Fest vorgenommen für gestern hatte ich mir, "The Hopkins Manuscript" von RC Sherrif zu beenden - es waren auch nur noch ca. 60 Seiten. Das habe ich geschafft und ich bin etwas zwiegespalten, was die Wertung angeht. Es las sich im Großen und Ganzen gut weg, hatte aber auch an einigen Stellen Längen (ich bin tatsächlich in der ersten Hälfte, als es um die Zeit vor der Katastrophe (der Mond stürzt auf die Erde) geht, mehrfach eingeschlafen). Der Erzähler ist nicht gerade mein Favorit, die Stimme des Autors ist am deutlichsten im vorangestellten (kurzen) Vorwort aus der Zukunft und, nun ja, ich denke, für ein in 1939 erstveröffentlichtes Werk hätte der Autor etwas mehr "real" Science den Mond betreffend einbringen können (Sturz auf die Erde u. nach einem Tag wird mit dem Wiederaufbau begonnen z.B., und das ist nur ein Aspekt). Seufz, mal sehen ....
Wie auch immer, gestern war ich unterwegs in einer Buchhandlung und habe mir dort zwei Bücher mitgenommen und bin danach in das naheliegende Cafe gegangen, um mich zu stärken. Ich will heute in beide Bücher mehr hineinlesen und sie Euch vorstellen. Dazu aber später. Jetzt möchte ich erst einmal mein kleines Frühstück (nur Toast mit schwarzer-Johanneisbeer-Marmelade, Milchkaffee und ein Glas von dem Sekt, den ich für Silverster gekauft, aber nicht getrunken hatte) zu mir nehmen und ein bisschen mit Merlin katzeln.
Update 11.30 Uhr
Der zweite Milchkaffee ist geleert und Merlin hat sich - natürlich - auf meine Unterarme genau in den Bereich gelegt, der zwischen Knietablet mit Laptop und meinem Bauch noch frei war. :) Das Schreiben ist so ein wenig ... herausfordernd. Aber nun.Gestern habe ich in der Buchhandlung in ein paar Zeilen von "Die Karte der Wildnis" von Robert Macfarlane hineingelesen, heute war es bislang das Einleitungskapitel Buchenhain sowie drei weitere Kapitel. Macfarlane war die Welt mit ihren Straßen, Menschen, Industrien, ihrer Zivilisation ein wenig zu nah herangerückt und er verspürte das Bedürfnis, "wilde" Orte zu suchen, das wilde Land auf sich einwirken zu lassen. Leider bin ich mir nicht ganz sicher, ob sich der Autor dabei auf Großbritannien und Irland bezieht (hiervon ist die Rede, soweit ich im Buch gekommen bin) oder auf Großbritannien und Nordirland; ich werde wohl warten müssen, bis er auf die andere Insel wechselt (ob dies nun ein Übersetzungsproblem ist oder nicht - an einer Stelle ist auch von "England und Irland" die Rede, vermag ich mangels Kenntnis des Originals nicht zu sagen). Der Einleitung nach zu urteilen hat ihm dabei offenbar insbesondere Rogert Deakin "geholfen", den ich erst einmal nachschlagen musste: Deakin ist bereits verstorben, war seines Zeichens aber auch ein Naturliebhaber und Schriftsteller - er hat Großbritannien durchschwommen, ist gewandert, hat die Maple Tree Farm betrieben (offenbar ist ein editiertes Tagebuch veröffentlicht worden). Macfarlane schreibt, bereits in den ersten Kapiteln teils minutiös, was er wahrnimmt, was er tut, gibt aber auch Hintergrundinformationen zur Örtlichkeit, Legenden und welche Empfindungen in ihm ausgelöst werden. So habe ich tatsächlich eine Gänsehaut bekommen, als er davon spricht, dass ihn (als Bergsteiger) eine unbestimmte urplötzliche Angst befiel, als er die Basis einer nadelartigen Bergspitze auf der Isle of Sky umfasste. Seine Reisen werden in mehreren kürzeren Kapiteln geschildert und auch wenn sie sich gut anlesen lassen, werde ich jetzt doch neugierigerweise in das andere Buch hineinschauen.
Update 15.00 Uhr
Das zweite gestern gekaufte Buch ist "Der Patient H.M." von Luke Dittrich. Der titelgebende Patient wurde vom Großvater des Autors operiert. Der Patient Henry litt an heftiger Epilepsie, der Arzt entfernte Hirnmasse und das Ergebnis war, dass Henry überlebte, aber verlor die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden. Der Klappentext gibt an, dass es in diesem Buch um diese Patienten-Arzt-Geschichte geht und um die Hirnforschung. Jetzt, nach gut 105 Seiten, habe ich Henry etwas kennengelernt und erheblich mehr über den Autor und seinen Großvater und dessen Ehefrau erfahren. Letztere erkrankte psychisch und wurde in eine Nervenanstalt in Hartfort eingewiesen, was dem Autor als Aufhänger für Einblicke in Behandlungspraktiken dieses Instituts ca. 1944 bietet und Lobotomie-Eingriffe u.a. eines Dr. Freeman vor und nach 1936, die mir Gänsehaut verursachen.
Luke Dittrich bewegt sich zwar fast etwas mäandernd durch die Materie, aber ich gehe davon aus, dass er die Entwicklung seines Großvaters und dessen Interesse an Eingriffen am Gehirn schildern will - zumal es den persönlichen Bezug zur Ehefrau gab. Dennoch kann ich nicht verhehlen, dass ich aktuell ein wenig den titelgebenden Henry vermisse. Faszinierend zu lesen ist das Buch jedenfalls, weshalb ich auch unsicher bin, ob ich hierbei bleibe oder vielleicht das Buch wechsle. Ich werde berichten.
Update 18.00 Uhr
Ich bin weiter bei "Der Patient H.M." geblieben. Auch wenn es auf den nächsten 70 Seiten nur wieder sehr kurz um Henry und im Übrigen um die Entwicklung der Neurochirurgie, insbesondere im Zusammenhang mit dem Großvater Dr. Scoville des Autors ging - auch das ist eine faszinierende Lektüre, allerdings auch entsetzlich. Lobotomie wurde nicht nur als Behandlungsmethode eingesetzt, sondern zu Studienzwecken am lebenden Menschen. Es wird auch auf andere Therapiemethode eingegangen, z.B. Hypothermie und auf welcher Basis der Arzt (nicht der Großvater) seine Therapie entwickelte, nämlich aufgrund menschenverachtenden grauenvollen Nazi-Experimente. Ich brauche jetzt erst einmal eine Pause von dieser immer wieder zu H.M. zurückkehrenden Medizinhistorie und melde mich später wieder.
letztes Update am Lesesonntag
Ich habe mir dann doch erst einmal eine Auszeit von dem H.M.Buch gegönnt und mir ein paar Clips auf youtube angeschaut, die Merlinsocke versorgt und dann über skoobe "All Systems red" von Martha Wells ausgeliehen aus der Murderbots-Diaries-Reihe. Ein Unternehmen (offenbar) kontrolliert und reguliert die Erforschung von neuen Planeten und schließt it Interessierten Verträge ab, wobei eine Bedingung immer die Anwesenheit einer SecUnit des Unternehmens ist. Die Story wird von einer SecUnit erzählt, die eine Forschungsgruppe gerade auf einem Planeten begleitet, den Job als langweilig empfindet - bis eine indigene Lebensform plötzlich zwei "ihrer" Menschen angreift. Wie Martha Wells hier erzählt und die SecUnit - die sich Murderbot nennt - auftreten lässt, gefällt mir sehr und so war ich die letzten gut zwei Stunden voll in der Story drin, um zu erfahren, wie es Murderbot und ihren Menschen weiter ergeht, denn offenbar gab es einen Glitch in den Informationsdatenbanken (von der indigenen Lebensform war nämlich keine Rede) und noch an anderen Stellen. Oh, und die erzählende Murderbot hat ihren Regulierungs-Chip gehackt... Aktuell habe ich ca.75 % der kurzen Geschichte gelesen und mal sehen, vielleicht packe ich den Rest heute noch, bevor mir die Augen im Bett zufallen. ;)
Ich habe den Lesesonntag wieder sehr genossen und freue mich schon auf den Februar, wenn ich hoffentlich wieder Zeit für die Teilnahme habe.
Wir lesen uns!
Ich hatte nicht vor die Lese-Sonntage abzuschaffen, ich wollte mich nur vergewissern, dass ihr weiter dabei seid und auch immer noch mit dem festen Termin zufrieden. ;)
AntwortenLöschenDein Frühstück klingt gut, ich sollte mich auch langsam mal dazu aufraffen. Mein Bauch knurrt heftig, nur die Beine mögen einfach nicht durch die Wohnung gehen. *g* Was deine gestrige Lektüre angeht, so "erkläre" ich mir solche Unstimmigkeiten immer damit, dass der Autor eben die geraffte Version erzählt, damit man als Leser nicht gelangweilt ist - das klappt aber auch nicht immer, um solche Logikprobleme zu füllen. ;)
Auch das, Konstanze, war mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Lesesonntage sind in meinem Bewusstsein inzwischen so fest verankert - das ist ein stehender Termin, den ich idealerweise wahrnehmen kann. :D
LöschenWas Sheriff angeht, so wird diese Art Literatur offenbar nicht der "science" fiction sondern "speculative" fiction zugeordnet und nach dem Vorwort wäre daher der science-Anteil nicht das Wichtigste. Ich mag dieser Aussage so nicht zustimmen - auch wenn der soziale oder ökologische Aspekt wichtiger sein mag, so kann man einfache wisssenschaftliche Tatsachen dennoch richtig darlegen - oder man sucht sich einen anderen "Auslöser". ;)
Ich war mir halt nicht sicher, ob ein anderer Sonntag oder Rhythmus nicht vielleicht besser passen würde. Ich bin ja in der Regel flexibel, aber ihr anderen habt ja zum Teil feste Pläne und Termine, die man berücksichtigen könnte. :)
LöschenAber ... aber dann hätte man da ja mehr Arbeit reinstecken müssen und die Grundidee (Mond fällt auf die Erde) wäre nicht mehr der Ausgangspunkt der Geschichte! Oder so ähnlich ... *g*
Und natürlich liegt Merlin genau da! Da kannst du ihn nicht übersehen und musst bei jeder Bewegung sein Wohlbefinden in Betracht ziehen. :D
Ich glaube, von Deakin hatte ich schon mal gehört, aber nur die Beschreibung, nicht der Name lässt etwas bei mir klingeln. Auf jeden Fall finde ich immer, dass man so kurze Berichte auch am besten in kurzen Happen genießen kann. Also viel Spaß beim Anlesen von Buch Nr. 2. :)
Inzwischen ist er in den Bereich zwischen meine Füße gewandert und schnorchelt dort etwas vor sich hin, Konstanze. Vermutlich habe ich die Unterarme doch zu viel bewegt und ihn gestört. :D
LöschenArmer vernachlässigter Kater - dabei kannst du ihn doch gar nicht zwischendurch streicheln, wenn er bei deinen Füßen liegt! ;)
LöschenDeine Nachmittagslektüre klingt heftig, ich glaube nicht, dass das Thema was für mich wäre. (Wobei ich noch ein Sachbuch über Medizingeschichte auf dem SuB habe, das vermutlich auch nicht einfacher zu lesen sein wird. *g*)
Jepp, ist auch heftig, Konstanze. Ich brauch auch erst einmal Pause davon.
LöschenIch hoffe, du hast für den Abend dann eine heiterere Unterhaltung gefunden. Oder gab es erst einmal Abendessen inklusive Serie/Doku zur Entspannung?
LöschenIch habe gewechselt - und die Science-Fiction-Story unterhält mich sehr gut. :)
LöschenOh, um die Murderbots Diaries schleiche ich schon länger herum - gut zu wissen, dass dir diese Geschichte schon mal gefällt!
LöschenSchön, dass du heute wieder beim Lese-Sonntag dabei warst. Hab einen guten und möglichst stressfreien Tag in die Woche. Ich drücke die Daumen, dass deine bestellen Bücher endlich kommen - vielleicht können wir dann im nächsten Monat unsere Eindrücke zu den Kurzgeschichten austauschen. :D
Oh, Konstanzes Frage habe ich ganz übersehen. Ich war aber irgendwie auch fest davon ausgegangen, dass die Lesesonntage weiter stattfinden! Jedenfalls hatte ich mir den für heute fest eingeplant :-)
AntwortenLöschenViel Spaß heute!
Ich war bzw. bin dabei also nicht allein. :)
LöschenDanke Kiya, den wünsche ich Dir auch!
"The Hopkins Manuscript" klingt inhaltlich ziemlich interessant - schade, dass die Umsetzung anscheinend nicht so gelungen ist.
AntwortenLöschenIch kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau erinnern, ob Macfarlane in Irland oder Nordirland unterwegs war. Allerdings ist mir in dem Buch auch mal ein Übersetzungsfehler aufgefallen, als von England oder englischer Küste die Rede war, aber ganz klar ein Ort in Wales gemeint war.
Nachdem, was ich so u.a. auf goodreads gesehen habe, konnten viele Leser*innen den science-Aspekt offenbar besser "wegstecken" als ich, Neyasha; der Roman hat dort vielfach sehr gute Bewertungen. Wie so häufig, liegt das wohl an der persönlichen Wahrnehmung. :)
LöschenIn Wales bzw. auf einer Insel vor Wales startet Macfarlane jedenfalls. :)
Ich werde das Buch auf jeden Fall mal im Kopf behalten; vielleicht finde ich es in der Bücherei zum Ausprobieren.
Löschen"Der Patient H.M." klingt zwar faszinierend, aber ziemlich heftig. Kann ich verstehen, dass du davon eine Pause brauchst. Ich hoffe, du hast noch einen schönen restlichen Leseabend - ob nun mit diesem Buch oder einem anderen!
Einen schönen Lesesonntag wünsche ich!
AntwortenLöschenBei mir im Kalender sind diese Tage bis in alle Ewigkeit vorgeplant - es kommen halt nur manchmal Seminare oder nicht-verschiebbare Besuchstage (Geburtstage etc.) dazwischen.
Oder eben das Bertchen nichts davon wissen will, das ich gerne lesen würde und es keine Alternativbespaßung zu geben scheint ...
Aber das wird ja mit der Zeit bestimmt viel besser *hüstel *
Deine Bücher klingen mal wieder interessant. Naja, zumindest das zweite, bei dem ersten gibt es mir zu denken, wenn man bei so einer spannenden Grundstoryline einschlafen kann. Aber Du schreibst ja auch, dass es ein älteres Buch ist, da habe ich solche Probleme häufiger. Irgendwie war es damals vielleicht noch nicht so wichtig wie heute, den Leser "mitzunehmen" - zumindest entsteht bei mir manchmal dieser Eindruck ... Vielleicht waren die Leser früher auch einfach mit einer besseren Konzentrationsfähigkeit gesegnet.
Ist das zweite neue Buch das, was ich bei Instagramm gesehen habe? Patient H.M.? Da bin ich schon ganz gespannt, was Du sagst.
Schöne Lesestunden Dir und knuddel mir den Merlin bitte :*
Hallo Sayuri, auch Dir einen schönen Lesesonntag! :) Wir haben ja letztens gerade darüber gesprochen, dass der quasi-feste 3. Sonntag im Monat deswegen ja so gut ist - wir haben einen festen Termin und falls es mal nicht klappt, dann ist das halt so und beim nächsten Mal hoffentlich wieder anders. :D
LöschenBeim "Hopkins Manuskript" schwelgt der Protagonist von Wettbewerben zur Hühnerzucht und das Thema ermüdete mich ziemlich, besonders zu Beginn des Romans. ;)
Und ja, ich habe jetzt in "Der Patient H.M." hineingelesen.
Das Knuddeln von Merlin verschiebe ich auf etwas später, da er gerade schnarcht, wird aber erledigt. :) Dir auch eine schöne Lesezeit!
Oh ha - Wettbewerbe zur Hühnerzucht erinnern mich stark an die Zahnarztberichte der Pferde im Film "Wonderboys" :D *g *
LöschenAh, Danke! Ja, jetzt habe ich Dein Update gelesen und erinnere mich, dass ich mich an H.M. noch aus dem Studium erinnere ...
Ich hoffe, das Buch wird noch und das Du ansonsten einen schnellen Absprung zu etwas spannenderem findest :)
Oh, den Film könnte ich auch mal wieder schauen, Sayuri. :)
LöschenDas Buch ist interessant - nur ein wenig irreführend, da, jedenfalls bislang, im Verhältnis zum Rest wenig über die Behandlung/Forschung H.M. betreffend enthalten ist, sondern mehr persönlich gefärbte Medizingeschichte zu diesem Bereich und ethische Fragestelllungen.
Bei mir ist es auch schon wieder lange her. Passt ja eigentlich gut in diese Jahreszeit *dumdidum *
AntwortenLöschenAn das Grauen der Lobotomie-Experimente erinnere ich mich auch noch gut aus dem Studium. Aber es scheint Dich ja schon gepackt zu haben - auch wenn Du jetzt erstmal eine Pause brauchst.
Hab einen schönen Abend!
Vielleicht sollten wir dem Umstand mal gemeinsam abhelfen, Sayuri. :D
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