Geweckt wurde ich heute gegen 6 Uhr von einem Geräusch, dass wohl jedem Menschen bekannt ist, der mit einer Katze oder einem Kater zusammenlebt. Ich machte die Augen auf, machte Licht an, schaute vorsichtig auf den Boden vor dem Bett und stand auf, um Küchenkrepp zu holen. Was ich nicht fand, war das Ergebnis. Hm. Alle Räume und unter dem Weg nachgeschaut - nichts. Also bin erst einmal zurück ins Bett, das bei mir etwas höher ist. Deshalb habe ich Merlin an einer Stelle nunmehr eine Art Zwischentritt wegen seiner älter werdenden Gelenke ermöglicht, den er durchaus wahrnimmt. Da saß er nun noch mit den Hinterbeinen, die Vorderbeine auf meinem Bett und schnupperte, ohne weiter zu gehen. Mir schwante Schlimmes. Und ja, unbemerkt von mir, weil meine Beine mitsamt Decke woanders waren, war die Bescherung auf dem Laken gelandet - nichts Festes dankenswerterweise, aber nun. Die Bettwäsche ist gewechselt und ich bin wach und meinen zwischenzeitlich gemachten Kaffee habe ich auch auf. ;)
Dann werde ich mal zu einem der neben mir liegenden Weihnachtsbaum-Bücher greifen; die beiden gestrigen habe ich ja beendet (siehe Post gestern).
Update 10.45 Uhr
Ja. Das war mehr als ich wollte.
Auf der anderen Seite: Zwar weiß ich noch aus meiner Kinder- und Jugendzeit, dass Fleisch nicht auf Bäumen wächst und auch küchenfertig gemacht werden muss. Allerdings musste ich das nie tun. Das hat sich heute früh dann - jedenfalls zum Teil - geändert, weil das halbe Kaninchen immer noch die Innereien hatte und ich zudem keinen Topf/Bräter habe, in das es so hineingepasst hätte. Ich fürchte, das Kaninchen ist heute Vormittag nochmal oder noch zwei Mal gestorben, bevor es in die Buttermilch gelangt ist. Merlins lautstarkes Anfordern von Anteilen hat die SAche auch nicht wirklich vereinfacht. ;) Das Fleisch ist nun jedenfalls eingelegt und ich habe den Rest (nicht die Innereien, aber die Knochen/Brustbereich) mit Suppengrün in Wasser geworfen, um es auszukochen und später mit zum Fleisch zu geben. Das köchelt gerade immer noch.

Mein Frühstücksappetit hat unter den Arbeiten nicht gelitten, aber es ist zwischen Beendigung der Arbeiten und Frühstück auf dem Tisch eine Stunde vergangen. ;)

Mir ist aufgefallen, dass ich gestern gar nicht ein Foto der drei Graphic Novels in meinen Beitrag aufgenommen hatte, dabei waren das doch auch Geschenke von mir für mich. Bitte schön, hiermit hole ich nach.
Heute früh habe ich übrigens die
Geschichte um Jason und nun auch Medea aus "Heroes" zu Ende gehört, wobei Stephen Frys Medea in machen Passagen stark wie die etwas träumerische Luna Lovegood klang. Was mir gefiel war, dass Fry hier nicht einfach die Sage mit der betrogenen und rasenden Medea "abhandelte, sondern von einem griechischen Dichter einen Monolog Medeas rezitierte, indem es um ihre Kinder u. die Motivation für ihre Tat ging.
Außerdem habe ich zwischendurch
"Ede und Unku" von Alex Wedding (aka Grete Weiskopf) angefangen, ein Kinderbuch, dass ich in meiner Schulzeit gelesen habe bzw. lesen musste. Der Roman spielt während der Weimarer Republik: Ede ist ein Berliner Junge, dessem Vater gekündigt wird und zu dessen Freunden u.a. Maxe zählt (dessen Vater Kommunist ist) und der auf einem seiner Streifzüge auf das Sinti-Mädchen Unku trifft. Ich habe das Buch so lange nicht mehr gelesen - das kann ich jetzt nachholen, weil es - zusammen mit "Das Eismeer ruft", das ich, glaube ich, nicht kenne - in einem Buch im Verlag Bild und Heimat wieder aufgelegt wurde.
Update 15.00 Uhr
Die "Suppe" habe ich inzwischen ausgemacht, das restliche Fleisch fällt beinahe vom Anschauen von den Knochen und Merlin saß natürlich direkt in Habachtstellung und quatschte mich von der Seite an. Dieses Mal war ich vorbereitet - ich hatte das Rindfleisch für ihn aus dem Tiefühlfach genommen und es stand aufgetaut bereit. :) Mit dem restlichen Kaninchen-Fleisch werde ich in ca. 2 Stunden anfangen, denke ich. Dann wird auch der Kochwein geöffnet - also um das klar zu stellen, _ich_ koche mit dem Wein in mir, der landet nicht im Topf. Naja, viell. ein kleiner Schluck zum Würzen, aber grundsätzlich ist er zum Befeuchten meiner Kehle da. :D Den fertigen Apfelrotkohl habe ich mir hingestellt (mal sehen, wie der schmeckt; ich hatte nicht die geringste Lust, mich mit einem Rotkohl zu beschäftigen. Äpfel zum Verfeinern habe ich jedenfalls im Haus *g*), damit ich ihn nicht vergesse und ich denke immer noch darüber nach, was ich dazu essen: Ich habe eine paar Kartoffeln im Haus, Polenta, Reis, Nudeln, Pommes. :D Jetzt gibt es erst einmal Kaffee.

Ich habe mir die
Marvel-Comic-Ausgabe von "Der Zauberer von Oz" gegriffen und mag die Illustrationen, auch wenn ich überlege, ob der Künstler ungern geöffnete Augen zeichnet. Die gute Fee des Nordes, ein paar Munchkins und Dorothy selbst (zu Beginn) haben andauernd die Augen zu... Ich mochte sehr, wie die Vogelscheuche Moos vom Kopf des Holzfällers nahm (es sah auch wirklich so aus, als trüge er ein Toupet), während Dorothy ihn ölte. Aktuell sind sie in der Smaragdstadt angekommen und als sich der erste Blick auf die Stadt ergibt, dachte ich "Borg!" Die Farbgebung ist einfach zu ähnlich. :D
"Ede und Unku" habe ich beendet und so die Hälfte des Buches gelesen ("Das Eismeer ruft" ist ebenfalls ein Kinder-/Jugendroman von Alex Wedding). Ich mag die Sprache in dem Buch mit "knorke" und anderen merkwürdigen Kinderworten, ein wenig antiquiert kommt sie mir dennoch vor. Es passt für mich auch, dass die Autorin die Kinder direkt anspricht (z.B. beim Anhängen an einen Bus). Die Geschichte ist meiner Einschätzung nach schnell, was sich durch die vielen Gespräche und Aktivitäten ergibt. Die Handlung konzentriert sich auf Ede und seine Familie, aber dies beinhaltet halt auch, wie er mit anderen Kindern incl. Unku ins Gespräch kommt, Freundschaften schließt, wie er Unkus Familie erlebt oder den Anwerber Abendstund. Und auch wenn von Arbeiterkampf im Buch die Rede ist im Zusammenhang mit der geringen Entlohnung, den Streiks und Streikbrechern, so nimmt es nach meinem Dafürhalten nicht überhand. Die Geschichte endet "früh", wenn Ede und Unku noch Kinder sind. Der Roman basiert auf wahren Erlebnissen, Unku und ihre Familie sind keine fiktiven Charaktere. Unku alias Erna Lauenburger und viele ihrer Verwandten wurden zur Hitlerzeitverfolgt, kamen ins Konzentrationslager und wurden umgebracht; das Buch landete auf dem Index. Mit "Ede und Unku - eine wahre Geschichte" ist dieses Jahr, wie ich gesehen habe, ein Buch von Janko Lauenburger erschienen, ein Nachkomme Ernas. Das Buch ist auf meine Merkliste gewandert.
Update 18.30 Uhr
"Der Zauberer von Oz" ist ausgelesen. Ich gestehe, ich habe die Geschichte zu lange nicht gelesen, um zu beurteilen, ob alle Etappen enthalten sind. Ich bin mehr mit der Wolkow-Nacherzählung vertraut, in der jedenfalls keine Porzellanleute enthalten sind. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass alle Etappen der Originalerzählung enthalten sind. Die Story mochte ich (ach was) und die grafische Umsetzung im Wesentlichen auch, allerdings war mir alles was in der Smaragdstadt passiert zu ... "dunkel". Mir fehlte die Sonne, das Strahlen, das Glitzern und die Pracht der Stadt, die ich hier nicht so recht gefunden habe und die ersten Audienzen bei Oz waren recht düster. ;) Dennoch ... insgesamt gefällt mir dieser Comic sehr.

Die letzte Zeit habe ich "Heroes" weitergehört, insbesondere die Geschichte um Atalante und aktuell bin ich bei Oedipus, mit der ich teilweise vertraut bin (Anfang, Kreuzweg, Erfüllung der Prophezeiung), aktuell trifft Oedipus auf die Sphinx. Ich musste das Hörbuch anmachen, weil ich in der Küche mit dem Kaninchen beschäftigt war (work in progress). :) Die gusseiserne Pfanne ist momentan zugedeckt mit Alu-Folie im Backofen
letztes Update 20.30 Uhr
Oedipus hat von seiner Herkunft erfahren. Eine weitere Geschichte, die nicht glücklich endet.
Mein Kochexperiment dagegen schon. Ich habe es geschafft, alle Zutaten warm auf meinen Teller zu bekommen (ein hoch auf Kartoffeln im Bett) und kein Mehl für die Soße zu benötigen (ein Weinopfer habe ich allerdings gebracht) :)
Morgen wird es für mich die Reste von Fleisch, Rotkohl und Soße geben, vielleicht mache ich mir noch ein paar Pommes oder Nudeln dazu, vielleicht auch nicht. Ich bin etwas stolz auf mich, zumal ich das Würzen des rohen Fleischs und des Schmorgemüses nach Gefühl vorgenommen habe und zum Schluss tatsächlich letzteres nur anpürieren und mit der restlichen Brühe und etwas Rotwein "zu Ende bringen" brauchte. :)
Jetzt bin ich satt und etwas angeschickert. Und vermutlich gehe ich bald ins Bett, weil die Merlinsocke mich heute so früh geweckt hat, ich gut gegessen habe und ich ca. eine halbe Flasche Wein beim und durch das Kochen verbraucht habe. Daher wird es hier heute auch kein Update mehr geben, selbst wenn ich noch etwas lesen oder Hörbuch hören werde. :) Wir lesen uns morgen wieder und bis dahin verabschiede ich mich mit einem Bild von heute Abend von einem ebenfalls (mit einer weiteren Rindfleischportion gesättigtem) Merlin: