Sonntag, 17. Mai 2020

Lesesonntag im Mai 2020

Ein weiterer Monat mit Covid-19 ist vergangen. Ich weiß, dass Lockerungen notwendig sind, dass all die Menschen, die wegen den Schließungen und Kontaktbeschränkungen nicht arbeiten können, Geld verdienen müssen, dass die Kinder wieder in die Schulen und Kindertagesstätten müssen wegen ihrer eigenen Entwicklung und zur Entlastung der Eltern. Und ich habe trotzdem Sorge, dass das, was in NRW und anderen Bundesländern passiert, zu schnell geht. Die Wissenschaftler lernen weiter immer mehr über das Virus und ich finde die Erkenntnisse weiter verunsichernd - dass dieses Virus Blutgefäße angreift und dadurch auf einer weiteren Ebene Organe oder dass das Virus auch im Samen verbleibt, den möglichen Zusammenhang zwischen dieser Kawasaki-Syndrom-ähnlichen Erkrankung der Kinder und einer Covid-19-Erkrankung, die Rolle von Aerosolen in Innenräumen (gerade im Zusammenhang mit Öffnung der Bildungsstätten und Restaurants). Ich weiß nicht, was hier richtig ist und ich bin froh, den Job der Politiker nicht machen zu müssen. Was ich aber absolut inakzeptabel finde, sind Menschen in großen Ansammlungen, die weder Sicherheitsabstand einhalten noch Masken tragen und damit sich und alle anderen gesundheitlich und finanziell gefährden, denn natürlich wird die Regierung wieder Maßnahmen treffen müssen, wenn durch dieses Verhalten Covid-19 sich wieder stärker verbreitet. Für mich sind das auch strafrechtlich relevante Umstände, denn - streng gesehen - stellt dieses Verhalten für mich eine vorsätzliche Körperverletzung dar, weil diese Menschen bewusst in Kauf nehmen, mit ihrem Verhalten Dritte zu schädigen. Ich möchte diese Menschen am Liebsten alle anschreien und schütteln, weiß aber, dass das auch nicht hilfreich ist. So kann ich derzeit nur warten. Mal sehen, wo wir demnächst sind. Vielleicht (hoffentlich) mache ich mir ja viel zu viel Sorgen.

Gelesen über die letzten Wochen habe ich erneut nicht sehr viel. Ich habe mein Hörbuch "Die Optimierer" beendet (in naher Zukunft spielende Story um eine Optimalwohlökonomie in Deutschland, in der jeder an sein Platz ist und Schritt und Tritt der Bürger durch diverse technische Geräte aufgezeichnet und ausgewertet werden für diesen Zweck; gefiel mir, auch wenn es ein paar Punkte gab, die zu bequemn oder zu kurz waren) und die Comics "Alex + Ada" (in einer Zukunft spielend, der Protagonist erhält einen quasi-menschlichen Roboter geschenkt, es geht um Künstliche Intelligenz und Rechte),  "They called us Enemey" (George Takei erzählt im Comic-Form über die Internierung japanischer US-Bürger), "A Fire Story" (der Zeichner Brian Fies liefert einen in großen Teilen Comic-Report - ergänzt um Texte anderer Betroffener und wenigen Fotos - davon, wie er und seine Frau die Bränden 2017 in Nordkalifornien erlebt haben) und einen Doctor-Who-Comic um den 3. Doktor und Unit (die "Stimmen" der Charaktere und "die Zeit" wurden sehr gut eingefangen und gibt mindestens 3 Überraschungen). Begonnen habe ich außerdem ein neues Hörbuch "Am Ende aller Zeiten" von Adrian J. Walker, gelesen von Uve Teschner, das mich auch schon heute früh beim Nordic Walken begleitet hat.  In diesem Buch kommt es zu einem zu spät intensiven Meteoritenschauer, dessen Nahen von den Behörden viel zu spät bemerkt wurde und der im Wesentlichen die nördliche Hemisphäre trifft. Edgar, der erzählende Protagonist, und seine Frau und seine zwei sehr jungen Kinder erleben diese Einschläge in ihrem Heim; sie können sich gerade noch so in einem Keller in Sicherheit bringen...

Ich werde sehen, ob ich mich dem Hörbuch heute noch weiter mache oder zu etwas anderem greife. Jetzt gibt es erst einmal Frühstück.

Update 12.35 Uhr
Ich habe mich erst einmal durch den Feedreader und den Newsfeed gelesen, bevor ich dann die Buntewäsche auf der Balkonleine aufgehängt und die nächste Waschmaschine mit der Kochwäsche (incl. kochbaren Mund-Nase-Schutz-Masken) bestückt und in Gang gesetzt habe. Dann habe ich mal in das Buch "Das Geheimnis der Farben - eine Kulturgeschichte" von Victoria Finlay hineingeschaut. Ich bin tatsächlich noch in der Einleitung, in de die Autorin einen sehr groben ersten Überblick gewährt dazu, wie sich die Herstellung der Farben über die Jahrhunderte geändert hat incl. Zufügung von Chemikalien zur besseren Aufbewahrung/Transport (ohne die Entwicklung der Tuben bei Ölfarben wäre Impressionismus nicht möglich gewesen, da die Farben in der bisherigen Aufbewahrungsversion draußen in der Natur vertrocknet wären). Es wird die Auswirkung der Qualität der Farbherstellung angesprochen (van Goghs als "weiße Rosen" betiteltes Gemälde heißt heute "Rosen" u. diese waren usprünglich mal rosa) und auch generell die chemischen Reaktionen verwendeter Farben miteinander und wie diese verhindert werden, sodass das Gemälde nicht komplett farblich zerstört wird. Gerade geht es darum, dass Ikonenmaler aufgrund ihrer Theologie - mit der Ikone soll in Bild und Herstellung Gottes Schöpfung gefeiert und Gott gehuldigt werden - auf möglichst natürliche Pigmente zurückgreifen trotz der größeren Auswahl industriell gefertigter Farben. Faszinierend.

Update 15.50 Uhr
Nun ist auch die zweite Maschine fertig und uafgehängt bzw. im Trockner und zwischendurch habe ich ein wenig Augenpflege betrieben. :) Außerdem habe ich die Einleitung und das Kapitel 1 "Ocker" meines Buches gelesen. In de ersten Kapitel reist die Autorin nach Australien und beschäftigt sich dort mit der Farbe und deren Nutzung durch die Aborigine, wobei bestimmte Aspekte Geheimnisse sind, deren Wissen ihr als Fremde und als Frau nicht erlaubt ist.
Wenngleich interessant, nehme ich jetzt erst einmal eine Pause von den Farben und schaue mal, womit ich mir gleich etwas die Zeit verbreiten werde. :)

Update 20.00 Uhr
Die Wäsche ist oben bzw. reingeholt, Merlin konnte überzeugt werden,e twas von dem Fischfutter zu sich zu nehmen (die letzten Tage war er mal wieder extrem mäkelig, mein Sturkopf) und ich habe ein wenig Online-Zeit vebracht und etwas mehr als die Hälfte von dem Comic "The Imitation Game: Alan Turing Decoded"  gelesen. Es ist eine Biographie Turings und zeitlich ist gerade der 2. Weltkrieg vorbei. Mathematische Logik - sie hat mir schon in der Abizeit Probleme bereitet und es ist nicht besser geworden. ;) Soweit der Comic versucht hat, mir das Entscheidungsproblem und Turings Ansatz für dessen Unlösbarkeits"nachweis" verständlich zu machen, habe ich gedanklich ausgesetzt, lach. Passenderweise gibt es dort ein paar Panels, auf denen Turing an einem langen Papierband Erklärungen abgibt und dabei Kollegen hinter sich lässt. Ich fühlte mich vom Verständnis deutlich weiter zurückgelassen. Das ist einerseits schon etwas unschön, andererseits sind es nur ein paar Panel und ich muss nicht alles verstehen, was Turing durch den Kopf geht. :)

letzes Update 22.15 Uhr
Ich verabschiede mich jetzt auch. Gelesen habe ich nichts mehr, ich war auf youtube unterwegs. Über meine Timeline wurden mir PitchMeetings von Ryan George auf dem Kanal Screenrant bekannt und der gute Herr hat auch einen eigenen Kanal und viele seiner Sachen treffen meinen Humor. (Klick - z.B. 90's Show und der zeitreisende Reporter)

Oh und ich habe entdeckt, dass Jennifer Ehle "Pride and Prejudice" auf ihrem Kanal gelesen hat, also just for fun und privat. Ja, die Jenifer Ehle aus der BBC-Verfilmung mit Colin Firth. klick zu Youtube

Habt noch einen schönen Restsonntag, falls Ihr noch auf seid, ansonstens gute Nacht und ich hoffe, wir lesen uns spätestens in einem Monat wieder.