Sonntag, 18. Juni 2023

Lesesonntag im Juni 2023


Guten Morgen zum Zweitfrühstück. 


 Mein erstes gab es gegen halb sieben - im Bett :).

Gegen 8 habe ich mich dann fertig gemacht, um einen morgendlichen Spazier-Übungsgang zu machen. Mein Knie rechts muckert seit ein paar Tagen, was die Belastung rechts beim Versuch des vernünftigen Gehens leider beeinflusst. Wenn ich erst einmal meinen Rhythmus gefunden habe, geht es, aber ich muss zwischendurch Pausen machen und dann erst wieder in den Rhythmus finden. Nun ja... immerhin: Ich machen den Gang freihändig ohne Stöcke und er dauert ca. 20 Minuten. Zugegebenermaßen mache ich ihn aber nur, wenn ich keine Reha-Anwendungen habe. Nach einer Stunde Sport in der Reha, in der am Ende immer auch Laufband-Training steht (und nach den übrigen Aufbauübungen komme ich dort zur Zeit auf 13 Minuten), habe ich abends keine Energie mehr, einen so langen Gang zu machen. :) Anfang Juni hat mir der BG-Arzt eine vierte Verordnung für Reha-Maßnahmen aufgeschrieben und wir beide hoffen, dass ich danach - ca. Ende Juni - in die Belastungserprobung/Wiedereingliederung starten kann. :) Seit ca. einer Woche kaufe ich wieder allein ein - die kurzen Fahrten mit dem Auto klappen und ich bin glücklich, wieder ein Stück Freiheit zurückgewonnen zu haben. :)

Die Merlinsocke kämpft bei diesem Wetter mit weiteren Problemen: Appetitlosigkeit (was bei ihm wirklich schlecht ist, weil er zuletzt abgenommen hatte) und - wenn ich das Laie über das Telefon richtig verstanden habe - etwas Wassereinlagerungen, die auch die Lungenfunktion beeinträchtigen. Er bekommt daher aktuell auch etwas zum Entwässern und dadurch ist das Atmen besser geworden. Ich bin für jeden Tag, den die Socke mit mir verbringt, isst und von sich aus zu mir kommt - auch immer noch trotz weiter verschlechterter Sehfähigkeit über die treppenartig aufgestellten Kisten auf das höhere Bett - so dankbar und glücklich.

Lesetechnisch bin ich unter der Woche mit Agatha-Christie und ihren Poirot-Romanen beschäftigt und lese aktuell "Peril at End House". Zwar habe ich "Black Coffee" noch nicht beendet, aber ich wünschte, ich hätte statt der Novelisierung von Charles Osborn doch das Original-Theaterstück von ihr - diese Novelisierung wirkt irgendwie gestelzt, bemüht und ... nicht echt. Ich habe etwas Mühe, sie zu beenden und wollte lieber ein "Original" lesen. ;) Ob ich die letzten Seiten von "Black Coffee" heute lese, weiß ich noch nicht. Ich weiß insgesamt noch nicht, was ich heute lese oder ob ich eher so meinen Tag verbringe, aber egal was es sein wird, es folgt ein Update. :) 

Update 13.20 Uhr
Merlin hat seine Mittagsmedikamente bekommen und hat jedenfalls ein bisschen gefressen. Ich habe zwischenzeitlich die Sportwäsche aufgehängt, etwas Melonen(schalen)-Blatt-und-anderes-Salat gegessen und ein paar "Hausaufgaben" gemacht zur Stärkung der Muskulatur + des unteren Rückens. Letztere tut mir gerade häufiger weh, weil ich "unter Spannung" gehe - ich konzentriere mich auf Hüftbewegung, Beinstreckung, Schrittlänge, entspannt gehen sieht anders aus und fühlt sich anders an. Aber ich bin auf dem Weg dorthin, lach. 

Während ich dann wegen meiner geschwollenen Füße - das Wetter verstärkt rechts und bewirkt links - in der Stuhllage war, habe ich "Black Coffee" ausgelesen und, wie angedeutet, ich fand es eher unbefriedigend. Hm, greife ich zu "Peril at End House" oder lasse ich mir das als reines Reha-Buch? Ich werde berichten. 

16.20 Uhr
Ich habe ein wenig "Dorfromantik" gespielt und danach zu "When Woman were Dragons" von Kelly Barnhill gegriffen und zwischendurch sind mir die Augen zugefallen. Natürlich. :) Die Merlinsocke schnorchelt neben mir - auch kein Wunder, ich habe sie in der Nacht gehört und werde sie vermutlich auch nächste Nacht hören, wie sie durch die Wohnung streift. Da darf Kater am Tag auch erledigt sein und schnarchen.

Weit bin ich in "When Women were Dragons" noch nicht gekommen. Die Erzählerin Alex(andra) lässt usn an ihren Erinnerungen teilhaben: Wie ihre Mutter zeitweise fort war, wie sie ihren ersten Drachen sah, wie ihre Tante im elterlichen Haus half, bis (und wie) ihre Mutter zurückkam ... Unterbrochen werden die Passagen von Zitaten aus Reden/Werken des Wissenschaftlers Dr. H. N. Gantz, der sich mit dem "Dragoning" beschäftigt. Diese Methode, mehrere Sichtweisen aus unterschiedlichen Informationsquellen einzubringen, sehe ich bei Kelly Barnhill nicht zum ersten Mal und warum auch nicht. ;) 

21.45
Huch, wann ist es denn so spät geworden? Ich habe zwar die Küche etwas aufgeräumt, zu Abend gegessen (Pizza Pasta) und den Kater so versorgt, dass er nur noch Antibiotikum und sein Nachtmedikament benötigt, aber trotzdem .. Nun ja, okay, die Wäsche ist auch drin und ich habe etwas Serie geschaut ("Manifest", der Beginn erinnert mich stark an "Die Anomalie" von Le Tellier, aber dann divergieren die Plots). Mit dem Kelly-Barnes-Buch bin ich dagegen nur ein paar Seiten weiter gekommen; offenbar nähern wir uns jetzt erzähltechnisch dem "Großevent" an, dem in 1955 stattfindenden massiven Dragoning-Ereignis. Trotzdem bin ich knülle und mir fallen die Augen zu. Deswegen werde ich jetzt auch Merlin mit dem Antiobiotikum quälen, das Nachtmedikament fertig machen und mir einen Timer setzen und noch ein paar Dehn- und Stretch-Übungen machen, bevor ich ins Bett gehe. Zur Not muss mich halt mein Timer wecken. :)

Das war es hier also für mich heute und ich hoffe, wir lesen uns spätestens im Juli wieder in diesem Theater. *wink*