Sonntag, 15. Juli 2018

Lesesonntag im Juli 2018

Im Urlaub habe ich mir ja richtig viel Lesezeit gegönnt; kaum ist der Urlaub vorbei, habe ich unter der Woche statt zu einem Buch zu der DVD-Box mit Earth: Final Conflict gegriffen und lieber geschaut als gelesen. Selbs gestern im Samocca habe ich nur kurz in eine Leseprobe geschaut, bevor meine Freundin kam, mit der ich mich verabredet hatte.

Gestern nachmittag habe ich dann in "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino hineingelesen und mir einen Eindruck verschafft, wie gewisse Sorten von Lunchpaketen in einer japanischen Fabrik zusammengestellt werden; außerdem habe ich erfahren, dass der Mann einer Arbeiterin das gesamte Ersparte im Glücksspiel durchgebracht hat. Mal sehen, ob ich zu diesem Buch heute zurückkomme.

Heute früh, noch im Bett und vor dem Frühstück, habe ich jedenfalls erst einmal zu "Michael Endes Zettelkasten: Skizzen und Notizen" gegriffen. In diesem Buch sind Geschichten, Fragen, Aphorismen, Überlegungen, Notizen aus Michael Endes Nachlass enthalten. Während ich die erste Spukgeschichte konventionell fand, zog mich die nächste um Nieselpriem und Naselküss und den Forscher (Juxologe und Quatschonom) auf seiner Suche nach Unsinnsibar in ihren Bann und ebenso die märchenhafte Geschichte darüber, warum der Tod den Menschen die Augen schließt, wenn er sie holt. Für den Fragenkatalog benötige ich mehr Zeit und zu ihm werde ich auch noch zurückkommen, auch wenn er zwischen diesen ersten Geschichten platziert ist. Beispiele gefällig? "Was treibt wohl einen Nihilistend dazu, andere Menschen von seiner Ansicht, dass alles sinnlos sei, überzeugen zu wollen?" oder "Gibt es eine Stadt namens Moskau, so wie Tolstoi sie beschreibt, eine Stadt namens Berlin, von der Fontane erzählt, eine Stadt namens Paris, wie Maupassant sie schildert, wirklich, oder hat es sie jemals gegeben?".

Während ich über die eine oder andere Frage noch nachsinne, werde ich mich aber mit weltlichen Dingen beschäftigen. Ich habe Hunger und werde mir jetzt erst einmal ein Frühstück zubereiten. :)

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Den Vormittag habe ich auf dem Balkon verbracht und sowohl ein paar Seiten in "Die Umarmung des Todes" als auch in Michael Endes Zettelkasten gelesen. Letzterer gibt interessante Einblicke in Endes Philosophie (z.B. in seinem Essay über das Genre der Kinderliteratur, speziell phantastische Kinderliteratur, und wie er Rationalisten betrachtet) und in die Arbeit seines Vaters. Seine Überlegung zu "Parallelgeschichten" haben mich an "Der Spiegel im Spiegel" denken lassen.

In "Die Umarmung des Todes" habe ich gerade den Inhaber eines Etablissements kennengelernt, in welchem offenbar der Ehemann einer der Arbeiterinnen der Lunchfabrik das Ersparte durchgebracht hat, nicht nur beim Glückspiel...

Aktuell mache ich eine Mittagspause im Wohnzimmer, es ist mir zu warm geworden auf dem Balkon, und schaue die letzten Folgen der Staffel 3 von "Earth: The final conflict".

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Der Mittagspause im Wohnzimmer folgte eine kleine Siesta und ich bin weiterhin im Wohnzimmer, weil mir noch immer zu warm auf meinem Balkon ist, trotz des Verschattungstuches. :)

Ich wechsle heute immer wieder zwischen meinen beiden Büchern. Während ich im Zettelkasten den Entwurf für eine Geschichte oder eine ausformulierte Erzählung, eine Niederschrift zum Thema "Experimental-Literatur" oder ein Gedicht finde, das ich lesend aufnehme und nicht mehr, ist in "Die Umarmung des Todes" der spielende Ehemann im Affekt von seiner Ehefrau getötet worden - nicht wirklich ein Spoiler, geschieht dies doch auf den ersten knapp 120 Seiten und steht diese Information doch schon im  Klappentext. Auf den gerade gelesenen Seite habe ich erfahren, was sozusagen im zweiten Schritt mit der Leiche geschieht. Für meinen Bedarf hätten es dabei auch weniger Details sein dürfen. Mal von diesem Aspekt abgesehen: Vier Arbeiterinnen werden näher beleuchtet, ihre familiäre Situation (drei sind verheiratet und haben jeweils mindestens ein Kind, eine lebt mit einem Partner zusammen) dargestellte, ein Blick auf ihre Leben, ihre Bedürfnisse und ihre Frustrationen geworfen. Ich bin neugierig, welche Änderungen/Beziehungen sich hier ergeben werden, weil zum aktuellen Zeitpunkt jedenfalls neben der fraglichen Ehefrau bereits zwei Arbeiterinnen involviert sind.

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Am heutigen Nachmittag habe ich in Michael Endes Zettelkasten weitergelesen, u.a. seinen Vortrag, den er über das Thema, warum er schreibt (für Kinder, aber nicht nur) gehalten hat und die Antwort auf einen Leserbrief. Daneben habe ich nur noch eine Leseprobe gelesen "The Midnight Social Club: Book One Dub Farmer's death", gelesen und fand sie ganz nett. Mal sehen, vielleicht folgt der gesamte Krimi noch nach.

Dies ist das letzte Update für heute. Ich werde noch ein wenig lesen, etwas DVD schauen, aber dann auch bald in meine Koje gehen, die Nacht wird kurz genug bei den Temperaturen. Aber zunächst schaue ich noch einmal bei meinen heutigen Mitleserinnen vorbei.

Wir lesen usn demnächst in diesem Theater. :)

Sonntag, 8. Juli 2018

Nachlesen #3

Seit meinem lesten Post (Mittwoch dieser Woche) habei ch noch etwas gelesen und will Euch kurz davon berichten.

In einer fernen Zukunft hier auf der Erde leben die Menschen in der achten Eiszeit. Die Handlung des Manga "Ice Age Chronicle of the Earth  - 1. Nunatak, die Eisinsel" von Jiro Taniguchi beginnt auf der Eisinsel Nunatak, auf der sich die unterirdische Mine Tarpa befindet. Diese Mine wird von einem weiter auswärts gelegenen Logistikzentrum mit Materialien und Nahrungsmitteln versorgt und die Verbindung zu der im Äquatorbereich liegenden Stadt Abyss hält. Dorthin, in Äquatornähe, haben  sich die Menschen zurückgezogen. In diesem ersten Teil des zweiteiligen Manga geht es darum, dass sich die Wetterbedingungen unvorhersehbar rasant verschlechtern, was dazu führt, dass die dringende Nahrungsmittel-Lieferung verloren geht und eine Evakuierung scheitert, sodass ein Teil der Arbeiter, u.a. der junge Tekaru, versuchen, das Logistikzentrum aus eigener Kraft zu erreichen.

In "Ice Age Chronicle of the Earth - 2. Abyss, die Labyrinthenstadt" wird die Geschichte um Tekaru und seine Begleitung weiter erzählt, viel mehr will ich hier nicht verraten.

Was ich allerdings zu diesen Manga sagen möchte ist, dass ich zwar beide mit Interesse gelesen habe und das Grundkonzept auch faszinierend fand, sie mich aber leider nicht überzeugten. In einem Nachwort schreibt Taniguchi über die Entstehung der Geschichte und gibt selbst an, dass einige Rätsel ungelöst geblieben sind und er vielleicht in diese Welt zurückommen könnte. Dies ist leider nicht passiert, aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob es geholfen hätte, bestimmte Aspekte (z.B. im Zusammenhang mit einem Armreif) zu erläutern oder u.a. Tekaru stärker charakteristisch herauszuarbeiten.

Während meiner Radtour am letzten Donnerstag habe ich dann auch das audiobook "Mythos - The Greek Myths Retold" by Stephen Fry zu Ende gehört.  Er erzählt eine Vielzahl griechischer Sagen von der Schöpfung, den Titanen, den Olympiern und ihren Eskapaden, von Liebes- und anderen Geschichten der Götter und Menschen nach. Und wie er sie nacherzählt, in Prosa mit Dialogen. Sie werden auf neue Art lebendig und unterhaltend.Wer kann, sollte das Buch im Original hören, Stephen Fry ist einfach ein wunderbarer Darsteller.

Außerdem habe ich "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Frilund gelesen. Protagonistin ist  Linda, einem Teenager, die mit ihren Eltern in einem Wald/Seegebiet von Minnesota lebt und dort eine junge Familie kennenlernt. Sie wird als Kindersitterin für den kleinen Paul. Das Buch zirkelt um
neben Erziehung und Identität besonders um Entscheidungen und Verantwortung. Zwar habe ich das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre, dass ein paar zu viele Aspekte in den Roman eingeführt wurden. Aber es gab viele intensive Lesemomente, besonders im Zusammenhang mit der Erkrankung von Paul und dem Umgang der Eltern mit ihm und auch Lindas Umgang mit ihm.    

Außerdem habe ich "Augustas Garten" von Andrea Heuser über skoobe gelesen. Die fünfjährige Augusta glaubt, dass sie und ihre Mutter nur über eine kurze Zeit zu Besuch bei Eduard sind, den sie nicht besonders mag. Wenn sie ihre Mutter fragt, wann sie wieder nach Hause zu Papa fahren, hört sie immer nur "bald".   Die Geschichte um Augusta und ihre Mutter Barbara hat mich trotz einer etwas mäandernden Erzählweise berührt, u.a. weil die Autorin es in meinen Augen schaffte,sich nachvollziehbar in Augusta hineinzuversetzen und ihre drei Hauptbezugspersonen, Mutter, Vater und Eduard, so zu charakterisieren, dass zwar die Beziehungen untereinander kompliziert aber nicht "antagonistisch" sind.

Zum Abschluss habe ich außerdem über skoobe noch "Späte Rache rostet nicht" von Iris Willing gelesen. Das Buch startet damit, dass Barbara in eine Seniorenresidenz einzieht und einen Schreibkurs startet, weil wie definitiv nicht Handarbeit betreiben will und beginnt, sich zu langweilen. Thea, die am gleichen Tag wie Barbara einzog, sowie die schon länger dort wohnenden Elisabeth und Frida treten bei. Als sie in diesem Schreibkurs zum Punkt Beziehung/Ehe kommen, merken sie, dass sie alle vier hier an etwas zu knapsen haben. Also kommen sie auf die Idee, ihren Expartnern Denkzettel zu verpassen. Ich fand die vier Damen unternehmungslustig und ihre Geschichte hat mich am Sonntag gut unterhalten.

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Wie Ihr sehen könnt, habe ich meine sieben Urlaubstage, oder besser gesagt die 11 Kalendertage, intensiv zum Lesen genutzt und mich dabei sehr entspannt. Meine Auswahl - es handelte sich überwiegend um aktuelle Neuerwerbungen - war bunt gemischt und Pech hatte ich mit keinem der Bücher; die drei Highlights waren übrigens das audiobook von Stephen Fry, der Manga "Die Stadt und das Mädchen" sowie der Comic über Richard Feynman. Und hier kommt einfach mal die Liste aller in der Zeit vom  28.06.2018 bis heute 08.07.2018 gelesener Bücher:

"Die Stadt und das Mädchen" von Jiro Taniguchi, Manga
"Das Kaff" von Jan Böttcher
"Star Trek: The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr, Comic
"Dark Mirror" von Diane Duane
"Ein ganzes Leben" von Robert Seethalter
"Anders" von Andreas Steinhöfel
"Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa
"An Then you're dead: the world's most intereting ways to die" von Cody Cassidy
"Feynman - Ein Leben auf dem Quantensprung" von Jim Ottaviani, Comic
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 1" von Jiro Taniguchi, Manga
"Ice Age Chronicle of the Earth Bd. 2" von Jiro Taniguchi, Manga
"Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Friedlund
"Augustas Garten" von Andrea Heuser
"Späte Rache rostet nicht" von Iris Welling
und die restlichen ca. 60 % gehört: "Mythos: The Greek Myths retold" by Stephen Fry

Mittwoch, 4. Juli 2018

Nachlesen #2

Seit dem letzten Post (Montag, 25.06.2018) habe ich nicht nur weitere Bücher gekauft, sondern von diesen auch gleich etliche gelesen: 

Da wäre zunächst einmal "Die Stadt und das Mädchen", ein Manga von Jiro Taniguchi.  Ich kenne inzwischen ein paar seiner Manga und auch wenn z.B. "Bis in den Himmel" von einem  folgenschweren Unfall handelte, so war "Die Stadt und das Mädchen" deutlich anders und dunkler als die mir bislang bekannten Manga. Shiga ist Bergsteiger und lebt in den Bergen. Als Megumi (das titelgebende Mädchen), die Tochter seines verstorbenen Freundes, in Tokio verschwindet, macht er sich auf den Weg in die Stadt, um ihrer Mutter und ihren Großeltern beiseite zu stehen und Megumi zu suchen, auch wenn zwischenzeitlich auch die Polizei die Ermittlungen aufgenommen hat. Ich habe mit Shiga gemeinsam die ihm zwischenzeitlich fremd gewordene (und mir ziemlich vollständig fremde) Stadt und das soziale Leben in ihr nach Hinweisen auf Migumi durchsucht, in der Schule nachgehakt, Mitschülerinnen angesprochen, nach einem Hinweis die Polizei informiert. Gespräche einerseits, die Zeichnungen andererseits, die diese z.B. durch Körperhaltungen und Blicke der Menschen komplettieren, ergaben dabei auch so manche dunkle Szene. Ich empfand das Tempo der Geschichte als drängend, nicht im negative Sinne, und hatte hier ein sehr intensives Leseerlebnis.

In Japan spielte auch "Kirschblüten und Rote Bohnen" von Durian Sukegawa. Sentaro arbeitet in einem Imbiss und verkauft dort Pfannkuchen, die mit roter Bohnenpaste gefüllt sind. Zwar macht er die Pfannkuchen aus Kostengründen selbst, aber die rote Bohnenpaste ist industriell gefertigt. Eines Tages taucht eine alte Frau (Tokue) vor dem Imbiss auf, bietet ihre Arbeitskraft für extrem wenig Geld an und lässt eine kleine Dose mit rotem Bohnenmus da. Wie es mit den beiden weiter geht, warum Sentaro in dem Imbiss handelt und warum Tokue jahrzehntelange Erfahrung mit Bohnenmus hat, erzählt dieser Roman. Auch hier gefiel mir die Erzählart und besonders, wie der Autor das Auf und Ab bei Sentaro beschreibt und durch Tokues Hintergrundgeschichte wurde mir wieder etwas Neues vermittelt. Etwas blass blieben dagegen die Nebencharaktere, besonders über Wakana hätte ich gern noch etwas mehr gelesen. Und, aber das ist ein noch persönlicherer Geschmack, ich mag offensichtliche (und manchmal noch wiederholte) Motivationsreden nicht, die es zwar im klassischen Sinn (ala Lebe Deinen Traum) hier nicht gibt, aber die Andeutungen habe ich wahrgenommen; das ist einfach nicht mein Ding. ;)

Von Jan Böttcher habe ich "Das Kaff" gelesen. Hier kehrt der Architekt Michael aus Berlin in sein Heimatdorf zurück, um dort als Baustellenleiter einen Neubau zu überwachen. Bislang ist Michael ganz gut damit gefahren, dem Kaff den Rücken zu kehren, weg von der Provinz, der Familie, dem Gerede, dem immer gleichen Trott. Nun wohnt er in dem Haus eines Ex-Schulkameraden, der gerade einen langen Familienurlaub macht, geht wieder im Fluss baden, entdeckt alte Orte neu und schaut sich ein lokales Fußballspiel an. Ich mochte, wie sich über weite Teile des Romans Michael entwickelte, was sich in seinen inneren Monologen zeigte. Hier zog er über den Trott her, erinnerte sich daran, was ihn alles störte und warum es in Berlin oder jedenfalls außerhalb des Kaffs für ihn besser ist - und wie er sich dann selbst dabei überrascht, etwas zu tun, was die Gemeinschaft im Kaff betrifft. Es ist dieses Hin und Her, das "ja, aber", das ich als Dorfkind nachvollziehen kann. Den eigenen Weg zu finden in oder aus dieser Gemeinschaft heraus, die dich kennt, die dich hat aufwachsen sehen, die Erwartungen an dich stellt oder von der du annimmst, das sie diese hat, ist nicht immer klar oder einfach.

"Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler, in dem es anders um ein Leben in einer Gemeinschaft, in einem Bergdorf, geht, hat mich sehr berüht und beeindruckt. In diesem relativ schmalen Büchlein geht es um Andreas Egger, der als kleines Kind Ende des 19. Jahrhunderts auf einem Hof bei entfernten Verwandten n den Bergen mehr oder weniger abgeladen wird, dort aufwächst, sich verliebt und arbeitet. Ich habe immer wieder an meinen Vater denken müssen, als ich das Buch las, weil er wie Egger jemand war, der erledigte, der sich ümmerte, auch ohne viel zu sagen oder weit auszuholen, der weiter machte, trotz allem.

Auch um Gemeinschaft in einem kleineren Ort ging es in "Anders" von Andreas Steinhöfel. Andreas Steinhöfels Sprache und den im Rahmen der Geschichte wechselnden Stil mochte ich sehr, auch wenn ich mir wünschte, er hätte ganze Fragesätze gebildet, wenn Anders nach Milch fragt. Die Art und Weise, wie der Junge, der vor dem Unfall (v.d.U.) Felix war und sich danach Anders nennt, seine Umgebung wahrnimmt, wird weniger durch Anders selbst präsentiert als mehr durch die Menschen, die mit ihm umgehen: z.B. der Krankenpfleger, der Nachhilfelehrer, die Eltern und die Lehrin, sein Mitschüler Ben. Und zugleich wird durch die Interaktionen mit Anders das Leben dieser Menschen beleuchtet. Schade fand ich dagegen, dass ein Geheimnis so schnell erkennbar ist und dass für mich der Abschluss etwas zu ... kurz gefasst war.

Zwischendurch brauchte ich aber doch mal etwas anderes und so habe ich immer wieder in dem ebook "And then you're dead - The world's most interestings ways to die" von Cody Cassidy und Paul Doherty gelesen. Man könnte den Titel so verstehen, dass es um interessante bzw. kuriose reale Todesfälle geht - das ist nur teilweise richtig. Zwar werden immer wieder reale Unfälle, auch Todesfälle, hinzugezogen und dienen der Erläuterung (z.B. für den Fall, dass im Flugzeug das Fenster neben mir kaputt ginge oder wenn mir vom Empire State Building ein Baseball auf den Kopf fällt). Aber genauer gesagt wird in vielen Einzelkapiteln der Frage "Was wäre, wenn" nachgegangen, wobei es auch um rein wissenschaftliche Ableitungen bzw. um Hypothesen vor dem Hintergrund des heutigen Stand des Wissens geht (z.B. Was wäre, wenn man auf der Venus ein Picknick veranstalten würde oder die ISS als Startpunkt für Skydiving wählt oder man dem Gegenüber wirklich, also wortwörtlich, die Hand schütteln wollte - was wir physikalisch gesehen offenbar nie tun). Ich fand die Ausführungen interessant, manche Themen nicht ganz so, unterhaltsam präsentiert und durchaus lehrreich.

Dann habe ich noch eine Comic-Biographie gelesen "Feynman - Ein Leben auf dem Quatensprung" von Ottaviani (Text), Leland Myrick (Artwort), Hilary Sycamore (Kolorierung) und Ebi Naumann (Übersetzung ins Deutsche) und war von ihr sehr angetan, weil sie für mich Feynmans Facetten und Humor transportiert hat. Ich mochte die grafische Umsetzung der episodenhaft präsentierten Biographie, z.B. der Vorlesung zur Lehre der Lichts und die Details (gedankliche bunte Formeln, Feynman-Diagramme, Kritzeleien auf einem Blatt ). Was mich leider immer mal wieder herausbrachte war, dass der Comic zwar zeitlich strukturiert war, jedoch zwischen verschiedenen Anekdoten hin und her sprang, wobei eine "Überleitung" oder Verbindung nicht immer greifbar war. Es wirkte leider manchmal dadurch wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen.

Zur Entspannung habe ich außerdem meiner Star-Trek-Leidenschaft gefrönt und zwei Titel gelesen, die sich beide mit dem Mirror-Universum beschäftigen. In dem Roman "Dark Mirror" von Diane Duane wird die die Enterprise D samt Crew in das Mirror Universum gezogen und sieht sich dort einer weiteren Enterpris gegenüber. Und natürlich geht es darum, herauszufinden, wer Schiff und Crew aus welchem Grund ins Mirror-Universum gebracht hat und wie man wieder zurückkommt, denn ein Transporter war dieses Mal nicht beteiligt. Die Interaktionen der Crews und die Charakterisierung fand ich faszinierend, auch die Grundstory, allerdings hatte die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu viel Techno-Babbel. Der Comic "The Mirror Universe Saga" von Mike W. Barr spielt dagegen nach dem Film "Search for Spock", also Star Trek III,  und hier haben es Captain Kirk und seine Crew mit dem Mirror-Universum zu tun. Ich fand das Tempo der Geschichte gut und die Hauptstory grundsätzlich auch gut zu Ende gebracht, den nachfolgenden Abschluss allerdings weniger; für mich fühlte sich letzterer nicht richtig an, was mit Captain Kirks Aktionen zu tun hat (mehr will ich hier nicht verraten).  Die Zeichnungen... Nun, die Charaktere waren für mich nicht immer deutlich erkennbar und manchmal brauchte ich einen Moment um zu sehen, ob ich gerade mit der Mirror-Crew oder unserer zu tun hatte bzw. in welchem Universum ich mich gerade befand, weil auf der Seite geswitcht wurde. Trotzdem wurde auch hier die Dynamik der Story für mich transportiert. 

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Ich genieße derzeit den Balkon und meine Lesezeit sehr, wie man hier lesen kann. Und ich hatte trotzdem noch Zeit, mir die Staffel 10 von Doctor Who abends auf DVD anzuschauen. Urlaub ist toll. :) Hm, fünf Neuzugänge der letzten Tage liegen hier noch (zwei Manga, ein Roman, ein Sachbuch, ein Hörbuch) und in der Paketstation sollten die ersten drei Staffeln von "Earth: The final Conflict" liegen. Für Nachschub ist also gesorgt und es geht erst am kommenden Montag, 09.07.18, wieder ins Büro. :)