
Wie gestern habe ich auch heute den Tag mit einer Runde Nordic Walking begonnen (das Osterfeuer schwelte noch leiste vor sich hin)- und sitze nun mit meinem restlichen Kaffee und einer Möhre auf dem Balkon. Nebenher habe ich die Känguru-Offenbarung zu Ende gehört. Die Bücher um das Beuteltier und seinen Chronisten leben vom satirischen Wortwitz - und manchmal lachte ich heraus, manchmal blieb mir das Lachen im Hals stecken.Ella Maillart habe ich bereits mit auf den Balkon genommen. Da ich heute etwas später als gestern dran bin, ist es unter der Decke auf dem Balkon auch im morgendlichen Schatten nicht zu kalt (was eine Stunde Unterschied doch ausmacht).
Update 12.10 Uhr
Irgendwie habe ich es geschafft, in den letzten zwei Stunden mehr meine kleine Heulboje zu beobachten und zu streicheln, als zu lesen. Aber ein wenig bin ich dennoch mit Ella Maillart dem Kaukasus nahe gekommen. Sie beschreibt ihre Anreise im Zug in der "harten Klasse", d.h. die zwei Abteile, die die 12köpfige Gruppe nutzt, können in 7 Liegeplätze umgewandelt werden, keine Matratzen o.ä. , , im Zug bereitet man die Mahlzeiten zu, ggf. besorgt man sich auf den Bahnhöfen Wassermelonen. Ab Nal'chik geht es mit Karren weiter Richtung Kaukasus, den die Gruppe von Norden nach Süden durchqueren will. Meine Bewunderung für die damals ca. 27jährige Schweizerin wächst weiter: Ich käme nicht auf die Idee, solch ein Unterfangen zu beginnen, erst recht nicht allein, im Ausland und ohne die Sprache zu beherrschen (weder russisch noch die der anderen Sprachgruppen). Und das dann auch noch 1930.Update 15.00 Uhr
Zusammen mit Ella Maillart bin ich nun wieder zurück in Europa. Mir gefällt ihr Erzählstil wirklich. Sie schreibt im Präsens, ist begeistert und interessiert. Sie schreibt nicht nur von ihren Touren, sondern z.B. auch davon, wie ein paar nationale Schuhe erstellt werden, beschreibt wie eine Mahlzeit unterwegs zubereitet wird, wo quasi ein Fliegenfest stattfindet, von Gesprächen mit Mitreisenden etc. Obwohl 1930 geschrieben und mich zeitgenössischen Begriffen manchmal irritierend, merkt man nach fast 90 Jahre noch immer die Begeisterung Maillarts - und die damalige Aufbruchstimmung. Das ist schon was - ich bin mit diesem Buch übrigens auch besser (und schneller) zurechtgekommen als mit "Karte der Wildnis" von Robert Macfarlane. Letzteres liegt hier noch immer wie vor einem Monat unterbrochen und ich habe noch immer kein wirkliches Bedürfnis, es aufzunehmen.
Update 17.45 Uhr
Der örtliche Rewe hat letzte Woche begonnen, auch Sushi-Sachen anzubieten, und sogar verschiedene vegetarisch abgepackte Sachen. Ich hatte mich für Inside-Out-Sushi mit Avocado, Paprika und Rukola entschieden - das war mein heutiges spätes Mittagessen. :) Ich habe mich danach mit meiner vor, hm, 3 oder 4 Jahren bereits einmal installierten Comixology-App beschäftigt. Inzwischen ist Comixology ein Unternehmen der Amazon-Gruppe, ich habe meine Kunden-Konto daher zusammengeführt, meine ganzen alten Comics (im Wesentlichen Doctor Who) wieder gefunden und die bei Amazon gekauften tauchten nun auch in der App auf. Direkt hinzu gekommen ist die digitale kindle-Version von "Hellboy: The Complete Short Stories Volume 1 (English Edition)", die Hellboys Standalone-Abentuer von 1947 bis 1961 abdecken und die es aktuell für knapp 5,90 EUR und damit knapp 17 Euro günstiger als die Printversion gibt. Perfekt zum Antesten; einer der Empfehlungstipps von Konstanzes Mann (danke!).
Inzwischen habe ich 4 der Stories gelesen (Pancakes - kurz, knackig, witzig, The Midnight Circus - meine Güte, wie gruselig-traumatisch für Hellboy, The Nature of the Beast und dann noch King Vold - jeweils sowohl actionhaltig als auch witzig) und mag jede von ihnen, wobei mich die ersten beiden von den vieren stärker beeindruckten, vielleicht auch wegen des Bezuges zu Astaroth. Ich glaube, der weitere Kurzgeschichtenband könnte auch alsbald hier landen ...
letztes Update 20.35 Uhr
Ich habe noch ein paar weitere Hellboy-Geschichten gelesen, von denen die meisten zusammen hängen und 1956 in Mexiko spielen. Ein wenig fand ich die Kämpfe in diesen Stories repetitiv, aber sie waren dynamisch und neben der Action gab es den wesentlich wichtigeren roten Faden um den jüngsten der drei Wrestler-Brüder, Esteban. Vermutlich werde ich nachher noch ein oder zwei Geschichten lesen, momentan sitze ich aber daheim mit einem Troll-Rätselheft und versuche, ein riesengroßes Kreuzgitter zu lösen. Das wird mir heute nicht gelingen (und sowieso nicht vollständig, wie ich aus Erfahrung weiß), aber ich habe einen Anfang gemacht. :) Ich wandere nachher in meine Koje, denn morgen beginnt meine Arbeitswoche (hach, nur 4 Tage, aber oh, ich bin allein mit unserem Newbie, der allerdings erst morgen Nachmittag und an einem anderen Standort arbeitet).
Und somit schließe ich den Ostermontag-Lesetag-Eintrag. Wir lesen uns!




