Montag, 22. April 2019

Lesetag - Ostermontag

Ein weiterer freier Tag - wenig Blog- und Lesezeit in den letzten Wochen, warum also nicht die Gelegenheit nutzen und einen weiteren Online-Lesetag einlegen?

Wie gestern habe ich auch heute den Tag mit einer Runde Nordic Walking begonnen  (das Osterfeuer schwelte noch leiste vor sich hin)- und sitze nun mit meinem restlichen Kaffee und einer Möhre auf dem Balkon. Nebenher habe ich die Känguru-Offenbarung zu Ende gehört. Die Bücher um das Beuteltier und seinen Chronisten leben vom satirischen Wortwitz - und manchmal lachte ich heraus, manchmal blieb mir das Lachen im Hals stecken.

Ella Maillart habe ich bereits mit auf den Balkon genommen. Da ich heute etwas später als gestern dran bin, ist es unter der Decke auf dem Balkon auch im morgendlichen Schatten nicht zu kalt (was eine Stunde Unterschied doch ausmacht).

Update 12.10 Uhr 
Irgendwie habe ich es geschafft, in den letzten zwei Stunden mehr meine kleine Heulboje zu beobachten und zu streicheln, als zu lesen. Aber ein wenig bin ich dennoch mit Ella Maillart dem Kaukasus nahe gekommen. Sie beschreibt ihre Anreise im Zug in der "harten Klasse", d.h. die zwei Abteile, die die 12köpfige Gruppe nutzt, können in 7 Liegeplätze umgewandelt werden, keine Matratzen o.ä. , , im Zug bereitet man die Mahlzeiten zu, ggf. besorgt man sich auf den Bahnhöfen Wassermelonen. Ab Nal'chik geht es mit Karren weiter Richtung Kaukasus, den die Gruppe von Norden nach Süden durchqueren will. Meine Bewunderung für die damals ca. 27jährige Schweizerin wächst weiter: Ich käme nicht auf die Idee, solch ein Unterfangen zu beginnen, erst recht nicht allein, im Ausland und ohne die Sprache zu beherrschen (weder russisch noch die der anderen Sprachgruppen). Und das dann auch noch 1930.

Update 15.00 Uhr
Zusammen mit Ella Maillart bin ich nun wieder zurück in Europa.  Mir gefällt ihr Erzählstil wirklich. Sie schreibt im Präsens, ist begeistert und interessiert. Sie schreibt nicht nur von ihren Touren, sondern z.B. auch davon, wie ein paar nationale Schuhe erstellt werden,  beschreibt wie eine Mahlzeit unterwegs zubereitet wird, wo quasi ein Fliegenfest stattfindet, von Gesprächen mit Mitreisenden etc. Obwohl 1930 geschrieben und mich zeitgenössischen Begriffen manchmal irritierend, merkt man nach fast 90 Jahre noch immer die Begeisterung Maillarts - und die damalige Aufbruchstimmung. Das ist schon was - ich bin mit diesem Buch übrigens auch besser (und schneller) zurechtgekommen als mit "Karte der Wildnis" von Robert Macfarlane. Letzteres liegt hier noch immer wie vor einem Monat unterbrochen und ich habe noch immer kein wirkliches Bedürfnis, es aufzunehmen.

Update 17.45 Uhr
Der örtliche Rewe hat letzte Woche begonnen, auch Sushi-Sachen anzubieten, und sogar verschiedene vegetarisch abgepackte Sachen. Ich hatte mich für  Inside-Out-Sushi mit Avocado, Paprika und Rukola entschieden - das war mein heutiges spätes Mittagessen. :) Ich habe mich danach mit meiner vor, hm, 3 oder 4 Jahren bereits einmal installierten Comixology-App beschäftigt. Inzwischen ist Comixology ein Unternehmen der Amazon-Gruppe, ich habe meine Kunden-Konto daher zusammengeführt, meine ganzen alten Comics (im Wesentlichen Doctor Who) wieder gefunden und die bei Amazon gekauften tauchten nun auch in der App auf. Direkt hinzu gekommen ist die digitale kindle-Version von "Hellboy: The Complete Short Stories Volume 1 (English Edition)", die Hellboys Standalone-Abentuer von 1947 bis 1961 abdecken und die es aktuell für knapp 5,90 EUR und damit knapp 17 Euro günstiger als die Printversion gibt. Perfekt zum Antesten; einer der Empfehlungstipps von Konstanzes Mann (danke!).

Inzwischen habe ich 4 der Stories gelesen (Pancakes - kurz, knackig, witzig, The Midnight Circus - meine Güte, wie gruselig-traumatisch für Hellboy, The Nature of the Beast und dann noch King Vold - jeweils sowohl actionhaltig als auch witzig) und mag jede von ihnen, wobei mich die ersten beiden von den vieren stärker beeindruckten, vielleicht auch wegen des Bezuges zu Astaroth. Ich glaube, der weitere Kurzgeschichtenband könnte auch alsbald hier landen ...

letztes Update 20.35 Uhr
Ich habe noch ein paar weitere Hellboy-Geschichten gelesen, von denen die meisten zusammen hängen und 1956 in Mexiko spielen. Ein wenig fand ich die Kämpfe in diesen Stories repetitiv, aber sie waren dynamisch und neben der Action gab es den wesentlich wichtigeren roten Faden um den jüngsten der drei Wrestler-Brüder, Esteban. Vermutlich werde ich nachher noch ein oder zwei Geschichten lesen, momentan sitze ich aber daheim mit einem Troll-Rätselheft und versuche, ein riesengroßes Kreuzgitter zu lösen. Das wird mir heute nicht gelingen (und sowieso nicht vollständig, wie ich aus Erfahrung weiß), aber ich habe einen Anfang  gemacht. :) Ich wandere nachher in meine Koje, denn morgen beginnt meine Arbeitswoche (hach, nur 4 Tage, aber oh, ich bin allein mit unserem Newbie, der allerdings erst morgen Nachmittag und an einem anderen Standort arbeitet).

Und somit schließe ich den Ostermontag-Lesetag-Eintrag. Wir lesen uns!

Sonntag, 21. April 2019

Lesesonntag im April 2019 - Ostersonntag

Guten Morgen! Ich konnte mich heute an dem strahlend schönen Morgen endlich aufraffen und bin eine Runde Walken gegangen. Es war ruhig, ich habe nur zwei weitere Walkerinnen getroffen, die Vögel zwitscherten ... schön! Ich sollte nun daran arbeiten, regelmäßig zu walken. ;)

Während des Walkens und des Zubereitens des Frühstücks habe ich Marc-Uwe Klings Känguruh-Chronik weiter gehört, konkret die "Känguru-Offenbarung". Vor diesem Hintergrund war es beim Walken ganz gut, dass kaum Menschen unterwegs waren. Die beiden Walkerinnen schauten nur leicht irritiert, vermutlich, weil ich vor mich hingrinste und ein Kichern unterdrückte.

Jetzt bin ich auf den Balkon gewandert,  genieße gleich mein Frühstück und werde dabei darüber nachdenken, ob ich der Chronik weiter zuhöre oder ob - und was - ich lese.

Update 10.50 Uhr
Morgens vor 9 wird es auf dem schattigen Balkon doch kalt, selbst wenn man einen langärmligen Pullover an, eine Decke über den Beinen und einen Kater auf den Oberschenkeln hat. Ich bin also wieder in die Wohnung umgezogen und habe mir "Der Sog der Tiefe" gegriffen. Ja, das ist der Roman, den ich am letzten Lesesonntag begonnen hatte und in dem es um den Meeresbiologen Cal geht, der eher zufällig in Ereignisse um einen Jahrzente zurückliegenden Todesfall hineingezogen wird. Ich habe in dem Buch tatsächlich seit einem Monat nicht mehr hineingeschaut. Nun ja, im vergangenen Monat habe ich insgesamt kaum gelesen; solche Zeiten gibt es halt immer mal wieder. Jedenfalls hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, wieder in das Buch hinein zu kommen und ich bin nun auf Seite 344 von 408. Am heutigen Sonntag werde ich den Roman sicher beenden und hoffentlich erfahren, was damals mit Megan Bates genau passiert ist.

Update 11.50 Uhr
 "Sog der Tiefe" liegt beendet neben mir und ich habe mich auch dieses Mal wieder von Mark Douglas-Home unterhalten gefühlt, aber Cal und seine Arbeit hätten gern eine größere Rolle spielen dürfen. Was diesen Bereich angeht, hat mir das erste Buch um den Meeresbiologen mehr gefallen.

Jetzt werde ich erst einmal meine Bettwäsche neu beziehen, um sie später in die Waschmaschine packen zu können (es gibt doch keine Regel, dass man Ostern nicht waschen sollte o.ä.? Selbst wenn, wäre es jetzt zu spät, da gerade eine Ladung Handtücher gewaschen wird).

Update 13.45 Uhr
Die Wäsche wäscht, die neue Bettwäsche ist aufgezogen und ich habe zwischenzeitlich Marc-Uwe Kling und das Beuteltier in den USA begleitet. Nun ja, aktuell sind sie schon wieder in den USA (Seattle), da sie den Flug von L.A. nach Ho-Chi-Minh-Stadt angetreten haben, der u.a. über Toronto, Brüssel, Seattle führt. Und vielleicht hat Mar-Uwe einen Pinguin in Toronto gesehen - oder auch nicht. Jedenfalls hat er in L.A. einem Produzenten ein paar Szenarien für ein Drehbuch vorgeschlagen.* Einer davon war, dass die vampirizierten Schriftsteller Shakespeare und Cervantes heute eine Midlife-Crises haben und offenbar auch unterwegs sind. Ich habe nun mal nachgeschaut, die von mir gehörte Offenbarungs-Edition ist 2016 erschienen. Vor zwei oder drei Wochen habe ich in einem Buchladen ein Buch gesehen, in dem es um Goethe und Schiller geht, die heute auf Leserreise gehen ("Unsterblichkeit ist auch keine Lösung") ...
*"Quality-Land" soll zur HBO-Serie werden.

Update 17.10 Uhr
Mein kaltes Mittagessen gab es spät, aber zwischendurch hatte ich mir immer wieder Blaubeeren gegönnt, mal mit Joghurt, mal mit Eis, mal mit Joghurt und Eis. :)

Nebenher habe ich zugehört, was das Beuteltier und sein Chronist so getrieben haben. Inzwischenhat das Beuteltier eine sehr lange Fastenzeit hinter sich, ihm wurde etwas offenbart und die beiden sind in einen Turm auf einer griechischen, ähm nicht mehr griechischen Insel gegangen.

Aktuell höre ich mir gerade noch eine Rumination zu einer Babylon5-Folge an (Kanal von Lorerunner) und sobald diese  Folge beendet ist, werde ich darüber nachdenken, zu welchem Buch ich in anschließend greife.

Update 19.55 Uhr
Die Wäsche ist aus dem Trockner befreit- Handtücher und Bettwäsche, da hat sich die Befüllung gelohnt und die allgegenwärtigen Katzenhaare sind auch aus dem Gewebe raus. Während draußen die Vögel zwitscherten, hatten Merlin und ich es dann auf der Couch bequem gemacht und nach ein wenig Bubble-Shooting habe ich  mir Philip Pullmanns "Die Abenteuer von John Blake" gegriffen, ein Comic illustriert von Fred Fordham. Der Junge John Blake ist aufgrund eines merkwürdigen Experimentes, an dem sein Vater beteiligt war und dass mit energiereichen Teilchen zu tun hat, auf dem Segelschiff "Mary Alice" gelandet, einem Gespensterschiff, dass über die Jahrhunderte immer wieder gesichtet wurde. Der Comic erzählt insbesondere davon, wie das Mädchen Serena während eines Sturms über Bord geht und gerettet wird - und sich dann auf dem Gespensterschiff wiederfindet. Es ist ein flott erzähltes Zeitreiseabenteuer mit Verfolgungsjagd und Action. Es ist ... kompakt, d.h. auf mehr Seiten oder in mehr Bänden hätte die in diesem Comic erzählte Story mehr Tiefe haben können, besonders was Roger, Danielle und auch John Blake angeht und natürlich den Hintergrund der anderen Besatzungsmitglieder. Vielleicht kommt Philip Pullmann ja zur Mary Alice zurück und erzählt mehr von ihr und den Abenteuern ihrer Crew.

Mal sehen, womit ich mich gleich beschäftige. Ich plane, noch wenigenstens ein Update zu schreiben. Schließlich kann ich ja morgen ausschlafen und muss nicht - wie sonst nach den Lesesonntagen - ins Büro. :)

letztes Update 22.15 Uhr
Ich war etwas unentschlossen und habe deshalb erst noch eine Rumination-Folge von Babylon5 angehört und ein Sandwich zu Abend gegessen. Dann griff ich zu Ella Maillarts "Ausser Kurs". Vor einigen Jahren habe ich von dieser Reiseschriftstellerin "Ti- Puss - Mit einer Katze durch Indien" gelesen und war von der Art und Weise ihrer Erzählung angetan. Ich weiß nicht mehr genau, wer von meinen Goodreads-Freunden diesen Bericht über Ella Meillarts Reise in die damalige UdSSR im Jahr 1930 gelesen hatte, aber das Buch landete damals auf meiner Merkliste. "Ausser Kurs" bezieht sich offenbar nicht auf das Abkommen von einem Reisekurs, sondern Maillart kommt im sozialistischen in Aufbruchstimmung befindlichen Moskau zu der Erkenntnis: "Unsere Werte sind hier außer Kurs gesetzt. Die Definitionen, in die wir unsere Ideen einpacken, sind in Moskau nur leere Kisten, die ienem die Sicht versperren..." Dabei bezieht sich "unser" und wir auf die ausländischen Touristen und ihre Perspektive z.B. betreffend Individium, Religion, Gemeinschaftsleben. Ich mag auch hier die Neugierde und Begeisterung, mit der Maillart von ihren Begegnungen in Moskau erzählt. Zugleich aber fühlt sich die Lektüre für mich etwas merkwürdig an, wenn von Gemeinschaftsküchen die Rede ist, dem Sport (Körperkultur) in der Gesellschaft, dem proletarischen Tourismus oder der Bewusstseinsbildung der jungen Menschen. Hm. Maillart jedenfalls hat sich gerade entschieden, in den Kaukasus zu reisen - ich allerdings werde in mein bequemes Bett reisen.

Ob ich morgen einen weiteren Online-Lesetag einlege, werde ich morgen spontan entscheiden. Auf jeden Fall habe ich heute mehr gelesen als in den letzten, hm, drei Wochen oder mehr. ;) Es war wieder ein schöner und entspannender Lesesonntag mit Euch!

Wir lesen uns!