Dienstag, 31. Dezember 2019

Jahresend(lese)tage #4

Moinsen! Es is schon lustig, dass ich heute - nach dem Arbeitstag gestern - prompt ohne Wecker um halb sieben wach wurde. Nun, ich bin einfach mit meinem Milchkaffee wieder ins Bett gekrabbelt und habe geschaut, mit was ich mich beschäftigen kann. Bei skoobe habe ich "Das geheime Leben der Schneiderin" von Angelika Waldis gesehen und, da mich der Infotext ansprach, aufgeschlagen. Jolanda, genannt Jolie, ist die titelgebende Schneiderin und führt Änderungs- und Näharbeiten durch und näht sich gelegentlich selbst ein Stück. Sie ist auch diejenige der Kinder, die "vor Ort" in der Nähe der inzwischen betagten Eltern geblieben ist und regelmäßig die wegen Demenzs ins Heim verzogene Mutter besucht, während der Vater daheim geblieben ist und von seiner Halbschwester versorgt wird. Die Eltern werden alsbald 80 und Jolie ist dabei, eine Feier zu organisieren, die Geschwister wollen kommen - nur natürlich nicht Franz, der 17jährig im See ertrunken ist. Oder etwa nicht? Ich war ein wenig überrascht, dass ich, als sich mein Magen meldete, dann ca. in der Hälfte des - zugestandenermaßen nicht sehr langen - Romans angekommen war.  Zwar habe ich ihn jetzt erst einmal zur Seite gelegt, um zu frühstücken und später werde ich noch den letzten Flurdienst dieses Jahres erledigen, aber ich kann mir vorstellen, dass ich später heute zu dem Roman zurückkomme. Außer natürlich, z.B. Puzzle- und/oder Konsolenspiel lenken mich zu sehr ab. :)

Update 14.00 Uhr
Nun ja, ich habe den Flur erledigt (puh) und einen Plausch mit meinen beiden Nachbarinnen gehalten; ich freue mich, dass es der einen endlich etwas besser geht und die Bilder positive Veränderungen nach dem neuen Anlauf mit einer geänderten Chemotherapie zeigen. Ich drücke die Daumen, dass die positive Entwicklung enthält.

Ansonsten habe ich nicht viel gemacht außer mein aktuelles Puzzle vorzusortieren und nebenher Lorerunner-Clips zu hören und zwischenzeitlich Mittag zu essen (einfach ein weiteres Brötchen). Die Merlinsocke ist konsequent darin, das angebotene Feuchtfutter zu ignorieren und erst etwas davon zu essen, wenn ein wenig Trockenfutter  darauf liegt, seufz. Nun hängt er mit halb geschlossenen Auen auf dem Sofa. <3

Ich werde mich jetzt am Puzzlerand versuchen und mein Hörbuch ("Rip-Off") anmachen, in welchem diverse Autoren einen selbst gewählten ersten Satz eines bekannten Romans als Inspiration für eine eigenen Kurzgeschichte nehmen. Ich habe das Hörbuch bereits am 14.12.2019 begonnen, dann aber zugunsten anderer erst einmal zurückgestellt. Die letzte Story, die ich gehört habe, zog ihre Inspiration von Moby Dick und der Autor sponn daraus eine Art "Film noir" Privat-Detektiv-Story, in welcher  Charaktere der Geschichte auftraten - gefiel mir wirklich gut. Von den vorhergehenden drei Stories mochte ich ausgerechnet diejenige, die  Austens Pride & Prejudice ersten Satz als Inspiration nimmt, nicht. D.h., ich habe sie nicht einmal zu Ende gehört, weil mich der Sprecher nervte und ich mit dem Setting - ein Buchmacher, Sportevent, Gewinn und Heirat o.ä. - nichts anfangen konnte. Dann gab es noch eine von Marlowes "Edward II" inspirierte Story, die in der Zukunft spielt und ich mochte die Geschichte, kann aber nichts zum "Rip-Off"-Effekt sagen, da ich Marlowes Story nicht kenne. :) Die erste Geschichte zieht die Inspiration von den mir in keiner Weise etwas sagenden amerikanischen "Rootabaga-Stories" von Carl Sandburg und ich mochte auch diese Story "für sich allein". ;) Mal sehen, was mich als nächstes erwartet.

Update 17.30 Uhr
Drei weitere Kurzgeschichten sind zwischenzeitlich gehört. In "Begone"  wird die erste Linie aus "David Copperfield" der Beginn einer Story, in der ein Mann aufwacht, nur um festzustellen, dass in seinem Haus bei seiner Frau mit seiner Tochter ein Duplikat von ihm lebt. Sein Versuch, ins Haus zu gelangen, scheitert an einer Barriere, aber er kann das Duplikat erreichen und versuchen, seinen Platz zurückzugewinnen. Und dann wird es merkwürdiger - diese Story hat, wie ich nachgelesen habe, weniger etwas mit David Copperfiel zu tun (glaube ich, ich habe den Roman noch immer nicht gelesen), bezieht jedoch eine, nein zwei amerikanische Fernsehshows, die ich jeweils namentlich kenne und von denen ich als Kind vermutlich ein oder zwei Folgen gesehen habe. Der Protagonist dieser Story heißt übrigens Darrin und trifft in einer Bar auf einen Piloten namens Tony. Mehr will hier hierzu nicht sagen, nur, dass ich während des Hörens nur immer dachte, dass etwas vertraut war (bis ich es dann nachgelesen habe) und dass ich die Geschichte durchaus mochte. ;) In "Red Menace"  liest der Protagonist die erste Zeile des kommunistischen Manifestes in 1936 in London und kurz darauf öffent sich ein Tor im Himmel und Menschen, die aus "Mir" stammen landen auf der Straße. Was sich entfaltet ist eine "was wäre wenn"-Geschichte, die der Protagonist lebt - ich fand die Kurzgeschichte durchaus faszinierend. Zuletzt habe ich "Muse of Fire" gehört, eine Geschichte, die die erste Zeile von Henry V zum Anlass nimmt, einen Wissenschaftlicher auf seine Muse namens Hestia treffen zu lassen, die im Plasma-Höllenfeuer gefangen ist und die er befreien möchte - ebenfalls nicht schlecht, aber ich mochte die anderen beiden mehr.

Puzzle-Ergebnis während der drei Kurzgeschichten:


Update 20.30 Uhr
Zwei weitere Geschichten sind gehört. In "Writers Block" nimmt ein Schriftsteller die Zeile  "It was a dark and stormy night" und führt sie weiter, d.h. er hat mehrere verschiedene Ansätze und versucht eine Story zu entwickeln (u.a. eine, in welcher zwei Smart-Häuser als Detektive einen Krimi lösen sollen). So recht gelingt das nicht und dann überschlagen sich die Ereignisse, als er in einem Drugstore mit Krämpfen zusammenbricht. Ich mochte die Story sehr und fand das Ende nett. Die nächste Geschichte war "Highland Reel" und nahm Macbeths erste Zeilen zum Anlass, um ein junges Mädchen im frühen 19. Jahrhundert noch einmal nach Hause gehen zu lassen und dabei über ein Dorf zu stolpern mit Highlandern, die es eigentlich nicht geben dürfte in Häusern, die viel zu gut gebaut sind und Kleidung, die viel zu gut ist. Man ahnt, in welche Richtung die Story geht, nett, aber nicht wirklich mehr. ;)

letztes Update 01.30 Uhr
Inzwischen ist hier ruhig geworden. Das bedeutet, ich werde gleich in die Koje umziehen. Vorher wollte ich aber noch berichten, dass ich im neuen Jahr das Puzzle beendet habe (ich habe den ganzen Tag die Konsole gemieden und wurde daher auch nicht abgelenkt) und ebenso auch noch mein Hörbuch "Rip-Off". Es waren auch nur noch drei Stories und da die letzte kurz nach 24 Uhr endete, zähle ich das Buch noch zu 2019.Die Geschichte "Karen Coxswain, or, Death as She is Truly Lived" bezog die erste Zeile von Huckleberry Finn und auch wenn Mark Twain darin vorkam, die Story um eine Frau, die stirbt und dann in der Hölle einen Job bekommt, später kommt der Ex auch dorthin und sie versuchen offenbar, das Machtgebiet eines Dämons zu übernehmen,  hat mich so dermaßen nicht interessiert, dass ich tatsächlich die Abspielgeschwindigkeit erhöht habe, damit ich nicht so lange zuhören musste - die Sprecherin hat auch nicht geholfen, die Story für mich interessanter zu machen. Es folgte "Lady Astronaut of Mars", inspiriert von der ersten Zeile des Zauberers von Oz mit einer Dorothy, die in der Nähe des Mission-Startbereichs für Mars wohnte und die titelgebende Astronautin als "Lady Astronaut" bezeichnete. Wirklich überraschend war die Story nicht, aber sie war nett geschrieben. Wieder sehr gut unterhalten hat mich dann "Every Fuzzy Beast of the Earth, Every Pink Fowl of the Air", inspiriert vom ersten Satz der Genesis und ich mochte wirklich sehr die Darstellung der Arbeit der Engel bei der Erschaffung der Welt - und die unerwartete und auch ungewollte Hilfe, die ihnen zuteil wird.  Die Sammlung endete mit "Declaration", wobei die Unabhängigkeitserklärung der USA in einer Zukunft von Twens auf die aktuelle Situation umgearbeitet wird, da sie das Recht haben wollen, ohne Überwachung und Zeitbeschränkung virtuell online sein zu wollen bzw. komplett virtuell zu leben. Die Geschichte hat mich nicht vom Hocker gerissen, vielleicht lag das aber auch daran, dass ich vor nicht allzu langer Zeit "Locked in" von Salczi gehört hatte. Insgesamt bot das Hörbuch eine bunte Mischung an Geschichten, in denen zwei für mich komnplett rausfielen, einige okay, viele gut und ein paar sehr gut waren. Findet man ja häufiger bei Kurzgeschichtensammlungen. :) 

Und nun geht es ab in die Schlummerkiste.


FROHES NEUES JAHR!

6 Kommentare:

  1. Ich hoffe, dass du morgen ein bisschen länger schlafen kannst und der Arbeitsrhythmus nicht auch den Jahresanfang bestimmt! :)

    Schön zu hören, dass es bei deiner Nachbarin gute Nachrichten gibt! Und gratuliere zum erfolgreichen Flurdienst. :D Ich laufe seit September unsere Treppe rauf und runter und denke jedes Mal "demnächst muss ich die aber mal sauber machen". Im neuen Jahr dann ... gleich nach den zwei Ferienwochen ... oder so ... *g*

    Ui, du bist ja heute wieder gut voran gekommen mit deinem aktuellen Puzzle! Die Idee zu den Kurzgeschichten finde ich spannend, aber ich würde vermutlich langfristig die Geduld verlieren, weil ich ständig das Bedürfnis hätte Sachen nachzuschlagen.

    Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen und entspannten Tag ... Abend! :)

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    1. Das hoffe ich auch, Konstanze, lach, zumal es heute ja etwas später werden wird. Wenn es nach mir gehen würde, wäre ich früh genug im Bett und würde schlafen - aber ich würde ja doch um 24 Uhr geweckt und käme dann erst einmal eine Zeit nicht zur Ruhe... Ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn in meinem Wohnort das Feuerwerk auf ein oder zwei Plätze beschränkt werden würde (der Wohnort ist recht langgezogen). Stattdessen knallt es bereits seit längerem heute in der Bauernschaft (Wohnzimmerfenster) und natürlich wird in dem relativ neuen Neubaugebiet wie jedes Jahr geböllert werden. Wenigstens ist es bislang nicht ausgeufert (toi, toi, toi.

      Ich glaube, ich habe schon mal erwähnt, dass ich meiner anderen Nachbarin sogar Geld geben würde, wenn sie den Flur dauerhaft macht, aber ich kam ja nicht einmal so weit, das überhaupt mit ihr besprechen zu können, bevor sie mich abwürgte. ;)

      Das Puzzle ist ja ähnlich wie dasjenige, das ich Weihnachten gemacht habe und auch nicht so herausfordernd. :) Es macht Spass, den Fortschritt und das Entstehen der grafischen Episoden-Cover zu sehen. :)

      Danke - das wünsche ich Euch auch! :)

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    2. Ja, das "etwas später" rechnen wir auch ein. Ich drücke die Daumen, dass es bei dir dann vor 1 Uhr ruhig genug zum Schlafen ist. Bei uns zog es sich im vergangenen Jahr bis in die frühen Morgenstunden - immer wenn wir gerade eingeschlafen waren, beschloss wieder jemand, dass er doch noch sein Feuerwerk abbrennen müsste. *grummel*

      Jaha, hast du! Ich erinnere mich auch gern an die Zeit, als wir noch in der alten Wohnung eine Putzfrau fürs Treppenhaus hatten. Wobei ich dort das Putzen alle sechs Wochen auch nicht soooo schlimm fand, aber hier macht es überhaupt keinen Sinn. Wir sind die einzigen, die unseren Teil der Treppe zu Gesicht bekommen und nach dem Putzen sieht sie jetzt nicht groß anders aus als davor, weil sie so abgenudelt ist.

      Nicht so herausfordernd ist egal, solange es Spaß macht und das macht es dir. Ich finde es schön, dass du den Abend mit so einer entspannten Tätigkeit verbringst und dir dazu seltsame Geschichten erzählen lässt. :)

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    3. Dein Daumendrücken hat geholfen, da es hier zwar Feuerwerk auf der Ecke gab, aber die Masse fand tatsächlich nur kurz statt (20 Minuten vielleicht) und dann gab es nur noch vereinzelte Böller, seit 1 ist eigentlich Ruhe. Ich wollte aber noch mein Puzzle beendet, daher habe ich einfach so lange weiter gemacht, bis der letzte Stein lag.

      Der Abend verging mit Puzzle und Hörbuch gut und nebenher habe ich italienisches Dunkelbier getrunken, das in einer Flasche kam, die eher nach Wein als Bier aussah und das mir zu herb war - weshalb ich pro Glas ein Mü Grenadine mit hineingeschenkt habe (was anderes passend Süßes hatte ich nicht im Haus, lach).

      Ich drücke die Daumen, dass es bei Euch auch ruhig ist bzw. ganz fix wird und Ihr auch Eure Nachtruhe genießen könnt. Wir lesen uns. :)

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    4. Das klingt doch gut - schön, dass du relativ früh ins Bett gekommen bist. Hat Merlin den Abend gut überstanden?

      Bei uns ging es ab ein Uhr morgens auch - allerdings gab es jemanden, der um fünf Uhr morgens dann meinte, er müsse noch eine Zeitlang mit seiner Schreckschußpistole rumballern. Uff!

      Puzzle, Hörbuch und gepanschtes Bier also zum Jahresende. Ich bin gespannt, ob das etwas darüber aussagt wie 2020 dann für dich wird. ;)

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    5. Merlin hat sich wacker geschlagen und ist nur während der heftigen Knallerei in die Mitte des Raumens gekommen (bis dahin lag er auf der Heizung) und hat sich zu meinen Füßen unter den Tisch gesetzt. Um halb eins lag er schon wieder auf der Cauch.
      Der Mensch hat Euch also wieder wach gemacht? Mist verdammter. Nun, wenigstens steht jetzt der Urlaub an und wenn Ihr dann über Tag mal Augenpflege betreibt, stört das ja auch niemanden. :D

      Es gibt schlechtere Ausblicke für das eue Jahr, lach.

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