Sonntag, 20. Januar 2019

Lesesonntag im Januar 2019

Guten Morgen! Beim Schreiben des Beitragstitels musste ich daran denken, dass Konstanze zum Ende des letzten Jahres hin fragte, wie es mit den Lesesonntagen in 2019 aussähe. Mir war überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass die Lesesonntag auf 2018 beschränkt sein könnten, lach. Ich hätte, wenn ich Konstanzes Frage nicht gelesen hätte, heute genau das hier getan, also den Beitrag für Janaur 2019 erstellt. :)

Fest vorgenommen für gestern hatte ich mir, "The Hopkins Manuscript" von RC Sherrif zu beenden - es waren auch nur noch ca. 60 Seiten. Das habe ich geschafft und ich bin etwas zwiegespalten, was die Wertung angeht. Es las sich im Großen und Ganzen gut weg, hatte aber auch an einigen Stellen Längen (ich bin tatsächlich in der ersten Hälfte, als es um die Zeit vor der Katastrophe (der Mond stürzt auf die Erde) geht, mehrfach eingeschlafen). Der Erzähler ist nicht gerade mein Favorit, die Stimme des Autors ist am deutlichsten im vorangestellten (kurzen) Vorwort aus der Zukunft und, nun ja, ich denke, für ein in 1939 erstveröffentlichtes Werk hätte der Autor etwas mehr "real" Science den Mond betreffend einbringen können (Sturz auf die Erde u. nach einem Tag wird mit dem Wiederaufbau begonnen z.B., und das ist nur ein Aspekt). Seufz, mal sehen ....

Wie auch immer, gestern war ich unterwegs in einer Buchhandlung und habe mir dort zwei Bücher mitgenommen und bin danach in das naheliegende Cafe gegangen, um mich zu stärken. Ich will heute in beide Bücher mehr hineinlesen und sie Euch vorstellen. Dazu aber später. Jetzt möchte ich erst einmal mein kleines Frühstück (nur Toast mit schwarzer-Johanneisbeer-Marmelade, Milchkaffee und ein Glas von dem Sekt, den ich für Silverster gekauft, aber nicht getrunken hatte) zu mir nehmen und ein bisschen mit Merlin katzeln.

Update 11.30 Uhr
Der zweite Milchkaffee ist geleert und Merlin hat sich  - natürlich - auf meine Unterarme genau in den Bereich gelegt, der zwischen Knietablet mit Laptop und meinem Bauch noch frei war. :) Das Schreiben ist so ein wenig ... herausfordernd. Aber nun.

Gestern habe ich in der Buchhandlung in ein paar Zeilen von "Die Karte der Wildnis" von Robert Macfarlane hineingelesen, heute war es bislang das Einleitungskapitel Buchenhain sowie drei weitere Kapitel. Macfarlane war die Welt mit ihren Straßen, Menschen, Industrien, ihrer Zivilisation ein wenig zu nah herangerückt und er verspürte das Bedürfnis, "wilde" Orte zu suchen, das wilde Land auf sich einwirken zu lassen. Leider bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich der Autor dabei auf Großbritannien und Irland bezieht (hiervon ist die Rede, soweit ich im Buch gekommen bin) oder auf Großbritannien und Nordirland; ich werde wohl warten müssen, bis er auf die andere Insel wechselt (ob dies nun ein Übersetzungsproblem ist oder nicht - an einer Stelle ist auch von "England und Irland" die Rede, vermag ich mangels Kenntnis des Originals nicht zu sagen).  Der Einleitung nach zu urteilen hat ihm dabei offenbar insbesondere Rogert Deakin "geholfen", den ich erst einmal nachschlagen musste: Deakin ist bereits verstorben, war seines Zeichens aber auch ein Naturliebhaber und Schriftsteller - er hat Großbritannien durchschwommen, ist gewandert, hat die Maple Tree Farm betrieben (offenbar ist ein editiertes Tagebuch veröffentlicht worden). Macfarlane schreibt, bereits in den ersten Kapiteln teils minutiös, was er wahrnimmt, was er tut, gibt aber auch Hintergrundinformationen zur Örtlichkeit, Legenden und welche Empfindungen in ihm ausgelöst werden. So habe ich tatsächlich eine Gänsehaut bekommen, als er davon spricht, dass ihn (als Bergsteiger) eine unbestimmte urplötzliche Angst befiel, als er die Basis einer nadelartigen Bergspitze auf der Isle of Sky umfasste.  Seine Reisen werden in mehreren kürzeren Kapiteln geschildert und auch wenn sie sich gut anlesen lassen, werde ich jetzt doch neugierigerweise in das andere Buch hineinschauen.

Update 15.00 Uhr
Das zweite gestern gekaufte Buch ist "Der Patient H.M." von Luke Dittrich. Der titelgebende Patient wurde vom Großvater des Autors operiert. Der Patient Henry litt an heftiger Epilepsie, der Arzt entfernte Hirnmasse und das Ergebnis war, dass Henry überlebte, aber verlor die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden. Der Klappentext gibt an, dass es in diesem Buch um diese Patienten-Arzt-Geschichte geht und um die Hirnforschung. Jetzt, nach gut 105 Seiten, habe ich Henry etwas kennengelernt und erheblich mehr über den Autor und seinen Großvater und dessen Ehefrau erfahren. Letztere erkrankte psychisch und wurde in eine Nervenanstalt in Hartfort eingewiesen, was dem Autor als Aufhänger für Einblicke in Behandlungspraktiken dieses Instituts ca. 1944 bietet und Lobotomie-Eingriffe u.a. eines Dr.  Freeman vor und nach 1936, die mir Gänsehaut verursachen.
Luke Dittrich bewegt sich zwar fast etwas mäandernd durch die Materie, aber ich gehe davon aus, dass er die Entwicklung seines Großvaters und dessen Interesse an Eingriffen am Gehirn schildern will - zumal es den persönlichen Bezug zur Ehefrau gab. Dennoch kann ich nicht verhehlen, dass ich aktuell ein wenig den titelgebenden Henry vermisse. Faszinierend zu lesen ist das Buch jedenfalls, weshalb ich auch unsicher bin, ob ich hierbei bleibe oder vielleicht das Buch wechsle. Ich werde berichten.

Update 18.00 Uhr
Ich bin weiter bei "Der Patient H.M." geblieben. Auch wenn es auf den nächsten 70 Seiten nur wieder sehr kurz um Henry und im Übrigen um die Entwicklung der Neurochirurgie, insbesondere im Zusammenhang mit dem Großvater Dr. Scoville des Autors ging - auch das ist eine faszinierende Lektüre, allerdings auch entsetzlich. Lobotomie wurde nicht nur als Behandlungsmethode eingesetzt, sondern zu Studienzwecken am lebenden Menschen. Es wird auch auf andere Therapiemethode eingegangen, z.B. Hypothermie und auf welcher Basis der Arzt (nicht der Großvater) seine Therapie entwickelte, nämlich aufgrund menschenverachtenden grauenvollen Nazi-Experimente. Ich  brauche jetzt erst einmal eine Pause von dieser immer wieder zu H.M. zurückkehrenden Medizinhistorie und melde mich später wieder.

letztes Update am Lesesonntag
Ich habe mir dann doch erst einmal eine Auszeit von dem H.M.Buch gegönnt und mir ein paar Clips auf youtube angeschaut, die Merlinsocke versorgt und dann über skoobe "All Systems red" von Martha Wells ausgeliehen aus der Murderbots-Diaries-Reihe. Ein Unternehmen (offenbar) kontrolliert und reguliert die Erforschung von neuen Planeten und schließt it Interessierten Verträge ab, wobei eine Bedingung immer die Anwesenheit einer SecUnit des Unternehmens ist. Die Story wird von einer SecUnit erzählt, die eine Forschungsgruppe gerade auf einem Planeten begleitet, den Job als langweilig empfindet - bis eine indigene Lebensform plötzlich zwei "ihrer" Menschen angreift. Wie Martha Wells hier erzählt und die SecUnit - die sich Murderbot nennt - auftreten lässt, gefällt mir sehr und so war ich die letzten gut zwei Stunden voll in der Story drin, um zu erfahren, wie es Murderbot und ihren Menschen weiter ergeht, denn offenbar gab es einen Glitch in den Informationsdatenbanken (von der indigenen Lebensform war nämlich keine Rede) und noch an anderen Stellen. Oh, und die erzählende Murderbot hat ihren Regulierungs-Chip gehackt... Aktuell habe ich ca.75 % der kurzen Geschichte gelesen und mal sehen, vielleicht packe ich den Rest heute noch, bevor mir die Augen im Bett zufallen. ;)

Ich habe den Lesesonntag wieder sehr genossen und freue mich schon auf den Februar, wenn ich hoffentlich wieder Zeit für die Teilnahme habe.

Wir lesen uns! 

Dienstag, 1. Januar 2019

Jahreswechsellesetage Neujahr 2019

Guten Morgen im neuen Jahr, das bei mir mit einem ausgiebigen Bagel-Frühstück beginnt - natürlich im Bett, lach.

In der Nacht ist es in der Tat ab 1.00 Uhr ruhig geworden, aber letztlich ab in der Schlummerkiste sind Merlin und ich erst gegen 2 Uhr. Geweckt wurde ich heute früh nicht von Merlin, sondern von Krähen, die sich frühmorgens vermutlich über den Dreck auf der Straße unterhalten haben. Diese Beschwerden eskalierten lautet netterweise erst gegen halb neun, sodass ich dann auch hoch bin und Merlin versorgt und dann mein Frühstück zubereitet habe.

Jetzt muss ich "nur" entscheiden, welches Buch ich als erstes in 2019 beginnen werde. :)

Update 12.45 Uhr
Seufz, ich scheine mich in die Reihe derjenigen einreihen zu müssen, deren Geschirrspüler kaputt gegangen ist. Ich hatte schon länger Probleme, manche Programme zu aktivieren, aber irgendwie sprang das Teil immer noch mal an. Heute allerdings bislang nicht. Nun, ich hatte schon darüber nachgedacht, das Gerät gegen ein neues sparsameres auszutauschen ... Ich werde dann am Samstag mal hier zum örtlichen Handel gehen, der hoffentlich auch austauscht und installiert. Vielleicht kann bei dieser Gelegenheit auch gleich die Spüle ausgetauscht werden, mit der ich schon länger hadere, weil - so hübsch das helle Material beim Küchenkauf auch war, es ist extrem empfindlich, ich bekomme es schon länger nicht mehr richtig sauber und es hat auch ein zwei defekte Stellen.

Lesetechnisch habe ich heute früh nicht zu einem der Weihnachtsbaumbücher gegriffen, sondern die ersten 100 Seiten in "Eiswelt" von Jasper Fforde gelesen. Der Roman spielt auf einer parallelen Erde, in welcher der Winter tiefer und länger andauert und Menschen begonnen haben, "Winterschlaf" in Dormitorien zu praktizieren, während einige Menschen wach bleiben und überwintern. Bei der Hibernation gibt es die pharmazeutisch induzierte Methode, in welcher die Droge Morphenox eine Rolle spielt - so man sie sich denn leisten kann, also nicht für alle Bevölkerungsschichten-, offenbar gibt es auch Gegenbewegung, die für eine andere Verteilung der Droge steht und scheinbar auch Anhänger einer natürlichen Methode (auf beide wird aktuell noch nicht wirklich eingegangen). Risikolos ist die Hibernation nicht, es gibt einen Schwund - sei es durch Schlaftod aufgrund technischer Probleme oder weil die Körperreserven aufgebraucht sind (daher werden auch Träume unterdrückt, da sie nur Energie verschwenden, die für die Hibernation anderweitig benötigt wird), weil man  in der Vorschlafzeit nicht genügend Kalorien angesammelt hat oder durch neuronalen Kollaps, der allerdings auch dazu führen kann, dass man aus der Hibernation wieder aufwacht.  Diese Nachtwandler genannten Menschen haben jedoch nur noch rudimentäre Erinnerungen zum Gehen und Essen, manchmal auch langgelernte Fähigkeiten wie das Rezitieren eines Gedichts. Und an dieser Stelle überlegte ich dann das erste Mal, ob ich den Roman wirklich weiterlesen möchte. Diese Nachtwandler sind, wenn man sie sich selbst überlässt, Zombies und ... *schüttel*. Beunruhigend ist zudem, was mit ihnen passiert, wenn sie von staatlichen Behörden aufgefunden werden - sie werden, wenn möglich, umgewandelt für gleichbleibende stoische Tätigkeiten oder, wenn das nicht mehr geht, für die übrige Bevölkerung als potentielle Ersatzteillager genutzt (und es gibt offenbar auch andere Möglichkeiten). Der Schwund (bei Hibernation bzw. normaler "Überwinterung") führe auch gesellschaftlichen Änderungen - das Geschlechterverhältnis wurde auf 70 : 30 verändert, es gibt Schwesternschaften der Unaufhörlichen Austragung, es gibt Austragungsbefreiungen ... Diese ersten 100 Seiten waren gleichermaßen fesselnd wie beunruhigend und schrecklich.

Update 16.15 Uhr
Hm, vielleicht hat mich der Geschirrspüler gehört, denn bei meinem entnervten nochmaligen Versuch rödelte er auf einmal bei einem der Programme los. Ich werde aber dennoch versuchen, mich direkt im Januar um dieses Küchen"problem" zu kümmern, wollte ich ja sowieso schon seit ein paar Monaten. ;)

In "Eiswelt" habe ich erst einmal nicht weiter gelesen; ich brauchte etwas anderes und griff zu "Miss Gladys und ihr Astronaut" von David M. Barnett. Nachdem ich die ersten ca. 135 Seiten gelesen habe, frage ich mich tatsächlich zunächst, ob man Witwen auch als "Miss" bezeichnet. Das aber nur am Rande. Der 47jährige (!) Thomas Major, seines Zeichens Chemotechniker, gelangt aufgrund bestimmter Umstände in das Raumschiff, das Großbritannien zum Mars schickt. Er soll als erster Mensch die Vorbereitungen für die weiteren Expeditionen treffen, was offenbar viel mit Kartoffelanbau zu tun hat, wie Thomas lernt (ließ mich spontan an Andrew Weirs "The Martian" denken). Thomas ist allzu glücklich, von der Erde wegzukommen; er ist ziemlich unhöflich, mürrisch und nicht sehr beliebt bei Ground Control. Als er bereits auf dem Weg zum Mars ist, versucht er, seine Exfrau anzurufen - und landet auf dem Handy von Gladys, einer 71jährigen, die mit ihren zwei minderjährigen Enkeln (James, offenbar noch ein Kind, und Elly, Teenager) zusammenlebt. Gladys ist an Demenz erkrankt, ihr Sohn Darren ist im Gefängnis, die Schwiegertochter verstorben und alle drei versuchen krampfhaft, am System vorbei zu kommen bis Darren entlassen wird, damit weder Gladys unter Betreuung noch die Kinder in die Pflege kommen ... Ihre Geschichte wird im Wechsel mit Toms Geschichte (mit Rückblenden in seine Kindheit und Jugend) erzählt und von diesen drei Strängen interessiert mich die von Gladys am ehesten, dann Toms Rückblenden, während mich der 47jährige Thomas aufgrund seines schon störrisch-kindischen Gebares in seinem aktuellen Job derzeit einfach nur nervt.

Also werde ich mich mal kurz von Gladys und Tom verabschieden und auf meinen Magen hören. Ich habe nämlich Hunger, weil ich das Mittagessen habe ausfallen lassen. :)

22.15 Uhr letztes Update Neujahr 2019
Doch, ich mag gebratene Pilze und Frühstücksspeck auf Toast, auch am späten Nachmittag. :)

Den Nachmittag habe ich abwechselnd in einer Höhle (Rusty-Lake-Spiel) und mit Gladys bzw. Major Tom verbracht. In dem Spiel bin ich recht gut vorangekommen, allerdings bin ich jetzt unter dem See und muss mechanische Rätsel lösen. Das verschiebe ich wohl auf einen anderen Tag.

"Miss Gladys und ihr Astronaut" habe ich beendet und es war ... nett. Ich kann nicht sagen, dass mich der Roman vom Hocker gerissen hat und auch wenn ich die persönlichen Beziehungen und Probleme und den Stress im Haushalt von Gladys sowie Toms Rückblenden grundsätzlich interessant geschildert fand, war der Rest der Geschichte für mich zu vorhersehbar. Nun, dieses von mir ausgesuchte Weihnachtsbaumbuch war halt nicht so recht was für mich. ;)

Merlin hat den Neujahrstag hauptsächlich schlafend verbracht; ich kann mir vorstellen, dass ihm auch noch die gestrige Anspannung in den Knochen steckte. Ich werde jetzt auch in die Koje wechseln, denn ab morgen früh geht es wieder ins Büro und die letzte Nacht war ja auch für mich etwas kürzer.

Ich vermute  stark, wir lesen uns am 3. Samstag im Januar wieder hier in diesem Theater.

Bis denne!

zum Jahreswechsel

2018 verlief für mich nicht wie erhofft. Zwar gab schöne Tage und Momente und viele entspannende und entspannte Lesestunden auf dem Balkon oder auf dem Sofa und Treffen mit Freunden. Aber angedachte Urlaubsfahrten und Besuche z.B. zur Nippon-Connection oder zum Geburtstag der Münchenerin konnte ich nicht realisieren,  ich habe es das ganze Jahr nicht geschafft, die Ostsee zu sehen, ein Mittelfußknochen machte knacks - und ich musste mich von Marlowe verabschieden.   


Ich vermisse ihn und ich bin mir sicher, Merlin vermisst seine Gesellschaft auch.




2019 hält Dinge für mich bereit, denen ich nicht aus dem Weg werde gehen können. Vielleicht sollte ich eins dieser Dinge vorziehen, damit ich das Thema hinter mir habe. Ich muss darüber nachdenken.

Unabhängig davon, ob es Euch ähnlich wie mir mit bereits bekannten Herausforderungen geht, wünsche ich Euch  für 2019 Kraft, Energie, Gesundheit, Menschen, die Euch lieben und die Euch beistehen, viele Wohlfühlmomente - und immer eine Portion Glück!