. Ich habe nur leider eine Paperback-Version mit kleinem Schriftgrad erwischt, was das Lesen anstrengend gestaltet. ;) Egal, ich mache damit jetzt erst einmal weiter.

Update 11.15 Uhr
Mit "The Chrysalids" bin ich weiter vorangekommen, ich habe noch ca. 1/3 der Geschichte zu lesen. Wyndham präsentiert und übt in dieser Form seine Sozialkritik, indem er im Grunde das Leben in einer fanatischen Gesellschaft, verlagert in die Zukunft, beschreibt, in welcher jede Abweichung von der Norm bekämpft bzw. ausgemerzt wird - Felder mit mutiertem Getreide werden abgebrannt, Vieh mit Mutationen geschlachtet. Nicht unerwartet finden sich Mutationen auch bei den Menschen. Erzähler David wächst im Haus mit seinen gesetzestreuen Eltern auf, kommt jedoch in Kontakt mit einem jungen Mädchen mit 6 Zehen und später mit einem Erwachsenen, der aufgrund seiner Reisen gelernt hat, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zuzuhören und nachzudenken.

Ich habe am Vormittag allerdings nicht nur gelesen, sondern auch meine Datenschutzerklärung im Blog etwas überarbeitet, nachdem seit ca. Ende Januar Google umfirmiert hat, in Irland sitzt und seine Datenschutzerklärung selbst auch überarbeitet hat; die Informationen bzw. Links waren von mir nun auch mal zu aktualisieren, andererseits ist z.B. die zweistufige Bestätigung für Abo-Kommentare bei Blogger/Blogspot immer noch nicht implementiert worden ... Soviel zum Thema Umsetzung von Richtlinie durch blogger/google.

Egal, ich werde jetzt mal im Netz schauen, wer heute noch beim Lesesonntag dabei ist  - und dann werde ich weiter lesen. ;)

Update 15.30 Uhr
Ups, halb vier .... Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass ich nur gelesen hätte, aber nein, mir sind tatsächlich die Augen zugefallen nach dem Mittagessen (Suppe). Am Wyndhams Buch hat es nicht gelegen, denn für mich hatte die Geschichte um David einen guten Spannungsbogen. Ohne zu sehr spoilern zu wollen, Davids Situation in seinem Dorf wird über die Zeit aus Gründen schwieriger, da (wie sehr schnell zu Beginn des Buches deutlich wird) er auch über eine Eigenschaft verfügt, die "nicht der Norm" entspricht. Was mir hier - wie in "The Midwich Cuckoos" - auffiel ist, dass Wyndham nach meinem Gebühl versucht, die Gegebenheiten gewissermaßen neutral darzustellen. Bei "The Midwich Cuckoos" gelang ihm das aus meiner Sicht besser, da der Erzähler zwar Ereignisse miterlebt, aber weder er noch seine Ehefrau direkt betroffen waren. In "The Chrysalids" ist der Ich-Erzähler selbst Betroffener und hat als solcher eine Präferenz, was zum Ende des Romans deutlich wird. Gleichwohl gib es in beiden Romanen naturwissenschaftliche, darwinistische und genteische Überlegungen und in "The Chrysalids" habe ich eine Meinung zu Wyndhams Intentionen bestimmte Beteiligte am Ende des Romans hin betreffend - und andere Leser*innen halt andere. So oder so, die Akteure in diesem Roman sind religiös und haben ihre Überzeugungen Gottes Willen betreffend, wobei ich (Atheistin) eine Ansicht besonders interessant fand, die von einem der Bewohner in den Randgebieten mit Mutanten-Wildwuchs geäußert wird: "God doesn't have any last word. If He did He'd be dead. But He isn't dead; and He changes and grows, like everything else that's alive..." (S. 153 meiner Penguin-Book-Ausgabe).

letztes Update 19.15 Uhr
Noch nicht einmal halb acht und ich kündige schon mein letztes Update an. Hinzu kommt, dass ich seit meinem letzten Update auch nichts gelesen habe, vielmehr habe ich ein paar Folgen der Harry-Potter-Lost-in-Adaption-Folgen von The Dom geschaut. Aktuell habe ich mir auf youtube den 1962er Film "The Day of the Triffids" angemacht. Howard Keel spielt darin mit und, wie ich gerade feststelle, Carol Ann Ford (sie hat Susan Foreman in Doctor Who gespielt). Die Triffids sind ... nun, es ist ein 1962er Film, aber dennoch gibt es den creepiness-Faktor. Nichtsdestotrotz werde ich nun aber Merlin versorgen, der mir mitteilt, dass er Hunger hat. Danach werde ich mir den Film zu Ende ansehen und vermutlich im Bett etwas lesen, bis mir die Augen zufallen. Irgendwie habe ich so eine Ahnung, dass auch der heutige Sonntag nicht mehr sehr lang andauern wird. ;)

Ich hatte erneut einen wunderbar entspannenden Lesesonntag; ich genieße sie sehr.

Wir lesen uns! :)

Sonntag, 10. Februar 2019

Neyashas u. Lynes Faschingslesen - Sonntag

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich es zum Faschingslesen von Neyasha und Lyne dieses Wochenende überhaupt schaffen würde und Samstag hat es schon mal nicht geklappt. Die vergangene  Woche war so angefüllt und gestern habe ich nach ca. einem Jahr doch mal wieder einen Samstagnachmittag im Büro verbracht. Es ist zur Zeit einfach an viel zu vielen Ecken etwas zu tun bzw. liegen geblieben; außerdem bin ich  grob 1,25 Tage letzte Woche für meine normale Arbeit ausgefallen, da ich eine neue Fach-Minijobberin  eingewiesen habe und - dies vertiefend - nächsten Mittwoch erneut nicht an meinem "Platz" bin. Da die neue Mitarbeiterin jung und eine gelernte Kraft ist, geht es aber im Wesentlichen wirklich darum, dass sie unsere Abläufe kennenlernt und verinnerlicht und unsere Software, mit der sie noch nie gearbeitet hat, in den Grundzügen sicher bedienen kann; im Gegensatz zu der früheren Bewerberin kennt sie sich mit den Standard-Programmen, die wir mitnutzen, aus und ist in der Rechtschreibung sicher. Bereits am ersten Tag hat sie erste Sachen übernommen, sodass ich hoffe, dass sie alsbald für weitergehende Entlastung sorgt. Das ändert aktuell aber leider nichts daran, dass noch ein paar Orga-Sachen aus Januar liegen geblieben sind, die jetzt dringend erledigt werden müssen, sodass ich mich heute wohl auch noch einmal hierfür eine Stunde ausklinken werde...

Aktuell sitze ich aber im Bett, die Merlinsocke ist gesättigt und putzt sich neben mir, mein Kaffee und mein Brötchen sind in Reichweite und ich überlege bereits, was ich lesen werde.  Dazu später mehr. :)

Update 10.15 Uhr
Erst bin ich etwas im Netz versackt, aber dann habe ich mir bei Skoobe das Buch "Jetzt tut es gleich ein bisschen weh" von Adam Kay ausgeliehen. Der Autor schreibt hier von seiner Zeit als Assistenzarzt in Großbritannien - er ist als solcher nicht mehr tätig - und die ersten 25 % dieses Buches haben einen Wechsel zwischen Grinsen, Schmunzeln, Ernsthaftigkeit und dem Kloß in der Kehle bei mir ausgelöst. Der Autor berichtet im Grundtun humorvoll-lakonisch, was die frustrierenden Erlebnissen und ernsten Vorkommnissen meines Erachtens erst recht beleuchtet.

Update 13.15 Uhr
Eine Ladung Pistazien und einen weiteren Kaffee später habe ich ca. 50 % von "Jetzt tut es gleich ein bisschen weh gelesen." Vielleicht ist das Bich nicht für jeden etwas, manchmal ist Unwissen ein Segen (geht mir so mit Restaurantbetrieben und Küchen), aber ich finde hier unterhaltsame Einblicke in den Alltag eines junges Arztes, nun mit Schwerpunkt Gynäkologie, der auch vor schlechtem Humor oder Fehlern nicht halt macht, weil der anstrengende Tag seinen Tribut fordert. Gleichwohl brauchte ich eine Alternative. Da mich aber keines der neben mir liegenden Bücher ansprang, habe ich online eine Kurzgeschichte über einen Flug zum Mars gelesen, auf welchem die Stasiskapseln aller im Transport befindlichen Hunde aufgingen und eine der an Bord befindlichen Veterinärinnen geweckt werden muss. Es war eine schöne kleine Geschichte. Vielleicht kehre ich jetzt zu Dr. Kay zurück? Ich werde berichten.
https://galli-books.co.uk/2018/05/01/ne-le-by-darcie-little-badger/

letztes Update 19.00 Uhr
Am Nachmittag habe ich mir eine Columbo-Pause gegönnt und mir "Suitable for Framing" (deutsch: Mord in Pastell) angeschaut, in welcher ein Kunstsammler von seinem Neffen, einem Kunstkritiker, ermordet wird; dummerweise hat der Kunstkritiker kein offensichtliches Motiv und außerdem ein Alibi. Danach habe ich in meinem Sachbuch weiter gelesen und es nun auch beendet. Wie schon weiter oben angedeutet, war die Lektüre für mich mit einer Berg- und Talfahrt verbunden. Das Buch umfasst seine Tätigkeit zwischen 2004 bis 2010, vom ersten Jahr als Juniorarzt bis zu seiner Tätigkeit als Stationsarzt/Leitender Oberarzt. Das ganze Buch hindurch, ob humorvolle Anekdoten, dramatisches Patientenschicksal, Berufsgespräche an der Schule oder frustrierende Abläufe, wurde für mich seine Leidenschaft für den Arztberuf lebendig. Weshalb er nicht mehr in diesem Beruf arbeitet, wird auch deutlich. Aus meiner Warte:  bitte lesen, wenigstens eine Leseprobe.

Für mich endet mit dieser Eintragung auch das Bloggen am Faschings-Lesesonntag. Die Merlinsocke liegt bereits auf meinen Unterarmen, nachdem ich seine Hungeräußerungen gerade ignoriert habe. Ich werde ihn gleich versorgen, noch bei den Mitleserinnen vorbeischauen und dann das Stündchen Orga in Angriff nehmen, bevor ich vermutlich noch später eine weitere Columbo-Folge schauen und ins Bett wandern werde. :)

Danke für den Lesetag-Anlass, Lyne und Neyasha!